Zürich

Brandsatz stiftet Chaos im Grossraum Zürich

Im Grossraum Zürich ist es am Dienstagmorgen zu Zugausfällen und Verspätungen gekommen. Grund war ein absichtlich gelegtes Feuer in Gleisnähe.

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Ein Kabelbrand in Zürich-Nord hatte gestern verheerende Auswirkungen auf den Bahnverkehr im Grossraum Zürich. Tausende Pendler strandeten an Bahnhöfen und mussten teilweise grosse Umwege in Kauf nehmen, um doch noch an ihr Ziel zu gelangen. Es kam den ganzen Tag über zu Verspätungen und Zugausfällen

Wie die Stadtpolizei Zürich bereits gestern Morgen bekannt gab, wurde das Feuer absichtlich gelegt. Gegen 3 Uhr in der Nacht verschafften sich unbekannte Täter Zugang zu einem Kabelkanal, der sich in einem umzäunten Areal der SBB an der Schärenmoosstrasse in Oerlikon befindet, und legten dort ein Feuer. «Die hinterlassenen Spuren weisen klar auf Brandstiftung hin», sagt Stapo-Mediensprecherin Judith Hödl. Genaue Angaben zur Täterschaft kann die Polizei noch nicht machen. «Wir ermitteln derzeit in alle Richtungen.» Ob das Feuer direkt im Kabelschacht ausbrach oder in der Umgebung gelegt wurde, wollte die Stadtpolizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgeben.

Bahnverkehr war nicht mehr steuerbar

Die Feuerwehr konnte das Feuer löschen, bevor der morgendliche Pendlerverkehr einsetzte. Die Auswirkungen auf den Bahnverkehr waren dennoch immens. Denn die betroffenen Kabel nahmen eine zentrale Rolle im Informationsaustausch zwischen dem Stellwerk und verschiedenen Zugverkehrsanlagen ein. Die Beschädigung führte dazu, dass Befehle nicht mehr an Aussenanlagen wie etwa Signale weitergeleitet werden konnten. Die Steuerung des Zugverkehrs war im betroffenen Gebiet deshalb für mehrere Stunden nicht mehr möglich.

Gemäss SBB-Medienstelle fielen gewisse technische Anlagen aus. Auf den Bahnstrecken zwischen Oerlikon und Glattbrugg sowie zwischen Oerlikon und Flughafen Zürich kam es zu Zugausfällen und Verspätungen. Die SBB empfahl den Pendlern, bis zu 60 Minuten mehr Reisezeit einzuplanen.

Um vom Zürcher Hauptbahnhof zum Flughafen zu gelangen, mussten Reisende einen Umweg via Winterthur oder Effretikon in Kauf nehmen. Ab Winterthur setzte die SBB Shuttle-Züge ein. Alternativen boten auch die Stadtzürcher Tramlinien 10 und 12. Obwohl die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) den Fahrplan der Linie 10 mit sieben zusätzlichen Kursen verdichtete, waren die Trams teilweise komplett überfüllt. Der Sachschaden an den Kabeln, die neu gespleisst werden mussten, sowie die Kosten für die Ausfälle im Personenverkehr dürfte mehrere 100'000 Franken betragen.

Der Flugbetrieb war von der Störung nicht beeinträchtigt

Der Flugbetrieb sei durch die Störung nicht beeinträchtigt worden, sagte ein Sprecher des Flughafens Zürich der Nachrichtenagentur SDA. Die Leute hätten sich in den Terminals nicht gestaut. Auch die Flüge hätten sich wegen der Störung nicht verspätet. Gemäss Angaben des Flughafens hätten aber zwischen 120 und 130 Passagiere, die mit dem ÖV zum Flughafen fuhren, ihren Flug verpasst. Zudem hätten einige Angestellte ihren Dienst etwas später angetreten als geplant.

Gegen 13 Uhr war die Strecke zwischen Oerlikon und Glattbrugg wieder befahrbahr. Ganz anders die Strecke zwischen Oerlikon und Flughafen Zürich. Zum Ärger zahlreicher Pendler blieb diese bis um 21 Uhr gesperrt. (ori/sda)

Erstellt: 07.06.2016, 08:04 Uhr

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