Eishockey-Stadion

Nach dem Rauswurf droht nun eine happige Rechnung

Unmut unter den Schrebergärtnern in Zürich-Altstetten. Bis im Herbst müssen sie dem ZSC-Stadion weichen – und wohl selber für die teure Räumung aufkommen.

Teils haben die Pächterinnen und Pächter auf dem Vulkan-Areal in Zürich-Altstetten viel Herzblut in ihre Gärten gesteckt. Bis im Herbst müssen sie sie räumen.

Teils haben die Pächterinnen und Pächter auf dem Vulkan-Areal in Zürich-Altstetten viel Herzblut in ihre Gärten gesteckt. Bis im Herbst müssen sie sie räumen. Bild: Heinz Zürcher

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Die Pächter haben Geld, Arbeit und teils auch Herzblut in ihre Gärten und Häuschen gesteckt. Seit September 2016 wissen sie, dass auf dem Vulkan-Areal in Zürich-Altstetten kein Platz mehr für ihr kleines Reich ist: Seit eine Mehrheit der Stadtzürcher für das neue ZSC-Stadion mit dem Projektnamen «Theatre of Dreams» gestimmt hat. 121 Familiengärtnerinnen und -gärtner sind betroffen. Bis Ende Oktober müssen sie ihre Parzellen geräumt haben. Häuschen abbauen, Steinplatten entfernen, Pflanzen entwurzeln und das Material fachgerecht entsorgen – das kostet nicht nur Nerven, sondern auch Geld.

Einige Pächter hätten sich besorgt bei seiner Partei gemeldet, sagt SP-Gemeinderat Pascal Lamprecht. «Sie müssen voraussichtlich mehrere tausend Franken für die Räumung bezahlen.» Er kenne die Preise aus eigener Erfahrung. Und viele könnten sich das nicht leisten. Der Familiengartenverein Altestetten-Albisrieden (FGVAA) sei nicht in der Lage, die Kosten für seine Mitglieder zu stemmen.

Lamprecht fordert, dass die Stadt einspringt. «Schliesslich hat sie stets mündlich beteuert, dass für die Familiengärtner keine Kosten entstehen sollen.» Per dringlicher Anfrage verlangt Lamprecht nun eine schriftliche Zusage vom zuständigen Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP).

Profis sollen das Areal räumen

Der Stadtzürcher Tiefbauvorsteher äussert sich derzeit nicht zum Fall. Dafür will er heute Abend die Mitglieder des FGVAA an dessen Generalversammlung über das weitere Vorgehen informieren. Das bestätigt FGVAA-Präsident Adolf Gloor.

So düster, wie Lamprecht die Lage für die Familiengärtner schildert, ist sie laut Gloor aber nicht. Das Einvernehmen mit den Verantwortlichen der Stadt und der ZSC-Lions sei gut. Alle seien an einer gemeinsamen Lösung interessiert und tauschten sich regelmässig aus.

Gestern hätten sich die Parteien darauf geeinigt, die Parzellen von einer Firma räumen zu lassen. Das setze allerdings voraus, dass das Areal auf schädliche Stoffe wie zum Beispiel Asbest untersucht werde. Die Offerten für Analyse und Räumung erwartet Gloor bis spätestens April. «Dann wissen wir, was alles kostet und können mit Stadt und ZSC aushandeln, welcher Betrag für die Pächter übrig bleibt.»

4500 Franken pro Parzelle

Die Gesamtkosten sind laut Gloor schwierig abzuschätzen. Genauer beziffern liesse sich der Aufwand für jene Gärtner, die ihre Parzelle jetzt auf eigene Rechnung räumen wollen. Gloor rechnet mit rund 4500 Franken pro Pacht.

Dass manche Gärtner damit drohten, ihre Häuschen und Geräteschuppen einfach stehen zu lassen, beunruhigt Gloor nicht. Im Pachtvertrag sei klar geregelt, dass bei einer Auflösung jeder sein Eigentum mitzunehmen und die Überreste fachgerecht zu entsorgen habe.

Mit dem Bau des Eishockeystadions, der Trainingshalle, den Restaurants und Büros soll im Frühling 2019 begonnen werden. Die Eröffnung ist 2022 geplant.

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 01.02.2018, 18:11 Uhr

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