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Die letzte Chance in Kloten

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Als Jürg Bircher die Alleinherrschaft in Kloten übernahm, sprach er von einem traditionsreichen Klub – und liess als Erstes das Logo ändern. Danach versorgte er das Team mit Topspielern und die Liga mit markanter Preistreiberei. Nachdem sein Scherbenhaufen zusammengekehrt worden war, übernahm Philippe Gaydoul und setzte das Einzige, was in Kloten funktionierte, ausser Kraft: die sportliche Kompetenz. Die ASE, die knapp ein Jahr blieb, nahm dem Klub dann noch den letzten Teil von lokalem Boden unter den Füssen weg.Seit Peter Bossert, inzwischen Ehrenpräsident, den Verein im Dezember 2008 abgegeben hat, versuchte jeder Nachfolger, das Schiff in sichere und ruhige Gewässer zu steuern. Jeder schlug einen andern Kurs ein, doch jede Route führte mitten in den Sturm.

Doch Schiffbruch hat der EHC überraschenderweise noch keinen erlitten. Immer wieder fand er einen Retter. Nun auch noch 2016.

Die Übernahme durch Hans-Ulrich Lehmann ist allerdings nicht eine nächste, sondern die letzte Chance für Kloten. Wenn der EHC im vorgegebenen und durchaus vernünftigen finanziellen Rahmen Erfolg haben will, muss er in dem Bereich, der ihn früher auszeichnete, alles zur Korrektur unternehmen: im Nachwuchs. Dort ist Kloten in den letzten Jahren nicht nur stehen geblieben, sondern hat empfindliche Rückschritte gemacht. Nur rigoroses Eingreifen garantiert, dass aus der nun zwar verbreiterten Juniorenabteilung auch Qualität nachstösst. Die Ausbildung in Kloten war einst hervorragend. Erst, wenn sie das wieder ist, hat Lehmanns Modell in Zürich-Nord Aussicht auf Erfolg in der NLA. Eine Veränderung benötigt Zeit, aber viel Zeit bleibt Kloten nicht.

Erstellt: 03.05.2016, 09:08 Uhr

Roland Jauch, Sportredaktor.

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