Neftenbach

Töffraser muss ins Gefängnis

Ein 26-jähriger Schweizer Raser fuhr mit seinem Töff 87 km/h zu schnell. Das Bezirksgericht Winterthur verurteilte ihn gestern zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten – zehn Monate davon unbedingt.

An dieser Stelle drücken Verkehrsteilnehmer gerne zu stark aufs Gaspedal: Auf der Schaffhauserstrasse zwischen Neftenbach und Aesch.

An dieser Stelle drücken Verkehrsteilnehmer gerne zu stark aufs Gaspedal: Auf der Schaffhauserstrasse zwischen Neftenbach und Aesch. Bild: Heinz Diener

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Schaffhauserstrasse zwischen Neftenbach und Aesch ist allgemein als Raserstrecke bekannt. Kein Wunder, dass deshalb die Kantonspolizei dort regelmässig Verkehrskontrollen durchführt. Auch am Nachmittag des 6. September letzten Jahres war dies wieder der Fall. Innert zwei Stunden verzeigte die Polizei zehn Fahrzeuglenker. Zwei der Fahrer mussten ihren Führerausweis noch an Ort und Stelle abgeben. Einer von ihnen war ein 26-jähriger Schweizer Töfffahrer. Er erhielt eine Anzeige wegen Begehung eines Raserdelikts. Denn er war auf der 80er-Strecke mit 167 Stundenkilometern unterwegs gewesen.

Gestern stand nun der junge Raser vor dem Bezirksgericht Winterthur – und bereute, was er tat. «Es tut mir leid», sagte der ziemlich geknickt wirkende fehlbare Motorradlenker. «Sie haben sich sehr gefährlich verhalten», meinte die Richterin zum Angeklagten. «Es wird in Zukunft nicht mehr vorkommen», entgegnete der Beschuldigte mit leiser Stimme. Doch die Richterin hegte Zweifel und hakte nach. «Neigen Sie dazu, fest auf das Gas zu drücken, wenn Sie Probleme haben?» «Eigentlich nicht», meinte der Schnellfahrer. Dennoch räumte er ein, dass es wohl aus Frust heraus passiert sei. Er habe damals Probleme mit der Ex-Freundin und Ärger mit dem Betreibungsamt gehabt.

«Sie sind aus Frust ganz bewusst zu schnell gefahren», sagte der Staatsanwalt zum Angeklagten. «Sie wollten Dampf ablassen.» Doch genau mit diesem Verhalten sei er vorsätzlich oder eventualvorsätzlich das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingegangen. Zudem sei die Rückfallgefahr des Rasers als erheblich einzustufen, meinte der Staatsanwalt. Zumal der Angeklagte in den letzten Jahren bereits mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sei. So war der Beschuldigte beispielsweise keine zwei Monate vor dem Raserdelikt bei Neftenbach schon einmal mit übersetzter Geschwindigkeit (149 statt 100 km/h) unterwegs gewesen.

Verteidigung forderte Haft

Selbst die Verteidigerin sah ein, dass vor diesem Hintergrund eine bedingte Freiheitsstrafe für ihren Mandanten kaum mehr infrage kommen kann, und forderte sechs Monate unbedingt. Das Gericht verurteilte den Raser schliesslich zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, zehn Monate davon unbedingt (der Staatsanwalt hatte zwölf Monate unbedingt gefordert). Der Töff des Rasers wurde bereits verwertet. Der Erlös wird zur Deckung der Verfahrenskosten eingesetzt. (Landbote)

Erstellt: 24.09.2015, 20:54 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben