Verkehr

Die gedruckten Fahrpläne haben im Zürcher Verkehrsverbund ausgedient

Mit dem Fahrplanwechsel werden die gedruckten Fahrpläne zum Mitnehmen abgeschafft. Wer keinen Drucker zu Hause hat, kann ausgedruckte Fahrpläne per Telefon bestellen.

Die gedruckten Fahrpläne haben ab dem Fahrplanwechsel im Zürcher Verkehrsverbund ausgedient.

Die gedruckten Fahrpläne haben ab dem Fahrplanwechsel im Zürcher Verkehrsverbund ausgedient. Bild: Archiv/Marc Dahinden

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Sie waren klein und praktisch: Die gedruckten Fahrpläne für alle Zürcher S-Bahn-Linien oder die lokalen Busverbindungen passten stets in jede Hosentasche und informierten schnell über die Verbindungen auf einer Strecke. Mit dem kommenden Fahrplanwechsel im Dezember werden die sogenannten Taschenfahrpläne des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) flächendeckend abgeschafft. Die Digitalisierung hat ihnen den Garaus gemacht.

Die überwiegende Mehrheit der Fahrgäste nutze mittlerweile Onlinefahrpläne oder Fahrplan-Apps, heisst es in einer Mitteilung, die der ZVV über die Gemeinden an die Bevölkerung verteilen lässt. «Fahrplan-Apps zeichnen sich durch eine leichte Bedienung aus und haben den Vorteil, dass sie auch Informationen in Echtzeit anzeigen und bei allfälligen Störungen auch Umleitungen berücksichtigen können.» Wer Fahrpläne dennoch lieber auf Papier hat, kann sich die Verbindungen für jede Haltestelle im Internet aus­drucken.

Ausdruck bestellen

So vielfältig die Funktionen von Onlinefahrplänen sein mögen: Nach wie vor sind nicht alle ÖV-Nutzer im Umgang mit Smartphones und Computern vertraut. Das weiss man auch beim ZVV und schafft mit einem ungewöhnlichen Angebot Abhilfe: Ausdrucke von Fahrplänen – allerdings im normalen A4-Papierformat – können kostenlos beim ZVV-Kundendienst per Telefon oder an bedienten Verkaufsstellen bestellt beziehungsweise bezogen werden.

«Die Mitarbeitenden unterstützen die Fahrgäste bei der Auswahl der benötigten Informationen, stellen ihnen den persönlichen Fahrplan zusammen und senden den Ausdruck gratis per Post zu.»ZVV

In der Mitteilung heisst es: «Die Mitarbeitenden unterstützen die Fahrgäste bei der Auswahl der benötigten Informationen, stellen ihnen den persönlichen Fahrplan zusammen und senden den Ausdruck gratis per Post zu.» Dieser Service habe sich in anderen Regionen bewährt, sagt ZVV-Sprecher Stefan Kaufmann – auch wenn die Anfragen überschaubar gewesen seien. Vor dem ZVV hatten bereits andere Tarifverbunde in der Schweiz den gedruckten Fahrplan eingestampft.

Eine Million sparen

Was war ausschlaggebend, die Fahrplanproduktion im Kanton Zürich jetzt zu stoppen? Die sinkende Nachfrage nach gedruckten Fahrplänen habe mittlerweile ein Niveau erreicht, das den grossen Aufwand nicht mehr rechtfertige, heisst es in der Mitteilung. «Stark ins Gewicht gefallen sind auch Überlegungen zu Umwelt und Nachhaltigkeit: Mit dem Verzicht auf Papierfahrpläne können natürliche Ressourcen geschont werden», schreibt der ZVV weiter. «Die Kosten hingegen waren nicht ausschlaggebend für den Entscheid», betont der Verkehrsverbund. Sprecher Kaufmann macht allerdings auf Anfrage auch deutlich: Rund eine Million Franken werden dank wegfallender Druck- und Vertriebskosten eingespart.

Für Papierliebhaber gibt es indes noch ein paar letzte gedruckte Informationen: Fahrpläne an Haltestellen bleiben bestehen, und die SBB produzieren mindestens im nächsten Jahr noch vereinzelte Fahrplanbroschüren für beliebte Bahnstrecken wie Zürich - Winterthur. Die Kundenorganisation Pro Bahn gibt zudem mit dem Verkehrsclub der Schweiz (VCS) auch das klassische Kursbuch heraus – allerdings fehlen dort wie in den SBB-Broschüren die lokalen Busverbindungen.

Der Kundendienst des Zürcher Verkehrsverbundes ist täglich von 6 bis 22 Uhr unter der Telefon­nummer 0848 988 988 erreichbar. Im Internet sind die Fahrpläne unter www.zvv.ch/linienfahrplan ausdruckbar.

Erstellt: 04.11.2019, 15:49 Uhr

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