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DorfgeflüsterThalwil entgeht ein Volksfest ennet dem See

Offenbar hätte die abgebrochene Gemeindeversammlung allen Ernstes in Meilen nachgeholt werden können. Das wäre ein Gaudi geworden!

Darüber spricht das Dorf.
Darüber spricht das Dorf.
Illustration: Olivier Samter

Schauen sie aus dem Fenster, blicken sie zwar hinüber, die Pfnüselküstler zu den Goldküstlern – und umgekehrt. Doch interessieren tut man sich für die dort drüben, am anderen Seeufer, nicht: Dieses Klischee hält sich beidseits des Gewässers hartnäckig. Dabei ist es ganz anders. Zumindest in der Not, wenn es den Gemeinden ans Lebendige geht, dann bietet man seeübergreifend Hilfe.

So geschehen am letzten Freitag, am Tag nachdem der Thalwiler Gemeinderat seine Gemeindeversammlung infolge Grossansturms abbrechen musste. Da klingelte auf Thalwils Gemeindekanzlei das Telefon, am anderen Ende der Leitung war Meilens Gemeindeschreiber Didier Mayenzet. Wie aus sehr gut unterrichteter Quelle zu erfahren ist, bot dieser den Thalwilern an, kommende Woche die Gemeindeversammlung in Meilen nachzuholen. Wegen der mehrtägigen Meilemer GV ist dort in einer Halle ohnehin die nötige Infrastruktur mit viel Platz vorhanden.

Und nicht nur das. Auch eine Fähre hätten die Meilemer im Handumdrehen für die Hunderten Thalwiler GV-Teilnehmer organisiert. Schade hat Thalwil das tatsächlich ernst gemeinte, freundschaftliche Angebot nicht angenommen. Was wäre das für ein Gaudi geworden, ein veritables Volksfest: die erste extraterritoriale Gemeindeversammlung! Obendrein hätte die Fährenfahrt als gemeinsames Abenteuer die Gegner und Befürworter der brisanten Abstimmungsthemen unweigerlich zusammengeschweisst.