Zürich

Viel mehr Unfälle mit E-Trottis

Seit April sind Leihräder in der Stadt Zürich bewilligungs- und gebührenpflichtig. Probleme gibt es aber weiterhin, vor allem mit den Elektro-Trottinetten.

So nutzt man ein E-Trottinette richtig. Video Stapo ZH


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Leih-Velos und -Trottis sind nicht mehr aus dem Zürcher Stadtbild wegzudenken. Die einen schätzen das unkomplizierte System, die anderen ärgern sich darüber, wenn die sogenannten «Free-Floating»-Fahrzeuge mitten auf dem Trottoir, einem öffentlichen Platz oder einem wichtigen Durchgang abgestellt werden.

Regelmässig Reklamationen

Um die Anbieter besser in die Pflicht nehmen zu können, hat die Stadt deshalb per 1. April dieses Jahres eine Bewilligungs- und Gebührenpflicht eingeführt. Nach acht Monaten hat sie nun erstmals Bilanz gezogen. «Wir sind einigermassen zufrieden», sagt Mediensprecher Robert Soós. «Der öffentliche Raum ist nicht völlig mit E-Trottis verstellt.» Eine Belastung bleiben die Fahrzeuge aber dennoch.

Die Zürcher Stadtverwaltung erhalte regelmässig Reklamationen, weil Verleih-Fahrzeuge den Fussgängerinnen und Fussgängern im Weg stünden. Zudem seien noch immer viele Lenkerinnen und Lenker von E-Trottis auf Trottoirs oder zu zweit unterwegs. Beides ist verboten.

40 Franken Busse

Die Stadtpolizei Zürich zählt erst seit diesem Sommer, wie viele Lenkerinnen und Lenker sie auf dem Trottoir erwischt und büsst. Seit 1. August verteilte sie 67 Ordnungsbussen. Die Höhe beträgt 40 Franken.

Genauso hoch ist die Strafe, wenn jemand eine zweite Person im Alter unter 7 Jahren auf dem Trotti mitführt. Ist die «Mitreiterin» oder der «Mitreiter» über 7 Jahr alt, beläuft sich die Busse auf 20 Franken. Dieser Betrag wird auch fällig, wenn jemand erwischt wird, wie er oder sie sein Trotti an einem ungünstigen Ort abstellt.

Fast immer Lenker schuld

Auf der Website der Stadt zeigt die Polizei anhand zweier Kurzvideos, worauf bei der Benutzung der E-Trottis zu achten ist. Im Frühjahr seien weitere präventive Massnahmen denkbar, sagt Soós. «Es ist auch möglich, dass vermehrt Kontrollen durchgeführt werden.»

Die Verhaltensregeln auf dem E-Scooter. Video: Stapo ZH

Die Kontrollen scheinen auch deshalb nötig, weil die Zahl der Unfälle mit E-Trottis weiter gestiegen ist. 2018 wurden deren 6 registriert. In diesem Jahr ist es bereits zu 30 Unfällen mit E-Trottis gekommen. Dabei verletzten sich 28 Personen. In 27 der 30 Fälle verursachte die Fahrzeuglenkerin oder der Fahrzeuglenker den Unfall.

Keine Begrenzung geplant

Dass die Stadt seit diesem Jahr von den Verleihfirmen einen Sicherheitsnachweis ihrer Fahrzeugtypen verlangt, hat offenbar nur wenig zur Verkehrssicherheit beigetragen.

Sind mittlerweile schlicht zu viele E-Trottis in der Stadt unterwegs? Soós verneint. Es sei alles im Rahmen und derzeit nicht nötig, die Zahl der E-Trottis oder anderer Free-Floating-Fahrzeuge zu begrenzen.

Gestartet sind die Verleihfirmen mit 1500 E-Trottis, 80 E-Bikes und 200 Elektrorollern. Bird, Circ, Lime und Tier haben mittlerweile total 2300 E-Trottis im Einsatz. Smide verleiht 80 bewilligte E-Bikes und die Firma Ennu 20 motorisierte Rollstühle. Elektroroller werden keine mehr angeboten. Mobility hat sich Anfang November aus dem Markt zurückgezogen. Die Velos von Publibike sind nicht in der Statistik der Free-Floating-Anbieter erfasst, sie werden an speziellen Stationen parkiert.

Aus Sihl und See geborgen

Die engere Zusammenarbeit mit den Anbietern hat dazu beigetragen, dass schlecht platzierte Fahrzeuge schneller aus dem Weg geräumt werden. 2018 hatte Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) 146 E-Trottis einsammeln müssen, 2019 noch kein einziges, jedenfalls nicht von der Strasse. Aus Zürichsee, Limmat und Sihl haben ERZ und Wasserschutzpolizei in diesem Jahr bereits über 50 E-Trottis geborgen. (sda)

Erstellt: 03.12.2019, 11:33 Uhr

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