Abschied von Seelöwen: Knie setzt neu auf Hundeshows

Im Oktober finden in Knies Kinderzoo die letzten Shows mit «Che» und Co. statt. Die Seelöwen reisen danach in südliche Gefilde. Im Otarium-Neubau werden künftig Hunde und Pferde das Publikum unterhalten.

Der geplante Neubau im Herzen von Knies Kinderzoo: In der Manege sind unter anderem Hundeshows der Tierdresseurin Rosi Hochegger geplant.

Der geplante Neubau im Herzen von Knies Kinderzoo: In der Manege sind unter anderem Hundeshows der Tierdresseurin Rosi Hochegger geplant. Bild: Visualisierung/PD

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Der Tag, an dem sie ihre letzten Pirouetten am Beckenrand drehen, ist gesetzt: Am 31. Oktober dieses Jahres werden die drei Seelöwen Che, Lupe und Pauline im Kinderzoo Rapperswil zum letzten Mal ihre Kunststücke für die Besucher aufführen. Auf kurz nach vier Uhr nachmittags ist die finale Show angesetzt, danach ist Schluss – Schluss mit den Seelöwen, oder genauer gesagt: den Mähnenrobben, wie sie korrekterweise heissen. Knies Kinderzoo stellt die Haltung der Meeressäuger zum Ende der Saison 2019 ein. Dies teilte Franco Knie sen., Gesamtverantwortlicher von Knies Kinderzoo, am Donnerstag an einer Medieninfo mit.

Damit bestätigen die Verantwortlichen, was schon vor Wochen durchgesickert war. Warum sich der Kinderzoo nach mehr als zwei Jahrzehnten von den Seelöwen trennt, hat laut Franco Knie im wesentlichen zwei Gründe. Zum einen sei die 1970 erbaute Seelöwenanlage stark veraltet. «Um weiterhin mit den Tieren zu arbeiten, müssten wir das Gebäude abreissen und komplett neu bauen», führt Knie aus. Ein Neubau, der allen Vorschriften entspräche, würde laut Knie von der Grösse her fast das ganze Kinderzoo-Areal einnehmen. Auch müssten die Wasserzuleitungen zum Becken erneuert werden. Dies hätte laut Knie «immense Kosten zur Folge». Der zweite Grund, weshalb sich der Kinderzoo bald von den Seelöwen verabschieden wird, hat mit der Besitzerfamilie der Tiere zu tun. René Duss, der Eigentümer der Mähnenrobben, werde Ende Jahr seine Tierhaltung in Spanien aufgeben. Dies, weil er keine Nachfolger finden konnte. In Spanien hatten die Robben aus Knies Kinderzoo jeweils überwintert.

Knie weist Tierschutzkritik zurück

Wie Knie betont, habe der Entscheid nichts mit Kritik von Tierschützern zu tun. «Unsere Seelöwenhaltung war nie ein Tierschutz-Fall». Der Kinderzoo habe die Tierschutzverordnung stets eingehalten. «Das Wohl der Tiere liegt uns sehr am Herzen», sagt Knie mit Nachdruck.

Was mit den drei Seelöwen nun passiert, ist schnell erklärt: Sie werden in südliche Gefilde reisen, schildert Knie. Aktuell würde für die drei Tiere ein passendes Plätzchen gesucht.

Ersetzen wird die Seelöwenanlage künftig ein «orientalisch angehauchter Neubau», den Franco Knie am donnerstag den Medien präsentierte. Das Gebäude mit einem 26 Meter hohen Turm soll multifunktional genutzt werden: tagsüber etwa für Tiershows und Kindertheater, abends für diverse Events wie Zirkusshows, Galadiners oder sogar Konzerte. Fest steht derzeit vor allem, wer nachmittags die Manege im Neubau betreten wird. Franco Knie verkündete am Donnerstag den neuen Show-act: «Rosi Hochegger und ihre Hunde». Die Tierdresseurin werde in erster Linie mit Hunden, aber auch mit Pferden auftreten. Bis der Neubau steht, werden ihre Shows in der Reithalle vis-à-vis vom Kinderzoo stattfinden.

Fassade soll nicht reflektieren

Das neue Otarium soll im Vergleich zum alten Gebäude «weniger klotzig, dafür schlank» daherkommen, sagt Knie. 500 bis 600 Personen sollen darin Platz finden. In der Manege gibt es eine Hebebühne und eine ausziehbare Tribüne. Der Bau soll im November starten – unmittelbar nachdem der Kinderzoo seine Tore für die Winterpause schliessen wird. Verkleidet wird der Neubau mit einer matten Fassade.

Den Reflexionsgrad habe man nach einem Austausch mit der Vogelwarte Sempach heruntergebrochen, sagt Architekt Stefano Ghisleni. Somit sollte reflektierende Sonneneinstrahlung für Vögel keine Gefahr darstellen. Die Eröffnung des Neubaus ist im Frühsommer 2020 vorgesehen.

Saisonstart Knies Kinderzoo: Samstag, 9. März, 9 Uhr.

Erstellt: 08.03.2019, 08:25 Uhr

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