Kloten

Über den Dächern des Flughafens

Auf drei grossen Bildschirmen gewährt der Flughafen in einer neuen Ausstellung Einblick in seine Arbeit im Bereich Umweltschutz. In interaktiven Touren reist der Besucher dabei an Plätze am Flughafen, die sonst schwer zugänglich sind.

Die neue Wanderausstellung des Flughafens thematisiert den Umweltschutz. Mit Fussschaltern kann jeder selber bestimmen, wie schnell die interaktiven Touren ablaufen sollen.

Die neue Wanderausstellung des Flughafens thematisiert den Umweltschutz. Mit Fussschaltern kann jeder selber bestimmen, wie schnell die interaktiven Touren ablaufen sollen. Bild: David Küenzi

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Langsam bewegt man sich auf den düsteren Eingang eines Kanals zu, irgendwo am Flughafen Zürich. Am Anfang beleuchtet noch spärliches Licht den feuchten ­Boden, doch je tiefer man sich im Kanal unter die Erdoberfläche ­begibt, desto dunkler wird es. Schliesslich herrscht für einen Augenblick nichts als Schwärze. Dann bricht man durch die Erdoberfläche, steht im Tageslicht auf einer grünen Wiese, während ein paar Meter weiter vorne gerade eine Swiss-Maschine über das Rollfeld manövriert.

Auf den Rollfeldern und im Untergrund

Selber einmal am Flughafen unterirdische Kanäle auszukundschaften, wäre schwierig, schliesslich sind viele Bereiche des Flughafens nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Eine neue Ausstellung zum Thema Umweltschutz am Flughafen Zürich ermöglicht nun zumindest ein interaktives Erkunden des Schweizer Tores zur Welt. Drei grosse Bildschirme hat der Flughafen dazu im Airport-Center aufgestellt.

«Mit der Ausstellung nehmen wir die Leute mit, bisher un­bekannte Orte und Themen zu entdecken und so zu sehen, was Umweltschutz am Flughafen überhaupt bedeutet», erklärt Christian Ruf, Projektleiter der Abteilung Umweltschutz am Flughafen Zürich, die Idee hinter der Ausstellung. Diese löst die bisherige aus dem Jahr 2007 ab und soll sich gegenüber dieser lebendiger und konkreter präsentieren.

Gekostet hat sie rund 125 000 Franken. «Es kommt klar zum Ausdruck, dass wir wenn auch nicht in allen, so doch in vielen Themen in den letzten 20 Jahren enorme Fortschritte gemacht haben. Das enorme Wachstum bei den Passagieren und den Gebäuden seit 1994 hat lokal in fast keinem Umweltbereich zu Mehr­belastungen geführt. Oder wenn, dann nur geringfügig», sagt Ruf.

Drei Touren offeriert die Ausstellung. «Über den Dächern» heisst die erste. Sie führt oberhalb der Gebäude in den Tower. Dabei erfährt man zum Beispiel, dass der Flughafen mit verschiedenen Messgeräten ständig die Luftqualität misst und dass sein Anteil an der Schadstoffbelastung ausserhalb des Flughafens bei maximal 10 Prozent liegt.

Bei der Tour «Auf die Rollfelder» geht es dann raus ins Gelände. Das Gebiet des Flughafens erstreckt sich auf rund 916 Hekt­aren. Etwa die Hälfte davon sind Wiesen, Wald, Hecken und Bachläufe, klärt einen der Flughafen unter anderem auf. 74 Hektaren des Flughafens sind gar Naturschutzgebiet. Weil der Flughafen viele Tiere dank seinen Zäunen vor Störung durch den Menschen schützt, ist das Gelände zu einem Rückzugsgebiet für gefährdete Arten wie den Kiebitz geworden.

Die dritte Tour «In den Untergrund» schliesslich führt in die Tunnels und Kanäle unter dem Flughafen. Dabei wird etwa erklärt, dass mit Enteisungsmittel verunreinigtes Abwasser über 1450 Regnerköpfe auf den Wiesen des Flughafens versprüht wird. Dort wird das Enteisungsmittel über im Boden vorkommende Mikroorganismen abgebaut. Das so gereinigte Wasser wird anschliessend in die Glatt geleitet.

Ausstellung soll nach Bern zum Hauptsitz des Bazl

Die neue Ausstellung ist noch bis am 10. Februar gegenüber dem Lacoste-Laden im Airport-Center aufgestellt. Später soll sie wandern, an andere Standorte am Flughafen Zürich, später dann auch in verschiedene Flughafengemeinden. Und auch am Hauptsitz des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) in Bern soll sie schon bald ein Gastspiel haben.

Erstellt: 02.02.2016, 20:39 Uhr

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