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ZSC-Star wechselt in die NHLSuter geht, kommt nun Andrighetto?

Ligatopskorer Pius Suter hat sich mit vermutlich mit Chicago geeinigt. Der Wunschkandidat der ZSC Lions, um ihn zu ersetzen, ist Russland-Rückkehrer Sven Andrighetto.

Auf und davon – in die NHL: Ligatopskorer Pius Suter ist zu gut geworden fürs Schweizer Eishockey.
Auf und davon – in die NHL: Ligatopskorer Pius Suter ist zu gut geworden fürs Schweizer Eishockey.
Marc Schumacher/freshfocus

Am Freitag schloss Pius Suter seine Sportler-RS in Magglingen ab. 13 Wochen waren für ihn noch zu absolvieren gewesen. Am Montag gab er nun per Videobotschaft seinen Abschied von den ZSC Lions bekannt. Bis am Mittwoch (15. Juli) hätte er Zeit gehabt, seine NHL-Ausstiegsklausel zu ziehen. Davon machte er Gebrauch. Mehrere NHL-Teams hatten sich für den Schweizer Topskorer interessiert, mit einem einigte er sich. Wohin es ihn zieht, darf er noch nicht bekanntgeben. Er wird einen Einjahres-Vertrag unterschreiben.

Man darf auf die Chicago Blackhawks spekulieren, wo sein ehemaliger ZSC-Coach Marc Crawford als Assistent wirkt. Unter Crawford schoss Suter in der Saison 2015/16 nach seiner Rückkehr aus dem kanadischen Junioreneishockey gleich 15 Tore in seiner Premierensaison für die Lions. Zudem haben die Blackhawks schon gute Erfahrungen gemacht mit einem Topskorer aus der National League: Ex-Ambri-Stürmer Dominik Kubalik erzielte in diesem Winter als Neuling in 68 Spielen 30 Tore und 46 Punkte und war damit teamintern auf Anhieb die Nummer 3 hinter den Topstars Patrick Kane und Jonathan Toews.

«Es war schon früh klar, dass ich jetzt den Schritt in die NHL wagen würde», sagt Suter. «Zuerst freue ich mich aber einmal auf zwei Wochen Ferien. Es war ein langer Sommer. Ich bin fit, und zum Glück bin ich auch gesund.» Die NHL-Saison 2020/21 geht ja frühestens im Dezember los, zuerst möchte man noch die aktuelle abschliessen. Ob er allenfalls die ersten Saisonmonate bei den ZSC Lions spielen könnte, weiss Suter nicht. «Im Moment ist ja noch so viel unklar. Auch, ob es in der Schweiz wirklich planmässig losgeht.»

«Natürlich ist der Abgang Suters ein grosser Verlust», sagt Sportchef Sven Leuenberger. «Aber wir rechneten damit.» Der 24-Jährige besitzt bei den ZSC Lions einen Vertrag bis 2023. Würde er vorher in die Schweiz zurückkehren, käme er also wieder nach Zürich. Durch den Abgang Suters in die NHL haben die ZSC Lions die Möglichkeit, nächste Saison mit fünf statt vier Ausländern zu spielen. Doch der Wunschkandidat, um Suter zu ersetzen, ist ein Zürcher: Sven Andrighetto.

Andrighettos ZSC-Connection

Der 27-jährige Nationalstürmer hat seinen Vertrag bei Omsk aufgelöst und kehrt nach neun Jahren in die Schweiz zurück. Da dürfte er sich zwischen den ZSC Lions, Lausanne und dem EV Zug entscheiden. Andrighetto stammt aus Uster, wurde in der ZSC-Organisation gross und ist mit seinem Speed und seinen Abschlussqualitäten wie geschaffen für die National League. Er bestritt 227 NHL-Spiele für Montreal und Colorado (83 Punkte) und war eine Schlüsselfigur im Schweizer WM-Silberteam in Kopenhagen 2018. Nicht nur Sportchef Leuenberger, auch Coach Rikard Grönborg hat sich schon mit ihm unterhalten. Zudem ist Andrighetto Götti bei einem Kind von ZSC-Verteidiger Christian Marti.

Es sind ohnehin spannende Zeiten im Schweizer Eishockey. Denn es ist gut denkbar, dass Andrighetto nicht der einzige prominente Rückkehrer bleibt. Auch die Tage von Sven Bärtschi, der auf das «Covid-Playoff» mit Vancouver verzichtet, scheinen in Nordamerika gezählt. Zudem hat Denis Malgin, aktuell bei Toronto, noch keinen Vertrag für die nächste Spielzeit. Wegen des stark verspäteten Saisonstarts in der NHL dürften mitten in der Saison in der Schweiz plötzlich noch interessante Spieler aus Übersee frei werden. Das Coronavirus mischt auch die Eishockeyszene gehörig durcheinander.

1 Kommentar
    Marcus Ballmer

    Wundert mich nicht, das Sven Andrighetto nach gerade mal einem Jahr in Omsk in die Schweiz zurückkehrt. Am KHL-Eishockey wird es kaum gelegen haben...