Carunfall

Astra hält Autobahn-Stummel für ungefährlich

Der Abschnitt, auf dem es am Sonntag zu einem Busunglück kam, ist aus Sicht des Bundesamts für Strassen sicher genug. Derweil wurde bestätigt, dass das Todesopfer nach dem Aufprall in die Sihl gestürzt ist.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Viele Fragen sind nach dem Car­unfall vom Sonntag noch ungeklärt: Wieso hat der Chauffeur die Ausfahrt auf der Zürcher Sihlhochstrasse verpasst? Ist der Bus wegen Schnee oder Glatteis ins Schleudern geraten und in die Brückenbrüstung geprallt? War der 57-jährige Fahrer unaufmerksam oder zu schnell unterwegs? Und: Hätte der Unfall mit einer besseren Signalisation verhindert werden können?

Sicherheitsdirektion reagiert

Gemäss Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat die Zürcher Sicherheitsdirektion das Bundesamt für Strassen (Astra) brieflich aufgefordert, die Lage auf der Sihlhochstrasse rasch zu prüfen.

Stefan Hauser, Beauftragter Information beim Astra in Winterthur, sieht derzeit aber keinen grundsätzlichen Handlungsbedarf. Die Signalisation entspreche den geltenden Normen. Ein Überkopfsignal weise frühzeitig auf das Autobahnende hin. Und eine ausgezogene Linie führe die beiden Spuren von der Sihlhochstrasse respektive der Giesshübelbrücke hinunter. Zudem sei der Abschnitt, den täglich Tausende Fahrzeuge benutzen, kein statistischer Unfallschwerpunkt.

Bremsende Elemente wie Fässer oder ein Kiesbett, um heranbrausende Fahrzeuge rechtzeitig zu stoppen, sind für das Astra kein Thema. Der Autobahnstummel wird beispielsweise von Polizei und Rettungskräften genutzt, um bei einem Ereignis die Richtung zu wechseln und zur Unfallstelle zu gelangen. Auch Unterhaltsbetriebe benutzen den Wendepunkt. Ausserdem ist es laut Hauser aufgrund der Statik schwierig, solche Bremselemente auf der Brücke einzubauen oder aufzustellen.

In die Sihl gestürzt

Im Februar 2016 kam es an der gleichen Stelle zu einem spektakulären Unfall. Ein 27-jähriger Chauffeur prallte bei einem Stau mit seinem Lastwagen in mehrere Fahrzeuge, durchbrach die Brückenbrüstung und stürzte samt Anhänger in die Sihl. Der Fahrer kam mit Beinbrüchen davon.

Am Sonntag hielt die Mauer der Wucht des mit 50 Personen besetzten Reisecars stand. Durch den Aufprall wurde jedoch eine Passagierin aus dem Bus geschleudert. Die 37-jährige Italienerin stürzte in die zehn Meter tiefer gelegene Sihl und verstarb. Drei Personen sind schwer verletzt, darunter die beiden Fahrer. Ein Grossteil der mittelschwer verletzten Passagiere konnte das Spital wieder verlassen.

Angurten ist Pflicht

Ob das Todesopfer angeschnallt war oder nicht, ist nicht klar. Der Fernbus war für die Transport­firma Flixbus von Genua nach Düsseldorf unterwegs. In den Flixbussen herrsche Anschnallpflicht, schreibt das Unternehmen. Die Chauffeure würden die Fahrgäste in mehreren Sprachen darauf hinweisen. Kontrollen gebe es aber nicht. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 17.12.2018, 18:16 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!