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Der heimliche Emir von Winterthur

Ohne den diskreten Financier der Koranverteilaktion «Lies!» wäre es wahrscheinlich nie zum Prozess um die Vorgänge in der An’Nur-Moschee gekommen. Trotzdem ist er bis heute im Verborgenen geblieben.

«Lies!»-Aktionen gab es in vielen Städten im In- und Ausland, inzwischen sind sie eingestellt.
«Lies!»-Aktionen gab es in vielen Städten im In- und Ausland, inzwischen sind sie eingestellt.
Keystone

Am Dienstag spricht das Bezirksgericht Winterthur sein Urteil im An’Nur-Prozess. Wie auch immer es ausfallen wird, eines scheint gewiss: Der Name von Ardonis B.* wird dabei unerwähnt bleiben. Der Mann, ein mazedonischer Unternehmer Anfang 30, war nie Teil des Prozesses gegen die zehn Beschuldigten, die zwei Besucher der inzwischen geschlossenen An’Nur-Moschee in Hegi unter anderem bedroht und eingesperrt haben sollen. Einzig eine Winterthurer Firma, die auf einen jüngeren Bruder von Ardonis B. eingetragen ist, taucht in den viele hundert Seiten starken Akten des Strafverfahrens auf.Dabei wäre es ohne Ardonis B. wahrscheinlich nie zu jenem folgenschweren Abend des 22. Novembers 2016 gekommen. Rund zehn Tage vor dem mutmasslichen Übergriff in der An’Nur-Moschee besuchte Mohammed*, eines der beiden späteren Opfer, einen Koranverteiler im süddeutschen Singen, den er im Winterthurer Gebetshaus kennen gelernt hatte. Dieser nannte sich Abu Medina und war mit Ardonis B. bekannt.

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