Urteil

Doch noch Landesverweis für einen rumänischen Zuhälter

Obergericht korrigiert Vorinstanz. 42-Jähriger verurteilt wegen Förderung der Prostitution.

Der Rumäne hatte mitgeholfen, eine junge Frau zur Prostitution zu zwingen.

Der Rumäne hatte mitgeholfen, eine junge Frau zur Prostitution zu zwingen. Bild: Keystone

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Ein 42-jähriger Rumäne hat tatkräftig mitgeholfen, eine junge Frau zur Prostitution zu zwingen. Das Zürcher Obergericht hat ihn deshalb zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Er erhält zudem einen Landesverweis von fünf Jahren - trotz Freizügigkeitsabkommen mit Rumänien.

Mit Komplizin am Werk

Selber gewalttätig geworden ist der Rumäne offenbar nie. Er war vielmehr der Mann im Hintergrund, der mit seinen Anweisungen das Geschäft am Laufen hielt. Zusammen mit seiner 30-jährigen Freundin, auch sie eine Rumänin, soll er eine 19-jährige Landsfrau ausgebeutet haben. Gemeinsam nahmen sie der jungen Frau die gesamten Einnahmen ab, setzten sie unter Druck und schrieben ihr vor, wie sie ihre Dienste anzubieten habe. Bis zu 15 Freier musste die junge Rumänin pro Tag jeweils bedienen, angeworben wurden die Männer auf der Strasse.

Auf seine Anweisung hin soll die Komplizin die junge Frau auch bedroht und geschlagen haben, im Schnitt jeden dritten Tag.

Bedingte Freiheitsstrafe

Das Bezirksgericht war im Mai 2018 noch zum Schluss gekommen, dass sich der 42-Jährige als «Mann im Hintergrund» nicht selber der Förderung zur Prostitution schuldig gemacht habe.

Das Obergericht war nun anderer Meinung und verurteilte ihn, wie aus dem kürzlich publizierten Urteil hervorgeht. Es bestraft ihn mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten und einer Geldstrafe. Zudem wird der Rumäne für fünf Jahre des Landes verwiesen.

Obwohl die Schweiz ein Freizügigkeitsabkommen mit Rumänien hat, kommt dieses hier nicht zur Anwendung - und schützt den Mann somit auch nicht vor dem Landesverweis. Das Bundesgericht hielt bereits zwei Mal fest, dass der Aufenthalt in der Schweiz «unter dem Vorbehalt eines rechtskonformen Verhaltens» stehe.

Gemäss Angaben des Obergerichtes wurde der Mann bereits ausgeschafft. Sein Urteil akzeptieren will er nicht. Er hat es ans Bundesgericht weitergezogen. Seine Komplizin wurde ebenfalls verurteilt. Auch sie erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe. (sda).

Erstellt: 10.10.2019, 20:01 Uhr

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