Oberglatt

Die Not mit der Notdurft

Der beliebte Spotterplatz am Pistenende in Oberglatt kämpft derzeit mit einem unappetitlichen Problem: Die fixe Toilette ist seit Monaten defekt, die als Ersatz vorgesehenen Toi Toi-Häuschen verfügen über keine Spühlung und auch die Hände kann man sich nicht waschen. Das soll sich nun ändern.

Die Aussicht auf die landenden Flugzeuge ist beim Pistenende in Oberglatt immer noch hervorragend. Für Ärger sorgt hingegen, dass die fixe Toilette (links im Bild) seit letztem Herbst ausser Betrieb ist und durch drei Toi Toi-Häuschen ersetzt wurde.

Die Aussicht auf die landenden Flugzeuge ist beim Pistenende in Oberglatt immer noch hervorragend. Für Ärger sorgt hingegen, dass die fixe Toilette (links im Bild) seit letztem Herbst ausser Betrieb ist und durch drei Toi Toi-Häuschen ersetzt wurde. Bild: Leo Wyden

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Wer gerne einen guten Blick auf landende Flugzeuge hat, der ist am Pistenende in Oberglatt gut aufgehoben. Vom Spotterplatz, der auch einen Imbiss- und einen Glacéstand bietet, kann man die Maschinen, die im Normalfall tagsüber auf Pisten 14 landen, von ganz nahe auf den letzten Metern des Anflugs beobachten.

Seit letztem Herbst hat der Spotterplatz allerdings ein wenig an Attraktivität eingebüsst. Aus trivialem, aber nicht minder ärgerlichen Grund: Die Toilettensituation ist laut ZU-Lesern unbefriedigend. «Seit Monaten ist die moderne Toilette defekt und durch drei Toi Toi-Häuschen ersetzt worden: WCs ohne Spühlung und Wasser, Händewaschen ist Fehlanzeige», schreibt ein Aviatikinteressierter aus Kloten.

Ein Augenschein vor Ort bestätigt seine Beobachtung. «Ausser Betrieb» ist an der fixen Toilette vermerkt und eine Möglichkeit, um sich nach dem Wasserlassen in den portablen Toiletten die Hände zu waschen, fehlt tatsächlich.

Toilette wird nicht repariert, sondern komplett ersetzt

Zuständig für die Toilette ist nicht die Gemeinde Oberglatt und auch nicht der Imbissstand beim Pistenende, sondern die Flughafen Zürich AG. Eine Nachfrage bei dessen Medienstelle ergibt, wie es zur unbefriedigenden Situation gekommen ist.

«Bei der bestehenden stationären Lösung handelt es sich um eine sich vollautomatisch reinigende Toilette, die bereits in die Jahre gekommen ist und deren Reinigungsfunktionen teilweise nicht mehr einwandfrei funktionierten», sagt Mediensprecher Philipp Bircher. Aus Sicherheitsgründen musste sie deshalb ausser Betrieb genommen werden.

Der Flughafen hat danach aber erst gar nicht versucht, die Anlage wieder funktionsfähig zu machen. Eine Reparatur sei keine Option gewesen, weil die Anlage sowieso das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hatte, erklärt Bircher. Stattdessen ist geplant, eine neue Toilette zu errichten. «Dass die stationäre Anlage noch nicht ersetzt wurde, hängt damit zusammen, dass wir zuerst evaluieren müssen, welche Vorgaben eine neue, permanente und dem Standort angemessene Anlage erfüllen muss», sagt Bircher.

Der Flughafen will dazu mit der Gastronomie vor Ort zusammenarbeiten. Derzeit befinden sich am Pistenende ein Glacéwagen sowie mit dem «Route 90 Grill & more» ein Imbissstand. Mit dessen Betreiber will der Flughafen Reinigung, Betrieb und Unterhalt der neuen Toilette abstimmen. «Diese Gespräche finden derzeit statt.» Eine neue Anlage wird erst danach bestellt.

Vorbild ist der Standard der Anlage beim Heliport

Dennoch: Die Situation ist nun seit über einem halben Jahr unverändert. «Uns ist bewusst, dass die Situation nicht befriedigend ist», sagt Bircher. Bezüglich Händewaschmöglichkeit habe man das Problem erkannt und prüfe, wie man innerhalb der nächsten Woche eine Verbesserung erreichen könne, etwa mittels Händedesinfektion.

Auch das Reinigungsintervall, zu Beginn nur einmal pro Woche, sei vor zwei Monaten verdoppelt worden. Nach Rückmeldungen, dass dies aber über Feiertage wie Pfingsten und Ostern nicht ausgereicht habe, prüfe man nun eine weitere Erhöhung des Intervalls.

«Die ToiToi-WCs sind eine Übergangslösung», betont Bircher indes. Man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung. Wann genau wieder eine «richtige» Toilette zur Verfügung stehen wird, kann der Flughafen derzeit aber noch nicht abschätzen. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir bereits in den kommenden Monaten eine Lösung haben, die dem Standard der Anlage beim neuen Spotterhügel auf der Westseite des Flughafens entspricht.» Dort hat der Flughafen erst im April ein richtiges Toilettenhäuschen eröffnet.

Übrigens: Der Imbissstand «Route 90 Grill & more» beim Pistenende verfügt per Gastgewerbegesetz des Kantons Zürich über eine Personal-Toilette und auch über fliessendes Wasser. Von der fehlenden Option, sich die Hände zu waschen, ist das Küchenpersonall also zum Glück auch für die Ausflügler nicht betroffen.

Erstellt: 04.07.2017, 17:42 Uhr

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