Prozess

Carlos soll verwahrt werden

Carlos weigerte sich, zur Gerichtsverhandlung gegen ihn zu erscheinen. Die Staatsanwaltschaft fordert eine mehrjährige Freiheitsstrafe Jahren und die anschliessende Verwahrung.

Die Einsatztruppe Diamant der Kantonspolizei hätte Carlos in der Pöschwies abholen müssen. Der Beschuldigte empfing die Polizisten mit erhobenen Fäusten und lauter Musik.

Die Einsatztruppe Diamant der Kantonspolizei hätte Carlos in der Pöschwies abholen müssen. Der Beschuldigte empfing die Polizisten mit erhobenen Fäusten und lauter Musik. Bild: Thomas Egli

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Im Prozess gegen den als «Carlos» bekannt gewordenen Brian K. forderte der Staatsanwalt heute morgen die Verwahrung des Beschuldigten im Anschluss an eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren. 

Sondereinheit sollte ihn ans Gericht bringen

Brian K. weigerte sich, zur Verhandlung zu erscheinen. Ein im Vorfeld gestelltes Dispensationsgesuch wollte das zuständige Bezirksgericht Dielsdorf zuerst nicht bewilligen. «Wir haben deshalb die Einsatzgruppe Diamant der Zürcher Kantonspolizei damit beauftragt, den Beschuldigten in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies abzuholen und zur Verhandlung zu bringen», sagte der Vorsitzende Richter Marc Gmünder zu Beginn. Man habe mit der Sondereinheit jedoch auch vereinbart, keine Gewalt anzuwenden, falls Brian K. sich weigern sollte. Dies wäre unverhältnismässig. 

«Der Beschuldigte hat die Sondereinsatzkräfte heute Morgen in seiner Zelle mit lauter Musik und erhobenen Fäusten empfangen», so Gmünder weiter. Man habe ihn im Gespräch zwar beruhigen können, aber er weigerte sich standhaft, zur Verhandlung zu erscheinen. Deshalb habe man das immer noch hängige Dispensationsgesuch bewilligt. Die Verhandlung, die aus Platzgründen nicht in Dielsdorf, sondern in einem Saal des Bezirksgerichts Zürich durchgeführt wird, findet somit ohne den Beschuldigten statt.

Psychischer Zustand «dramatisch»

Gemäss dem Dispensationsgesuch hat die mittlerweile 14 Monate dauernde Isolationshaft Brian K. schwer zugesetzt. Sein psychischer Zustand habe sich mehr und mehr verschlechtert und sei mittlerweile dramatisch. Brian K. sei auch mehrfach vorübergehend in die Psychiatrische Klinik Rheinau verlegt worden. 

Der schwerwiegendste Vorfall, der verhandelt wird, ereignete sich Ende Juni 2017 in der Strafanstalt Pöschwies. In einem Gespräch wurde dem kräftigen Kampfsportler Brian K. angekündigt, dass er in die Sicherheitsabteilung zurück versetzt werde. Nachdem er zuerst verbal dagegen protestierte, schlug er einen der anwesenden Angestellten der Justizvollzugsanstalt mit der Faust.

Als dieser zu Boden ging, soll er weiter auf ihn eingeschlagen haben. Erst eine aus fünf Männern bestehende Interventionseinheit konnte den Angriff beenden. Der Angegriffene erlitt verschiedene Verletzungen und war mehrere Monate lang arbeitsunfähig.

In der 26-seitigen Anklageschrift sind 19 Vorfälle aufgelistet, bei denen «Carlos» Angestellte von Justizvollzugsanstalten oder Mithäftlinge angegriffen haben soll. Auch Sachbeschädigungen, Drohungen und Beschimpfungen werden ihm vorgeworfen.

Brian K. wuchs als Sohn eines Schweizer Vaters und einer Mutter mit kamerunischen Wurzeln unter schwierigen Bedingungen auf. Bereits im Alter von zehn Jahren wurde er ein erstes Mal verhaftet und in Handschellen abgeführt.

Erstellt: 30.10.2019, 10:10 Uhr

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