Weihnachtsmärkte

Polizei setzt auf offene Augen

In Zürich überprüfen die Polizei und die Veranstalter die Sicherheitsvorkehrungen für die Weihnachtsmärkte nach dem Strassburger Attentat. Im Hauptbahnhof wurde das Dispositiv verstärkt.

Die Zürcher Weihnachtsmärkte waren am Mittwoch trotz des Attentats am Vorabend in Strassburg gut besucht.

Die Zürcher Weihnachtsmärkte waren am Mittwoch trotz des Attentats am Vorabend in Strassburg gut besucht. Bild: Matthias Scharrer

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Auf den Zürcher Weihnachtsmärkten herrschte am Mittwoch lebhaftes Treiben. Von Terrorangst war am Tag nach dem Anschlag auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt nichts zu spüren. Kinder fuhren auf dem Eisfeld beim Wienachtsdorf auf dem Sechseläutenplatz Schlittschuh, während an den Tischen und Ständen Hunderte Marktbesucher die Mittagssonne genossen. Auch auf dem Christkindlimarkt in der Hauptbahnhofshalle schienen die Geschäfte ihren gewohnten Gang zu nehmen.

Doch hinter den Kulissen hatte der Vorfall von Strassburg, wo ein 29-jähriger Franzose am Dienstagabend um sich geschossen und dabei drei Menschen getötet hatte, auch in Zürich Folgen. «Das Sicherheitsdispositiv wurde als Reaktion auf das Ereignis in Strassburg verstärkt», teilte ein Christkindlimarkt-Sprecher auf Anfrage mit. «Die Lage wird laufend beobachtet, und die verantwortlichen Stellen stehen in engem Austausch mit Bund und Kanton.» Zuständig für die Sicherheit im Hauptbahnhof seien die SBB-Transportpolizei und die Kantonspolizei. Über die Art der verstärkten Sicherheitsvorkehrungen gebe man keine Auskunft, so der Christkindlimarkt-Sprecher.

Lage beurteilt

Für Fragen zur Sicherheit beim Wienachtsdorf auf dem Sechseläutenplatz verwies dessen Veranstalterin Katja Weber an die Stadtpolizei. «Wir haben am Morgen nach den tragischen Vorfällen von Strassburg eine Lagebeurteilung vorgenommen», sagte Stadtpolizeisprecher Marco Cortesi auf Anfrage. Nähere Angaben zu allfälligen Änderungen an den Sicherheitsmassnahmen machte auch er nicht.

Das Polizeiaufgebot an den Zürcher Weihnachtsmärkten sei von Anfang an gross gewesen. «Wir setzen auf Polizeikräfte vor Ort. Auch die Marktbesucher sollen die Augen offen halten», so Cortesi. Wer verdächtiges Verhalten beobachte, möge die Polizei kontaktieren.

Dieb erwischt

Am Dienstagabend zahlte sich die starke Polizeipräsenz auf dem Weihnachtsmarkt beim Bellevue gemäss einer Medienmitteilung der Stadtpolizei Zürich aus: Eine uniformierte Polizeipatrouille beobachtete einen Mann, der sich auffällig verhielt und ins Davoser Chalet des Wienachtsdorfs ging. Kurz danach verliess er das Chalet hastigen Schrittes wieder, jetzt aber mit einer Umhänge­tasche, wie die Polizei schreibt. Eine Kontrolle ergab, dass er die Tasche einem Chaletbesucher gestohlen hatte. Der mutmassliche Dieb, ein 35-jähriger Algerier, wurde festgenommen.

Die Sicherheit auf Weihnachtsmärkten war schon nach dem Berliner Anschlag vor zwei Jahren zum Thema geworden. Damals fuhr ein Attentäter mit einem Lastwagen in einen Weihnachtsmarkt und tötete elf Marktbesucher. Nun prüft die Stadtpolizei Zürich den Kauf eines mobilen Fahrzeugrückhaltesystems, wie die «Sonntags-Zeitung» schrieb. Die entsprechende Ausschreibung fand diesen Sommer statt. Ab nächstem Sommer könnte es laut Cortesi zum Einsatz kommen, etwa auch bei Grossanlässen wie dem Züri-Fäscht oder der Street Parade. Gegen einen Attentäter wie den Strassburger Schützen würde es aber nichts nützen. Daher seien offene Augen mindestens ebenso wichtig. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 13.12.2018, 08:37 Uhr

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