Wetter

Wärme allein reicht nicht für Hochwasser

In den kommenden Tagen steigen die Temperaturen auf frühlingshafte Werte. Eine starke Schneeschmelze in den Bergen und damit Hochwasser im Flachland ist aber nicht zu befürchten – dafür fehlt eine wichtige «Zutat».

In den Berglagen und sogar in mittleren Höhenlagen (wie hier auf dem Hirzel), liegt derzeit viel Schnee.

In den Berglagen und sogar in mittleren Höhenlagen (wie hier auf dem Hirzel), liegt derzeit viel Schnee.

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In den Alpen und Voralpen, ja selbst auf den Hügeln des Zürcher Oberlands und der Zimmerbergregion liegt derzeit überdurchschnittlich viel Schnee. Kein Wunder: Von Januar bis Anfang Februar war das Wetter fast durchwegs unbeständig, stürmisch und nass.

In den kommenden Tagen wird sich das nun ändern: Ein kräftiges Hochdruckgebiet baut sich über Mitteleuropa auf. Es sorgt erstmals seit langem für eine stabile Phase mit sonnigem Winterwetter. Die Temperaturen steigen auf frühlingshafte Werte: Am kommenden Wochenende sind Tages-Höchstwerte um 10 Grad zu erwarten. Das gilt nicht nur fürs Flachland, sondern auch für die Skiorte in den Bergen.

Das an sich sind gute Nachrichten für all jene, die nun ihre Skiferien antreten. Die Behörden im Kanton St. Gallen weisen allerdings auch darauf hin, dass mit den steigenden Temperaturen die Hochwassergefahr im Auge behalten werden muss. «In Verbindung mit langanhaltenden hohen Temperaturen und Regenfällen können die Schneemengen zu Hochwasser und Überschwemmungen führen», teilt das St. Galler Amt für Wasser und Energie mit.

Muss man sich also darauf einstellen, dass die Pegelstände von Gewässern wie Zürichsee, Sihl, Töss oder Rhein bald für Probleme sorgen?

Meteorologe: Keine Gefahr

Eine akute Hochwassergefahr bestehe nicht, beruhigt Andreas Stutz, Meteorologe von Meteoschweiz auf Anfrage. Der Hinweis der St. Galler Behörden sei eher als präventive Warnung für den Frühling zu verstehen. In den Ostschweizer Bergen liegt nämlich im schweizweiten Vergleich besonders viel Schnee.

«Problematisch wird es erst, wenn während langer Zeit viel Regen fällt und die Schneefallgrenze gleichzeitig sehr hoch ist»Andreas Stutz, Meteorologe

Die sich nun einstellenden milden Temperaturen in der Höhe können diesen Schneemassen aber nicht viel anhaben. Bei trockener Wärme und gleichzeitig frostigen Nächten hält sich der Substanzverlust der Schneedecke nämlich in Grenzen. «Problematisch wird es erst, wenn während langer Zeit viel Regen fällt und die Schneefallgrenze gleichzeitig sehr hoch ist», sagt Andreas Stutz. «Hoch» bedeutet dabei nicht 1000 oder 1500 Meter, sondern über 2000 Meter.

In diesem Fall könnten die Schneemengen in den Bergen tatsächlich zum Problem werden. Ein gewisses Gefahrenpotenzial sei mit Blick auf die Frühlingsmonate also vorhanden, betont Stutz – mehr aber auch nicht. Zur Erinnerung: Bereits im letzten Winter lag in den Alpen viel Schnee. Eine problematische Hochwassersituation stellte sich dann aber im Frühling nicht ein, weil die dafür notwendige Wetterlage schlichtweg ausblieb.

Eine solche Wetterlage sei in den Modellen auch derzeit nicht in Aussicht, sagt der Meteorologe.

Erstellt: 13.02.2019, 13:08 Uhr

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