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Eine Fussgängerbrücke, bei der die Velos in den Lift passen

Der Negrellisteg ist im Bau. Er wird die Stadtkreise 4 und 5 über die Gleise beim HB Zürich verbinden.

Der Negrellisteg in einer Visualisierung, gesehen vom Hauptbahnhof aus. Foto: PD
Der Negrellisteg in einer Visualisierung, gesehen vom Hauptbahnhof aus. Foto: PD

Europaallee und Zollstrasse erhalten eine Verbindung über das Gleisfeld des Zürcher Hauptbahnhofes. Gestern ist der Baustart für den Negrellisteg erfolgt. In einem Jahr soll er fertig sein, rechtzeitig zum Bauabschluss in den zwei Neubaugebieten links und rechts der Gleise.

11 Millionen Franken soll das Bauwerk kosten. Das 2010 präsentierte Vorgängerprojekt wäre auf 30 Millionen Franken zu stehen gekommen, zu bezahlen allein von der Stadt Zürich. Es war aus einem internationalen Architekturwettbewerb hervorgegangen. Neben dem hohen Preis hatten die platzraubenden Zufahrtsrampen zu reden gegeben. Das Bauwerk war auch als Velobrücke geplant worden.

Die nun in Bau gehende Brücke ist nur für Fussgänger konzipiert. Gerechtfertigt wird dies mit Verweis auf die nahe Langstrasse-Unterführung, die nächstens für die Velofahrer ausgebaut werden soll, sowie den geplanten Velotunnel unter dem HB. Stadtrat Richard Wolff (AL) erwähnte jedoch, dass in den Lift auch Velos passten. Ob man sie auf der Brücke nur stossen oder auch fahren dürfe, sei noch nicht geregelt.

Symbolhafte Bedeutung

Der Steg wird aus Stahl gebaut und 160 Meter lang. Die Kosten tragen Stadt und SBB hälftig. Alexander Muhm, Leiter SBB-Immobilien, gab mit Wolff den Startschuss für das Vorhaben. Die beiden wurden angewiesen, zu diesem Zweck ihre Fussabdrücke und Unterschriften in Ton zu hinterlassen.

Der Anlass zum Baustart war gut besucht. Schön, dass nicht nur Spatenstiche für den motorisierten Verkehr auf Interesse stiessen, sagte Wolff. Insofern mass er dem Anlass eine symbolhafte Bedeutung zu.

Vier Fragen an den Zürcher Stadtrat Richard Wolff (AL) zum Negrellisteg, zur Europaallee und zum geplantem Velotunnel. (Video: Thomas Marth / Gregory von Ballmoos)

Unter den Gästen war auch VCS-Co-Geschäftsführer Markus Knauss. Auch er zeigte sich erfreut. Die Rampen im ursprünglichen Projekt hätten auf zwölf Meter hinaufgeführt, gab er zu bedenken. «Insofern wären sie von den Velofahrern kaum benützt worden.» Umso ärgerlicher fand er, dass für die Finanzierung auch Mitteln eingesetzt werden sollten, die für Velowege reserviert waren. «Der Gemeinderat hätte den Kredit nie gutgeheissen.» Der Stadtrat hat das Projekt dann auch zurückgezogen und 2016 das gestern in Angriff genommene präsentiert.

SBB-Immobilienleiter Muhm bemerkte zum früheren Projekt nur, dass es mit seiner Betonumantelung sehr aufwändig zu erstellen gewesen wäre. Immerhin müssen die Bauarbeiten bei laufendem Betrieb stattfinden.

Schwebender Eindruck

Fürs neue Projekt waren die SBB von Wolffs Vorgänger im Amt, Filippo Leutenegger (FDP), mit ins Boot geholt worden. Als Grundeigentümerin und Bauherrin links und rechts der Gleise profitiert sie auch von jeder Aufwertung in dem Gebiet. Und eine solche werde der Steg zweifelsohne bringen, sagte Muhm – nicht nur für die SBB, sondern auch die Stadt. Er lobte zudem die Eleganz der Brücke, die nur mit vier Stützen auskommt. Sie wirke dadurch fast schwebend.

Im Planerteam vertreten sind die Conzett Bronzini Partner AG, Chur, die Diggelmann + Partner AG, Bern, und die 10:8 Architekten GmbH, Zürich. Federführende Bauherrin ist die SBB.

Der Namensgeber des Bauwerks, Alois Negrelli, war ein österreichischer Ingenieur, der die Spanisch-Brötli-Bahn plante. 1836 bis 1838 baute er in Zürich die Münsterbrücke.

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