Urteil

Skateranlage am Letten darf bleiben

Das Gericht folgte den Argumenten des Skatepark-Gegners nicht. Es schreibt aber eine Mittagsruhe vor. 

Ein Anwohner wollte die Skateranlage unter der Kornhausbrücke schliessen lassen. Vor Gericht ist er unterlegen.

Ein Anwohner wollte die Skateranlage unter der Kornhausbrücke schliessen lassen. Vor Gericht ist er unterlegen. Bild: Doris Fanconi

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Ginge es nach einem Anwohner, der in unmittelbarer Nähe der Skateranlage am Letten ein Stockwerkeigentum besitzt, würde die Baubewilligung für die Anlage aufgehoben. Vor dem Baurekursgericht ist der Mann jetzt aber weitgehend unterlegen, wie aus dem eben publizierten Entscheid hervorgeht.

Immerhin hält das Gericht fest, der Anwohner sei zu einem Rekurs legitimiert. Ein Augenschein im letzten Sommer hat ergeben, dass die Geräusche des Skate-Betriebs vom Balkon des Rekurrenten aus «in geringer Lautstärke wahrnehmbar sind».

Der Mann beruft sich auf eine Deutsche Regelung, welche einen Mindestabstand von 130 Metern zu einer Skate-Anlage vorsieht. Solche Regeln werden hierzulande lediglich im Sinne einer Vollzugshilfe angewendet. Es sei eine Einzelfallbeurteilung nach schweizerischem Lärmschutzrecht vorzunehmen.

Weniger laut als Verkehr

Die Behauptung des Anwohners, der Lärm einer Skateranlage störe in einer Wohnzone mehr als andere Lärmarten, trifft laut Gerichtsentscheid nicht zu. Laut einem Lärmgutachten würden die so genannten Planungswerte eingehalten.Die bestehende Anlage, für die eine Baubewilligung fehlte, wird durch eine neue Anlage ersetzt. Das Gericht geht davon aus,dass «von der projektierten Skateranlage keine unzumutbaren Belastungen ausgehen werden».

Die Geräusche der Skateranlage seien deutlich weniger laut vernehmbar als der Lärm der Motorfahrzeuge auf der Wasserwerkstrasse und der Kornhausbrücke. Das habe der Augenschein ergeben. Die Liegenschaft mit der Wohnung des Rekurrenten befindet sich «inmitten der Stadt Zürich», wie das Gericht schreibt. Sie liege nicht in einem ruhigen Wohngebiet, wie der Anwohner behauptet.

Eine gewisse Lärmbelastung – sei dies nun wegen Freitzeitaktivitäten oder des Verkehrs, sei daher zu akzeptieren. Die Anlage befindet sich für das Gericht unter raumplanerischen Aspekten am richtigen Ort – in Nachbarschaft zu den bestehenden Beach-Volleyballfeldern, der Liegewiese und dem Flussbad am Oberen Letten sowie zur Promenade entlang der Limmat. 

Neue Szene verhindern

Die Einrichtungen seien nach der Räumung der Drogenszene auf dem Letten-Areal gezielt an dieser Stelle realisiert worden. Man wollte das Quartier aufwerten und eine erneute Ansiedlung der Szene verhindern. Es bestehe also ein «erhebliches Interesse» an einer publikumsintensiven Freizeitnutzung.

Das Gericht beurteilt die projektierte Skateranlage «als rechtskonform». Bloss in einem Punkt kommt es dem Anwohner entgegen. Es passt die Nutzungszeiten – heute ist die Anlage täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet – leicht an.

Von April bis Oktober darf sie von 8 bis 21 Uhr genutzt werden (an Sonn- und Feiertagen erst ab 9 Uhr). Unter der Woche gilt eine Mittagsruhe zwischen 12 und 13 Uhr – am Samstag läuft der Betrieb durchgehend, an Sonn- und Feiertagen dauert die Mittagspause von 12 bis 14 Uhr. Von November bis März ist um 20 Uhr Schluss. (pag)

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 13.02.2019, 18:08 Uhr

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