Landwirtschaft

Bauschutt soll am Zürichsee zu fruchtbarem Boden werden

Der Kanton will den Humus von Baustellen künftig nicht auf Deponien, sondern auf fruchtbares Ackerland verfrachten. Die Gemeinden und Städte in der Region machen dem Kanton aber teilweise einen Strich durch die Rechnung.

Die Baudirektion hat mögliche Sammelstellen der fruchtbaren Böden vorgeschlagen.

Die Baudirektion hat mögliche Sammelstellen der fruchtbaren Böden vorgeschlagen. Bild: Archiv Heinz Diener

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Der Kanton will den fruchtbaren Aushub von Baustellen nicht auf Deponien verderben lassen, sondern auf Sammelstellen einsetzen, um landwirtschaftliche Böden aufzuwerten. Dafür hat das Amt für Landwirtschaft und Natur (ALN) Anfang Jahr 15 geeignete Standorte im Kanton eruiert. Vier davon befinden sich in den Bezirken Horgen und Meilen: zwei auf dem Wädenswiler Berg, eines in Küsnacht und eines auf der Grenze zwischen Zumikon und Maur.

Nachdem die Baudirektion mit den Gemeinden und Direktbetroffenen Gespräche geführt hat, kann sie den Planungsregionen einige dieser Flächen zum Eintrag in die regionalen Richtpläne vorschlagen. Das Vorhaben traf allerdings nicht überall auf Begeisterung.

Auf dem Küsnachterberg könnte ein Areal im Rosacher in der Nähe des Weilers Limberg entstehen. Dem Projekt gegenüber ist die Gemeinde positiv eingestellt. «Die einzige Bedingung, die wir stellen, ist der Einbezug in die Verkehrsführung der Transportfahrzeuge», sagt Thomas Wälchli, Projektleiter Energie und Raumplanung der Gemeinde Küsnacht.

«Zurückhaltung festgestellt»

In Zumikon herrscht Skepsis. Die Gemeinde will das Projekt nicht unterstützen. «Das geplante Areal liegt in einem Naherholungsgebiet», sagt Gemeindeschreiber Thomas Kauflin. Die ständigen Lieferfahrten würden Spaziergänger aber auch die Anwohner massiv beeinträchtigen. Marco Pezzatti, Amtschef des ALN, bedauert diesen Entscheid. «Der Standort wäre sehr wichtig gewesen, da er eine grosse Fläche bietet». Der Kanton hat das Vorhaben aber noch nicht vollends abgeschrieben. Die angrenzende Gemeinde Maur, auf deren Gebiet die geplante Sammelstelle auch liegen würde, unterstützt das Projekt. Das ALN prüft nun, ob das Vorhaben zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden kann.

Während die Rückmeldungen für den Standort in der Wädenswiler Beichlen positiv waren, kann das Projekt in der etwas nördlicher gelegenen Chalchtaren wohl nicht durchgeführt werden. Der Stadtrat hat zwar beide Standorte befürwortet, die Grundeigentümer der Chalchtaren waren aber skeptisch. «Es konnte nicht glaubhaft vermittelt werden, dass die geplante Bodenverbesserung wirklich greift», sagt Pezzatti. Im Gespräch sei daher Zurückhaltung festgestellt worden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.09.2018, 11:23 Uhr

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