Anschlag

Attentäter brach in Winterthurer Hotel ein

Der mutmassliche Attentäter von Strassburg, Chérif C., brach vor sechs Jahren im Winterthurer Hotel Ibis ein und floh auf der A4 in Richtung Norden.

Das Hotel Ibis in Winterthur: Hier brach der Attentäter von Strassburg im August ein.

Das Hotel Ibis in Winterthur: Hier brach der Attentäter von Strassburg im August ein. Bild: Till Hirsekorn

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In der Nacht der Bundesfeier am 1. August etwa um 23:30 betraten zwei Einbrecher die Rezeption des Hotels Ibis an der Brühlbergstrasse. Im Empfangstresen fanden sie Bargeld in Schweizer Franken und anderen Währungen im Gesamtwert von 2000 Franken. Sie entwendeten das Geld und flohen damit.Einer der Einbrecher war Cherif C., derselbe Mann, der am Dienstag Abend am Strassburger Weihnachtsmarkt drei Menschen erschossen und fünf schwer verletzte hat. Sein Komplize im Hotel Ibis ist bis heute unbekannt geblieben.

Flucht in Dachsen gestoppt

Am 1. August waren die Täter tagsüber von Frankreich kommend an einem unbekannten Grenzübergang in die Schweiz eingereist. Nach dem Einbruch im Ibis Hotel floh C. mit mehreren Kollegen auf der A4 in Richtung Norden. Sie wollten vermutlich die Schweiz so schnell wie möglich wieder verlassen. Um zehn vor Eins nachts wurde der Wagen in der Unterführung der Autostrasse bei Dachsen von der Polizei angehalten. C. wies sich mit einem Personalausweis aus, der nicht auf ihn ausgestellt war. Aus diesem Grund nahm die Polizei C. fest und überstellte ihn später nach Basel ins Untersuchungsgefängnis. In der Rheinstadt hatte er mehrere Einbrüche verübt.

Bereits im Juli 2012 hatten C. und ein Komplize eine Einbruchstour durch die Ostschweiz unternommen, damals der Bahnlinie Winterthur -St. Gallen entlang. Die beiden verübten in Uzwil und Gossau in der Nähe des Bahnhofs Einbrüches.

Schnelles Geständnis

Der Anwalt, der C. im Oktober 2012 vor dem Basler Bezirksgereicht verteidigte, kann sich nicht mehr an C. persönlich erinnern. Heute stellt er aber fest: «Auffällig ist die hohe Anzahl von Straftaten. Andere Einbrecher, die vor Gericht stehen, haben im Durchschnitt nur halb so viele Taten begangen.» Er rate einem Täter immer, sagt der Basler Anwalt, ein vollständiges Geständnis abzulegen und mit den Strafbehörden zu kooperieren. Das beschleunige die Untersuchung und mindere das Strafmass. C. ist dieser Empfehlung gefolgt. Er wurde zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. (Landbote)

Erstellt: 13.12.2018, 14:03 Uhr

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