Staatsanwaltschaft

Chauffeur wegen Gefährdung des Eisenbahnbetriebs verurteilt

Es geschah im Februar 2016 beim Bahnhof Grüze: Ein Sattelschlepper wird von den Bahnschranken eingeschlossen und zwingt einen Zug zur Notbremsung.

Auf diesem  Bahnübergang wurde der Lastwagen eingeschlossen.

Auf diesem Bahnübergang wurde der Lastwagen eingeschlossen.

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Wie erst jetzt bekannt wird, kam es am 25. Februar 2016 um etwa halb zehn Uhr morgens in Winterthur Grüze zu einem Beinaheunfall zwischen einem Sattelschlepper der Marke Mercedes Benz und einem Güterzug der SBB. Ein Zusammenstoss wurde durch die schnelle Reaktion mehrerer Beteiligter verhindert.Ein heute 55-jähriger aus Italien stammender Chauffer war damals mit Sattelschlepper und Anhänger auf der St. Gallerstrasse Richtung Winterthur unterwegs. Kurz vor dem Bahnhof Grüze staute sich der Verkehr. Der Chauffeur, der seit über 20 Jahren auf seinem Beruf tätig ist, stoppte sein Fahrzeug mitten auf den Bahngleisen. Laut den Strassenverkehrsregeln hätte er davor anhalten müssen.

Alarm nach Kloten

In der Folge bemerkte der Mann weder die optischen noch die akkustischen Warnsignale des Bahnübergangs, und erkannte seine missliche Lage erst, als sich vor und hinter ihm die Bahnschranken geschlossen hatten. Zu diesem Zeitpunkt war ein herannahender Güterzug nur noch etwas mehr als einen Kilometer vom Bahnübergang entfernt.

Nach bangen Minuten hoben sich die  Barrieren wieder und der Chauffeur fuhr zu einem Parkplatz.

Ein Rangiermitarbeiter der SBB hatte die Szene vom Bahnhof Grüze aus beobachtet und rannte in Richtung Sattelschlepper, nach einem kurzen Gespräch mit dem Chauffeur alarmierte er per Handy die SBB Betriebszentrale Ost in Kloten. Von dort aus werden sämtliche Züge der Zürcher S-Bahn und der Ostschweiz überwacht und Signale und Weichen gestellt.

Die Betriebszentrale schaltete schliesslich ein Stopp-Signal vor den entsprechenden Bahnübergang und alarmierte den Lokführer des Güterzugs, dieser kam rund 500 Meter vor dem Sattelschlepper zu stehen. Nach bangen Minuten hoben sich die Bahnschranken wieder und der Sattelschlepper-Chauffeur fuhr zu einem nahen Parkplatz.

Polizeiverhör und Strafe

Gleichzeitig mit dem SBB-Notruf war auch die Winterthurer Stadtpolizei alarmiert worden - von einem hinter der Bahnschranke stehenden Autofahrer. Zwei Beamte rückten rasch zum Bahnhof Grüze aus und fanden den Sattelschlepper auf dem Parkplatz. Der Mann wurde zum Verhör mit auf die Zentrale genommen.

Vor kurzem kam es schliesslich zu einem rechtskräftigen Strafbefehl. Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland verurteilte den italienischen Chauffeur wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer Geldstrafe von 1350 Franken. Diese muss er allerdings nur bezahlen, wenn er in innert zwei Jahren erneut straffällig wird. Sofort zu begleichen ist hingegen eine Busse von 700 Franken.

Die Strafe mutet vergleichsweise gering an. Der Strafbefehl trägt den Vermerk «fahrlässige Gefährdung des Eisenbahnbetriebs» und in der Verfahrensakte kommen auch weitere Risiken der Aktion zur Sprache. Demnach hätte ein Zusammenstoss zwischen Sattelschlepper und Zug «mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Folge gehabt, dass auch weitere Verkehrsteilnehmer verletzt worden wären», insbesondere also die Insassen der auf beiden Seiten der Bahnschranken stehenden Autos. (Landbote)

Erstellt: 16.08.2017, 16:46 Uhr

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