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Strickhof verlässt Au-ParkStrickhof baut neues Gebäude auf dem Campus Grüental in Wädenswil

Nächsten Sommer muss der Strickhof seinen Standort im Au-Park verlassen. Als Ersatz entsteht auf dem ZHAW-Campus ein Schulprovisorium.

Anfang September haben die Bauarbeiten am neuen Schulprovisorium des Strickhofs auf dem Campus Grüental in Wädenswil begonnen.
Anfang September haben die Bauarbeiten am neuen Schulprovisorium des Strickhofs auf dem Campus Grüental in Wädenswil begonnen.
Foto: Michael Trost

Auf dem Campus Grüental in Wädenswil entsteht derzeit ein neues Schulprovisorium für den Strickhof, das Kompetenzzentrum für Agrar-, Lebensmittel- und Hauswirtschaft in Wädenswil. Es soll den heutigen Standort im Au-Park und den bestehenden Pavillon auf dem Campus Grüental ersetzen. «Die Container im Grüental genügen den heutigen Anforderungen an Schulraum nicht mehr», erklärt Remo Saladin, Mitglied der Geschäftsleitung des Strickhofs. Weil der Kanton zudem im Au-Park eine neue Kantonsschule erstellen will, nutze der Strickhof die Gelegenheit, beide Standorte mit einem modernen Provisorium abzulösen. Die Bauarbeiten südlich der Grüental-Gewächshäuser haben diesen Monat begonnen.

Auf dem Campus Grüental habe der Strickhof eine optimale Lösung gefunden. «Einerseits liegt er in der Nähe des Strickhof-Internats, andererseits wie schon der bestehende Pavillon direkt bei den Schulräumen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW)», sagt Saladin. Mit der ZHAW verbindet der Strickhof, der eine Abteilung des Amts für Landwirtschaft und Natur der kantonalen Baudirektion ist, ohnehin eine enge Zusammenarbeit. So nutzen die insgesamt rund 550 Lernenden des Strickhofs bereits heute die Technologieräume, Labors und Gartenanlagen der ZHAW-Standorte Reidbach und Grüental mit. Der Strickhof-Standort Wädenswil bietet die schulische Grund- und Weiterbildung in den Bereichen Lebensmitteltechnologie, Weinbau und Weintechnologie sowie die Gartenbau-Fachrichtungen Baumschule und Stauden an.

Ungewisse Zukunft

Wie lange der Strickhof das neue Provisorium auf dem Campus betreiben wird, ist indes noch unklar. «Sicher bis 2030. Alles Weitere hängt auch von der Entwicklung der ZHAW und der Agroscope ab», sagt Saladin. Anfang Jahr hat der Bundesrat beschlossen, den Forschungsstandort der Agroscope in Wädenswil massiv zu verkleinern. Einzig die Obst- und Gemüseplantagen sollen erhalten bleiben. Was mit den restlichen Gebäuden und Flächen geschieht, ist noch nicht entschieden. «Auch deshalb bauen wir nur ein Provisorium», sagt Saladin.

Für rund 15 Millionen Franken entsteht ein zweigeschossiger Bau mit Infrastrukturen für die Lernenden aus den Bereichen Lebensmitteltechnologie, Wein- und Gartenbau. Das Schulgebäude bietet Platz für 14 Unterrichtsräume, zwei Kombilabore, einen Sensorikraum sowie Gruppen- und Vorbereitungsräume, Sammlungen, einen Verpflegungsraum und die Schulverwaltung. Zudem entsteht ein Pausenbereich.

Das Schulprovisorium wird im Minergie-Eco-Standard gebaut. Auf dem Dach werden Solaranlagen installiert. Verwendet werden vorgefertigte Holzmodule. Das ermögliche eine schnelle und kostengünstige Montage sowie Demontage, sagt Saladin. Zudem könne das Gebäude auch unkompliziert erweitert werden. Im Juli 2021 soll das Schulprovisorium bezugsbereit sein. Dann wird der bestehende Pavillon auf dem Grüental-Areal abgebrochen.

«Ein sportlicher Zeitplan»

Bis nächsten Sommer läuft auch der Mietvertrag für die Räumlichkeiten im Au-Park. Eigentlich hätte dieser bereits früher enden sollen. Weil die Abstimmung über den privaten Gestaltungsplan Au-Park, der nebst der neuen Kantonsschule auch rund 200 Wohnungen ermögliche, erst im vergangenen November stattfinden konnte, kann der Strickhof ein Jahr länger bleiben als ursprünglich geplant.

«Das hat uns etwas vom Zeitdruck befreit», sagt Saladin. Seit 2017 ist der Strickhof auf der Suche nach einem Ersatzstandort für die 2007 bezogenen Räumlichkeiten auf dem ehemaligen Alcatel-Areal in der Au. Ein sportlicher Zeitplan, wie Saladin sagt. Auch deshalb habe man sich für eine modulare Bauweise nach dem Vorbild des Provisoriums für die Kantonsschule Uetikon entschieden. «So konnten wir auf bestehende Baupläne zurückgreifen, was die Planung sehr vereinfachte.»