Flughafen

CS100-Auslieferung harzt weiter

Nachdem die Swiss über zwei Jahre länger als angekündet auf die CS100 Flugzeuge warten musste, verzögert sich die Auslieferung nun weiter. Damit müssen sich auch die Piloten weiterhin auf ihre Flugstunden gedulden.

Weil der Triebwerkhersteller offenbar Schwierigkeiten mit der Produktion hat, muss die Swiss länger auf die neuen CS100-Flugzeuge warten.

Weil der Triebwerkhersteller offenbar Schwierigkeiten mit der Produktion hat, muss die Swiss länger auf die neuen CS100-Flugzeuge warten. Bild: pd

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Der amerikanische Triebwerkhersteller Pratt & Whitney hat derzeit offenbar Produktionsschwierigkeiten, was sich nun auf die Auslieferung der neuen Swiss-Flugzeuge auswirkt. Die Amerikaner bauen ihre Triebwerke für den kanadischen Flugzeughersteller Bombardier, welcher diese für seine CSeries braucht. Weil Pratt & Whitney derzeit nicht genügend Triebwerke liefern kann, hapert es auch mit der Fertigstellung der CS100.

15 dieser neuen Flugzeuge wollte Bombardier dieses Jahr bauen. Zwei sind bisher an die Erstkundin Swiss ausgeliefert worden, sieben weitere sollten folgen. Nun spricht Bombardier aber nur noch von insgesamt neun CS100, welche dieses Jahr ausgeliefert werden und nicht alle gehen an die Swiss. Somit wird die Lufthansa-Tochter bis Weihnachten weniger CS100 einflotten können.

Helvetic soll einspringen

Mediensprecher Stefan Vasic entwarnt aber: «Das Streckennetz und die Frequenzen müssen aufgrund der verspäteten Auslieferungen aber nicht gekürzt werden.» Um das Streckennetz wie geplant aufrecht zu erhalten, bestünden verschiedene Optionen. «Unter anderem könnten wir mit Wet-Lease Partnern wie zum Beispiel Edelweiss und Helvetic zusammenarbeiten.»

Die Schweizer Helvetic führt für die Swiss schon seit zwei Jahren Flüge aus, nun soll diese Zusammenarbeit, die damals schon aufgrund der CSeries-Verspätung notwendig wurde, verlängert werden. «Diese und weitere Massnahmen sind derzeit in Abklärung», sagt Vasic.

Für die Swiss ist die nach zwei Flugzeugen wieder ins Stocken geratene Auslieferung ärgerlich, weil die CSeries nicht nur leiser und schadstoffarmer, sondern vor allem effizienter fliegen. Weniger Kerosinverbrauch, mehr Platz für zahlende Kundschaft heisst die Zauberformel für den Finanzchef. Momentan muss man aber weiterhin mit den Jumbolinos aus Crossair-Zeiten vorlieb nehmen, einige davon sind bald 20 Jahre alt.

Bombardier muss zahlen

Trotz der Verzögerung rechnet die Swiss damit, dass sie wie geplant im Jahr 2018 alle 30 CSeries-Modelle in Betrieb haben wird, davon mindestens zehn CS100 mit 125 Sitzplätzen und 15 CS300 mit 145 Sitzplätzen. Noch offen ist, ob die letzten fünf vom kleinen oder vom grossen Modell bestellt werden.

Der Lieferant und Flugzeugbauer Bombardier muss für die Verspätung bezahlen, weiss Vasic. «Verspätungszahlungen von Bombardier an Swiss sind vertraglich vereinbart.» Die Details bleiben geheim, aber auch der kanadische Hersteller dürfte einen solchen Vertrag mit dem Triebwerkhersteller haben, so dass dieser letztlich für die jetzige Verspätung aufkommen muss.

38 Piloten für zwei Flugzeuge

Auf Flugstunden gedulden müssen sich wegen der Verspätung die CS-100 Piloten. 38 sind gemäss Vasic bereits ausgebildet und dürfen damit nur noch CSeries-Flugzeuge steuern - keine anderen. Von den 38 Piloten sind täglich acht im Einsatz - zwei Crews pro Flugzeug - und das heisst wiederum, dass 30 nur im Simulator üben oder zu Hause auf Einsätze warten können. Trotz weniger Flugstunden werden sie gleich viel verdienen, sagt Vasic, denn der Lohn sei nicht von den Blockstunden abhängig, wie das bei Flight Attendants der Fall ist.

Die Swiss ist ob der erneuten Verspätung nicht in Hektik verfallen. Man habe von den Erfahrungen aus dem Linienbetrieb lernen können und werde das in die weiteren Ablieferungen einfliessen lassen, erklärt Vasic. Viele Probleme bei der Einflottung habe es bisher nicht gegeben, eher operationelle Unklarheiten wie Probleme mit dem De-Icing oder der Klimaanlage, was aber durch die Unterstütztung von Bombardier in Kloten geregelt werden konnte. «Die anfänglichen Unsicherheiten nehmen bereits spürbar ab», sagt Vasic. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.09.2016, 16:37 Uhr

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