Russikon

Eine steuerbefreite Erbschaft

Die Gemeinde Russikon kann die gesamte Erbschaft von 4,5 Millionen Franken behalten. Sie muss heute keine Erbschaftssteuer zahlen. Kommt die Initiative durch, sieht es anders aus.

Erbt Russikon nach 2017 erneut und ändert das Gesetz mit der Annahme der entsprechenden Initiative, muss die Gemeinde eine Erbschaftssteuer bezahlen.

Erbt Russikon nach 2017 erneut und ändert das Gesetz mit der Annahme der entsprechenden Initiative, muss die Gemeinde eine Erbschaftssteuer bezahlen. Bild: Heinz Diener

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Russikon dürfte im Raum Zürich mittlerweile jedem Zeitungsleser bekannt sein. Die Meldung, dass die Gemeinde unerwartet zu einer Erbschaft von vier Millionen Franken und einer Viereinhalb-Zimmer-Eigentumswohnung im Wert von einer halben Million Franken gekommen ist, kursierte in allen gedruckten wie auch digitalen Medien. Eine Frage aber ist offen geblieben: Muss die Gemeinde eine Erbschaftssteuer zahlen? Nein, denn Gemeinden sind wie Bund und Kantone gemäss dem kantonalen Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz von der Erbschaftssteuer befreit. Ebenfalls befreit sind Ehepartner und direkte Nachkommen.

Nach 2017 steuerpflichtig

Anders sieht es aus, wenn die Volksinitiative «Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV (Erbschaftssteuerreform)», über die das Volk am 14. Juni abstimmt, angenommen wird. «Wenn wir das Geld nach 2017 bekommen hätten, dann müssten wir eine Steuer zahlen», sagt Gemeindeschreiber Marc Syfrig.

Die Eidgenössische Steuerverwaltung bestätigt dies. Gemeinden sind im Initiativtext unter den von der Steuerpflicht befreiten Personen oder Körperschaften nicht explizit erwähnt. «Somit müssten sie also zahlen», sagt Mediensprecher Patrick Teuscher. Im Falle von Russikon würde sich der Betrag auf rund eine halbe Million Franken belaufen, wovon ein Drittel wieder zurück an den Kanton Zürich flösse.

Trotz des vielen Geldes nicht «klotzen»

Weshalb der 72-jährige Deutsche Klaus-Peter Eggert sein ganzes Vermögen Russikon vermachte, wird sein Geheimnis bleiben. In seinem Testament vermerkte er lediglich: «Hiermit vermache ich mein ganzes Vermögen meiner Wohngemeinde.» Der Tatsache, dass Eggert überhaupt ein Testament verfasste, verdankt es die Gemeinde, dass ihr das Vermögen zufiel, wie der Gemeindeschreiber erklärt. Denn Cousins und Cousinen von Eggert sind noch am Leben.

Kurz vor seinem Tod am 9. Februar sei Eggert zur Einwohnerkontrolle gekommen und habe etwas Belangloses gefragt, erinnert sich Syfrig. Nun fragten sich die Gemeindeangestellten, «ob er testen wollte, ob wir seiner Erbschaft würdig sind», sagt Syfrig scherzend. Sicher sei, dass sie nun trotz des vielen Geldes nicht «klotzen» würden. Als erstes ziehen sie die Planung einer neuen Turnhalle vor.

Erstellt: 27.05.2015, 17:41 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.