Wetter

Das war der kälteste Mai seit 30 Jahren

Einen so unterkühlten Mai gab es seit langem nicht mehr. Gemäss Meteorologen steht das aber nicht im Widerspruch zur Klimaerwärmung.

Kühl, windig und regnerisch präsentierte sich der Mai 2019 – hier an den Ufern des Zürichsees.

Kühl, windig und regnerisch präsentierte sich der Mai 2019 – hier an den Ufern des Zürichsees. Bild: Martin Steinegger

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Der in diesen Tagen zu Ende gehende Mai war aussergewöhnlich kühl und regnerisch. Wie Meteoschweiz auf Anfrage mitteilt, handelte es sich landesweit sogar um den kühlsten Mai seit 30 Jahren.

Das zeigen auch die Messdaten aus der Region. So weist Wädenswil für den Mai eine Tages-Durchschnittstemperatur von 11,1 Grad auf (bis und mit 29. Mai). Damit liegt die durchschnittliche Temperatur 2,5 Grad unter der langjährigen Norm (1981-2010). Der Mai ist der erste Monat seit März 2018, der deutlich zu kalt ausfällt.

Nicht anders sieht es im Zürcher Unterland und in der Region Wintertur aus. In Kloten lag die Tages-Durchschnittstemperatur im Mai bei 10,9 Grad und somit ebenfalls deutlich (2,6 Grad) unter dem langjährigen Durchschnitt. Im Jahr 2019 waren bisher Februar und März deutlich zu warm.

Das ist insofern bemerkenswert, weil derart unterkühlte Maimonate seit Ende der 1980er-Jahre hierzulande eine Rarität geworden sind. Gemäss Meteoschweiz muss man bis 1990 zurückgehen, um einen ähnlich kühlen Mai zu finden.

«Der Mai 2019 ist ein seltenes Ereignis im heutigen Maiklima», heisst es dann auch von Seiten des nationalen Wetterdienstes. Mit dem sogenannten «Klimasprung» Ende der 1980er Jahre wurde der Mai in kurzer Zeit im Schnitt rund 2 Grad wärmer. Das sei ein deutliches Signal der Klimaerwärmung, heisst es von Meteoschweiz. Mit dem aktuell kühlen Mai habe dieses Erwärmungssignal allerdings nicht an Bedeutung verloren.

Anhaltendes Tiefdruckwetter

Der diesjährige Mai zeigt aber auch, dass auch in Zeiten eines grundlegend höheren Temperaturniveaus nach wie vor «Ausreisser nach unten» möglich sind. Zumindest ist das dann der Fall, wenn sich eine Grosswetterlage einstellt, die über mehrere Wochen anhält und kühle Luft heranführt.

Am 5. Mai bildete sich in leicht erhöhten Lagen wie hier auf dem Hirzel nochmals eine geschlossene Schneedecke. Bild: Daniel Gerstgrasser/Meteoschweiz

Genau das war diesen Mai der Fall. Vor allem vom 1. bis 22. war das Wetter fast durchwegs von Tiefdruckgebieten bestimmt. Immer wieder wurde kalte Luft zum Alpenraum geführt, die polaren Ursprungs war.

Entsprechend fiel der Mai 2019 auch ins Wasser: In Wädenswil kamen etwa 140 mm, in Kloten 135 mm vom Himmel. Die Schneefallgrenze sank teilweise bis in tiefe Lagen, so zum Beispiel am 5. Mai, als sich oberhalb von rund 600 Metern nochmals eine Schneedecke bildete. Nach dem viel zu trockenen Frühling und Sommer 2018 waren diese Regenfälle in der Natur allerdings hochwillkommen.

Pünktlich zum Monatsende dürfte sich nun aber auch das Wetterregime ändern. Am Auffahrts-Wochenende – speziell am Samstag und am Sonntag – sind erstmals sommerliche Temperaturen über 25 Grad möglich. (zsz.ch)

Erstellt: 29.05.2019, 12:37 Uhr

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