Winterthur

Streit bei der An’Nur-Moschee

Laut einem Insider zeichnet sich in der Moschee ein Machtkampf ab. Am Dienstag rückte die Kantonspolizei wegen Auseinandersetzungen aus.

Die umstrittene An'Nur-Moschee in Hegi war schon Anfang November Ziel einer grossangelegten Polizeiaktion. Am Dienstag kam es erneut zu einem Einsatz.

Die umstrittene An'Nur-Moschee in Hegi war schon Anfang November Ziel einer grossangelegten Polizeiaktion. Am Dienstag kam es erneut zu einem Einsatz. Bild: Heinz Diener

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Bei der An’Nur-Moschee ist es am Dienstagabend zu einer Auseinandersetzung gekommen. Die Kantonspolizei bestätigt, dass sie deswegen ausrückte. Grund sind laut einem Insider Differenzen zwischen zwei Mitgliedern des Moscheevereins. Ein weiteres Mitglied habe die Polizei alarmiert. Gemäss der Quelle zeichnet sich ein Machtkampf innerhalb der Moschee ab; der Vorstand solle bald neu besetzt werden. Ein weiterer möglicher Grund könnte eine Plakataktion sein, mit der zu Spenden für die An’Nur-Moschee aufgerufen wurde.

Werbespot für umstrittene Moschee

«Wir sind eine Gemeinschaft von Gläubigen, die in der Umgebung wohnen und die Religion in einem friedlichen, geselligen Rahmen praktizieren.» So beschreiben sich die Urheber des Aushangs, in dem sie zum Spenden für die An’Nur-Moschee aufrufen. Die Plakate klebten am Dienstag an diversen Litfasssäulen in der Stadt und landeten auch in Briefkästen. Der Aufruf liest sich laut der NZZ wie ein Werbespot für die Moschee, die erst vor drei Wochen Ziel einer Razzia war: In den «ruhigen und sauberen Räumlichkeiten» mit ihrer «gemütlichen Atmosphäre» könne man sich wohlfühlen. Um die Moschee vor einer Schliessung «aus finanziellen Gründen» zu bewahren, solle man Geld aufs Konto des Moscheevereins überweisen.

Urheber der Plakate sind noch unbekannt

Die Stadt hat die Plakate am Dienstag entfernt, weil die Urheber falsch vorgegangen seien. «Wer die offiziellen Werbestellen benützen will, muss die Plakate beim Werkhof abgeben», sagt Stadtpolizei-Sprecherin Bianca Liechti. Sofern der Aushang den Kriterien gemäss städtischem Merkblatt über den Plakatanschlag entspreche, werde er durch den Werkhof angebracht. «Das eigenmächtige Aufhängen wird aber höchstens mit einer Busse bestraft.» Die Stadt hat den Moscheeverein kontaktiert. «Es sind noch Abklärungen hängig, wer genau für die Spendenaktion verantwortlich ist», sagt Liechti. Der Moscheeverein selbst war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Erstellt: 24.11.2016, 11:44 Uhr

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