Kloten

Aus den Flyers wird wieder der EHC Kloten

Der alte wird der neue Name und die Saisonkarten sind wieder für die Playoffs gültig. Kloten hat damit den ersten Schritt zurück zum Dorfclub gemacht.

Meisterfeier 1995. Da war die Welt beim EHC Kloten noch in Ordnung. Die Flyers wollen nun zurück zu diesem Dorfclub-Image. Dabei wird es künftig aber um den Kampf gegen den Abstieg gehen und nicht mehr um die Jagd nach Meistertitel.

Meisterfeier 1995. Da war die Welt beim EHC Kloten noch in Ordnung. Die Flyers wollen nun zurück zu diesem Dorfclub-Image. Dabei wird es künftig aber um den Kampf gegen den Abstieg gehen und nicht mehr um die Jagd nach Meistertitel.

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Die Geschäftsstelle der Kloten Flyers hat sich mit einer euphorischen Botschaft aus der wochenlangen Funkstille zurückgemeldet. «Vorwärts zu den Wurzeln und zu unserer wahren Identität» heisst es in der Medienmitteilung, die das Ende der Flyers einläutet, nicht aber des Clubs.

Der Name, der seit einiger Zeit nicht mehr mit grossem Ruhm bekleckert ist, soll weg. Es wird noch im April eine offizielle Rückbenennung in EHC Kloten geben. «Wir werden künftig auf den Anglizismus verzichten: Wir heissen ab nächster Saison wieder so, wie wir sind: einfach und bescheiden EHC Kloten», ist in der Medienmitteilung geschrieben. Für viele Fans und Traditionalisten wird damit wohl ein lange gehegter Wunsch wahr, denn noch oft wurde vom EHC gesprochen und nicht von den Flyers, dem Namen, der nach den ersten Turbulenzen im Jahr 2000 eingeführt wurde.

Altes Ticketmodell mit Saisonabos unter 1000 Franken

Auch die nächste Ankündigung zeigt, dass das Management alles daran setzt, um sich nach einer schwierigen Saison wieder mit den Fans zu versöhnen: Das neue Ticketmodell ist ab sofort Geschichte und die Playoffs sind ab sofort wieder im Saisonabo mit dabei. In der Medienmitteilung heisst es: «Im Wissen, dass insbesondere die unlängst definierte Ticketpolitik für grossen Missmut gesorgt hat, geben wir euch zurück, was nur recht ist.» Die Sitzplatz-Kategorie 2 werde zudem wieder weniger als 1000 Franken kosten.

Zukunft des Clubs ist noch ungewiss

Dieses Bekenntnis zu den Fans kommt noch bevor klar ist, wie es mit dem Club überhaupt weitergeht. Denn noch sind die Flyers in der Hand der kanadischen Avenir Sports Entertainment. Nachdem die Saison ein Minus von acht Millionen Franken eingebracht hat - ähnlich viel Geld musste der vorherige Besitzer Philippe Gaydoul in den drei Jahren zuvor investieren - haben die kandischen Investoren ihre Verkaufsabsichten kundgetan.

Einen Käufer präsentiert die Geschäftsstelle derzeit zwar noch nicht. Es habe aber Gespräche mit potenziellen neuen Eigentümern und Donatoren aus der Region gegeben, in denen erfreulich viel Goodwill und Rückhalt festgestellt wurde. Richtigerweise sei niemand mehr bereit, eine Spitzenteam-Strategie zu finanzieren, die nicht zu Kloten passt.

Nächste Saison wird wieder Verlust bringen

Dabei ist auf der Geschäftsstelle die Erkenntnis gefestigt worden, dass die möglichen Einnahmen nach oben limitiert sind. «Wir werden spürbare Senkungen der Personalkosten innerhalb der Mannschaft und der Administration durchsetzen», heisst es dazu, und: «Wir werden alles daran setzen, das Marktpotenzial auf der Erlösseite vollständig zu erschliessen.» Und dennoch werde man in der nächsten Saison aufgrund bestehender Verpflichtungen auf einen ausserordentlichen Zuschuss angewiesen sein.

Der Wandel zum Dorfclub EHC Kloten mit ausgeglichenerem Budget ist also nicht ruckzuck zu vollziehen, weil die Kosten aufgrund laufender Verträge nicht so schnell reduziert werden können. Von den neuen Besitzern wird also Geduld und zumindest für den Anfang auch ein gehöriger Zustupf erwartet. Gleichzeitig soll dies mit einer regionalen Lösung geschehen: «Kloten muss als Eigentum der Region breit abgestützt sein, und diese Region muss NLA-Eishockey in Kloten wollen und dies mittels Solidarität und namentlich finanzieller Unterstützung belegen.»

Talente fördern und in die 1. Mannschaft einbauen

Wird ein Käufer gefunden und der EHC Kloten somit erneut gerettet, erwartet die Fans in den nächsten Saisons neben der Rückkehr zum alten Namen und altem Ticketmodell auch die Rückkehr zur Talentschmiede. In Kooperation mit regional verbundenen Eishockeyclubs will man Talente fördern und in die erste Mannschaft einbauen.

Und, ganz wesentlich: "Kloten kann sich Spitzeneishockey nicht leisten, doch der EHC kann zu vernünftigen Kosten die NLA-Zugehörigkeit Jahr für Jahr verteidigen", heisst es in der Medienmitteilung. Sprich: Statt der Jagd nach dem Meistertitel ist in Zukunft vermehrt Strichkampf und Bangen im Playout angesagt.

Bekenntnis der Fans zum neuen Weg gefordert

Die Geschäftsstelle fordert die Fans auf, sich zu diesem neuen Weg zu bekennen - auf sozialen Medien wie Twitter oder Facebook, per Mail, Post oder auf jede andere erdenkliche Art. «Lasst uns gemeinsam den Weg gehen», heisst es zuletzt. Der Weg wird zu Beginn steinig und vielleicht unattraktiv sein. Mit dem Ziel, mit den vielen Talenten, welche die Region immer wieder her gibt, dereinst doch als kleiner Dorfverein dem einen oder anderen Milliardärenclub ein Bein zu stellen und vielleicht die Sensation zu schaffen, welche den Flyers in ihrem 15-jährigen Bestehen stets verwehrt blieb. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 04.04.2016, 18:43 Uhr

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