Wetter

Am Donnerstag kommt der erste Wintersturm

Zum ersten Mal diesen Herbst wird es am Donnerstag stürmisch. Die Kaltfront des Tiefs «Sebastian» bringt vor allem um die Mittagszeit Sturmböen bis ins Flachland.

So dürfte es am Donnerstagmittag am Zürichsee aussehen: Der erste Wintersturm der Saison kommt.

So dürfte es am Donnerstagmittag am Zürichsee aussehen: Der erste Wintersturm der Saison kommt. Bild: Archiv Manuela Matt

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Der Sommer ist kaum vorbei – und schon bahnt sich der erste Herbststurm der Saison an. Heute Mittwoch zieht ein kräftiges Sturmtief mit Namen «Sebastian» von den Britischen Inseln her Richtung Dänemark. Auf dem Weg zum Kontinent verstärkt sich dieses Tief derart, dass es im Verlauf des Tages an den Küsten Norddeutschlands Orkanböen von über 120 km/h bringen wird.

Das erwarten die Meteorologen in Deutschland vom Sturmtief «Sebastian».

Weiter südlich – in der Schweiz – dürfte der Mittwoch zumindest im Flachland ruhiger ablaufen. «Der Wind zieht heute vor allem in den höheren Lagen merklich an», sagt Roger Perret, Meteorologe von Meteonews auf Anfrage. Dabei bleibt es mit bis zu 20 Grad sehr mild. Hin und wieder fällt dazu etwas Regen.

Zuerst der zahme Warmsektor...

Diese «Ruhe» ist aber trügerisch – und auch typisch für den Aufzug eines kräftigen europäischen Sturmtiefs. Weil «Sebastian» in seinem Vorfeld warme Luft aus Südwesten anzapft, bildet sich ein sogenannter «Warmsektor». Darin ist die Atmosphäre stabil geschichtet. Die kräftigen Winde in den höheren Lagen können deshalb (noch) nicht 1:1 bis ins Flachland heruntergemischt werden.

Am Mittwoch kommt die Alpennordseite zusehends in den Bereich dieses Warmsektors. Das bedeutet: In höheren Lagen (Uetliberg, Lägern, Hörnli) sind bereits Sturmböen möglich. Im Flachland dürfte der Wind hingegen kaum Sturmstärke erreichen.

...dann die wilde Kaltfront

Am Donnerstag ändert sich das dann markant. Die Kaltfront von «Sebastian» stösst zum Alpenraum vor. Zusätzlich kommt es im Bereich der Kaltfront zur Entwicklung eines Randtiefs. Der Gradient (Druckunterschied) verstärkt sich. Die relativ milde Luft des Warmsektors wird durch kühlere Luft vom Nordatlanik verdrängt.

Dieser Wechsel geht alles andere als friedlich vonstatten. Die heranrauschende Kaltluft bewirkt, dass sich das Sturmfeld von «Sebastian» allmählich auch im Flachland bemerkbar macht. Die Meteorologen bezeichnen diesen Effekt als «vertikalen Impulstransport». Das bedeutet im Wesentlichen, dass die kräftigen Höhenwinde in der labilen Kaltluft bis zum Boden heruntergemischt werden können. Oders anders gesagt: Es scheppert nicht mehr nur in den Bergen, sondern auch am Zürichsee, in Winterthur oder Bülach.

«Etwa um die Mittagszeit erwarten wir am Donnerstag verbreitet Böen von 60 bis 90 km/h», sagt Meteorologe Perret. In erhöhten Lagen (oberhalb 700 bis 800 Meter) wie auch in besonders exponierten Lagen des Flachlandes muss mit schweren Sturmböen über 100 km/h gerechnet werden. Hinzu kommen teils kräftige Regenschauer, örtlich sind sogar Blitz und Donner möglich.

Sturm kommt (zu) früh

Aussergewöhnlich sind diese Windgeschwindigkeiten indes nicht. «So etwas kommt mehrmals pro Winterhalbjahr vor», betont Roger Perret. Es handle sich um einen für unsere Breiten «ganz normalen» Sturm. Speziell an «Sebastian» ist höchstens der frühe Zeitpunkt seines Auftretens. Normalerweise treten solche Stürme nicht schon im September, sondern erst ab Oktober oder November auf, erklärt der Meteorologe.

Hinter der Kaltfront vom Donnerstag wird es dann regnerischer und kühler. Der Wind lässt im Verlauf des Donnerstagabends langsam nach. (zsz.ch)

Erstellt: 13.09.2017, 13:33 Uhr

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