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Schriftstellerin Tove Ditlevsen «Ich kann nicht: bei einem Mann bleiben, am Elternabend Interesse vortäuschen, aufhören zu rauchen»

Die dänische Schriftstellerin Tove Ditlevsen verschonte niemanden in ihren Büchern. Am allerwenigsten sich selbst. Mehr als 40 Jahre nach ihrem Tod erlebt die Frühfeministin ein internationales Comeback.

«Regretting motherhood» avant la lettre: die dänische Radikalschriftstellerin Tove Ditlevsen.
Pressens Bild/TT News Agency/Keystone

«Ich kann nicht: Kochen, mich um andere kümmern, Blumen anrichten, bei einem Mann bleiben, am Elternabend Interesse vortäuschen, aufhören zu rauchen, zu trinken, Schokolade zu essen, zu verschlafen, an den Fingernägeln zu kauen, merkwürdige Orte und Psychopathen zu lieben. Ich kann: Alleine sein, Bücher lesen, formulieren, zuhören, und ich kann glücklich sein, ohne Schuldgefühle.»

So klang Dänemarks radikalste Schriftstellerin Tove Ditlevsen (1917–1976). Heute, 45 Jahre nach ihrem Tod, hat ihr Werk nichts an Dringlichkeit verloren. Kein Wunder, wird es gerade in 16 Ländern neu herausgegeben. In Dänemark hat Ditlevsen Generationen von Frauen ermutigt und Generationen von Männern genervt, weil sie mit einer hypnotischen Klarheit das Eheleben, das Muttersein und die ganze Beschissenheit des menschlichen Daseins an sich beschrieb.

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