Zürich

Theaterprojekt ruft zum Verfluchen Köppels auf

«Schweiz entköppeln» heisst eine künstlerische Aktion im Theater Neumarkt in Zürich. Die SVP und die FDP zeigen sich empört. Die Stadtpräsidentin spricht von einer Geschmacklosigkeit, will aber die künstlerische Freiheit achten.

Das Theater Neumarkt sorgt mit einer Aktion aus Berlin für Wirbel.

Das Theater Neumarkt sorgt mit einer Aktion aus Berlin für Wirbel. Bild: pd

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Im Rahmen eines Festivals hat das Theater Neumarkt auch das Zen­trum für Politische Schönheit (ZPS) aus Berlin verpflichtet. Seinem Leiter Philipp Ruch wurde freie Hand gelassen, und er sorgt nun bereits vor seiner für Freitag angesagten Aktion für rote Köpfe. Übers Internet ruft er zum Verfluchen von SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Herausgeber Roger Köppel auf. Zudem wurde mitgeteilt, dass die Aktion vom Freitag aus einer Prozession zu Köppels Privatdomizil bestehe. Köppel sei vom Herausgeber des früheren Naziblattes «Stürmer» besessen. In einer Mischung aus Exorzismus und Voodoo soll er ihm ausgetrieben werden. Der Künstler schrieb dazu gestern auf Anfrage: «Wir möchten der Schweiz dabei helfen, endlich Sicherheit zu schaffen, sie von den eingewanderten bösen Geistern befreien.»

Einfach zurücklehnen

SVP und FDP reagierten empört. Selbst Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) nannte das Projekt geschmacklos. Die Vorstellung vom Freitag soll um 20 Uhr am Neumarkt beginnen. Auf die Frage, ob man effektiv zu Köppels Domizil in Küsnacht wolle, bleibt Ruch vage. Er schreibt nur, dass man den in Köppel hausenden Dämon sicher nicht im Theater antreffen werde. Im Übrigen handle es sich nicht um eine Prozession, sondern um eine Geisteraustreibung mit direktdemokratischen Elementen. Dass die SVP nun einen Subventionsstopp für das Neumarkt-Theater fordert, findet er absurd. Die Partei gebe ja selber massenhaft öffentliches Geld aus, um die Schweiz seit Jahren in extreme Schwierigkeiten zu bringen. Bei der FDP ist er überzeugt, dass sie «die zivilisationsfördernde Natur» der Aktion schon noch erkennen werde. Er rät: «Lehnen Sie sich einfach zurück und lassen Sie sich in Ruhe retten.»

Erstellt: 16.03.2016, 23:07 Uhr

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