Urteil

Dem Witiker-Huus droht der Abriss

Die Stunden des Quartiertreffpunkts in Zürich-Witikon sind wohl gezählt. Das Baurekursgericht hat entschieden, dass die Liegenschaft nicht unter Schutz gestellt werden soll.

Für das Baurekursgericht hat das Witiker-Huus weder als Zeuge einer Epoche noch aus ortsbaulicher Sicht allzu grosse Bedeutung.

Für das Baurekursgericht hat das Witiker-Huus weder als Zeuge einer Epoche noch aus ortsbaulicher Sicht allzu grosse Bedeutung. Bild: Google Maps

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Die Pensionskasse der SwissRe als Eigentümerin will das Gebäude an der Witikonerstrasse 405 in Zürich abreissen und stattdessen einen Neubau erstellen. Seit 1983 wird das so genannte Witiker-Huus als als Quartiertreffpunkt genutzt. 

Der Zürcher Heimatschutz hat sich gegen die Entlassung des Witiker-Huus aus dem kommunalen Inventar gewehrt. Ohne Erfolg, wie aus dem am Donnerstag publizierten Entscheid des Baurekursgerichts hervorgeht. Das Gericht stützt den Beschluss des Zürcher Stadtrats.

Bei Umbau Originalsubstanz verloren

Das Baurekursgericht hat einen Augenschein vorgenommen und kommt im Wesentlichen zum selben Resultat, wie schon die Denkmalpflegekommission. So wird dem Bau keine wichtige Rolle als Zeuge einer Epoche attestiert. Dies nicht zuletzt, weil bei einem Umbau 1983 einiges an Originalsubstanz - aus der Mitte des 19. Jahrhunderts - verloren gegangen ist. «Beim Rundgang durch das Haus stellt sich der Eindruck eines historischen Gebäudes höchstens partiell ein», hält das Gericht fest.

Es stellte auch nicht fest, dass die Liegenschaft - wie vom Heimatschutz behauptet - die Siedlung prägen würde. Der Zürcher Heimatschutz hatte ausserdem argumentiert, auf dem gesamten Stadtgebiet befinde sich kein weiteres Objekt in den historischen Dorfkernen, das als Wohnhaus mit öffentlicher Nutzung konzipiert worden sei. Dem widerspricht das Baurekursgericht und nennt gleich drei Objekte im Unterdorf Witikon. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.

Der Zürcher Heimatschutz bemühte sich nicht allein um den Erhalt des Witiker-Huus. Der Verein « Pro Witiker-Huus» und der Quartierverein Witikon haben unlängst 2155 Unterschriften gesammelt und dem Zürcher Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) übergeben.

Erstellt: 10.10.2019, 15:52 Uhr

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