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Ursprung des neuen CoronavirusStammt Sars-CoV-2 doch aus einem Labor in Wuhan?

Laut Berichten der «Washington Post» haben US-Diplomaten ihre Regierung bereits 2018 davor gewarnt, dass chinesische Forscher mit Coronaviren experimentieren und Sicherheitsstandards verletzen würden.

Mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Forscher im Wuhan Institute of Virology (WIV) in Wuhan, 2017.
Mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Forscher im Wuhan Institute of Virology (WIV) in Wuhan, 2017.
Foto: Keystone

Womöglich stammt das neue Coronavirus Sars-CoV-2 doch aus einem Hochsicherheitslabor in Wuhan und nicht von einem Tiermarkt, wie bisher allgemein angenommen wurde. Dies zumindest legt ein Bericht nahe, den die Zeitung «Washington Post» am Dienstag publizierte.

Demnach haben US-Diplomaten in China schon Anfang 2018 in Depeschen an das US-Aussenministerium davor gewarnt, dass das Hochsicherheitslabor Wuhan Institute of Virology (WIV) riskante Studien mit gefährlichen Coronaviren aus Fledermäusen und Flughunden durchführe und dabei Sicherheitsstandards nicht einhalte.

Laut der Depesche, welche der «Washington Post» vorliegt, hat es in dem Labor vor allem an adäquat ausgebildetem Personal gefehlt, das es braucht, um ein Hochsicherheitslabor der höchsten Stufe 4 zu führen. Die US-Diplomaten, die das Labor mehrmals besuchen konnten, warnten zudem angeblich davor, dass die WIV-Forscher schon 2018 gewusst hätten, dass Sars-ähnliche Coronaviren mit dem menschlichen Eiweiss ACE2 interagieren können. Das ist jenes Protein, das Sars-CoV-2 nutzt, um in menschliche Zellen einzudringen.

Kein Widerspruch zu früheren Studien

Dem Bericht in der «Washington Post» widerspricht, zumindest auf den ersten Blick, eine Studie, die Mitte März publik wurde. Damals konnten US-Forscher mithilfe von Erbgutanalysen zeigen, dass das neue Coronavirus höchstwahrscheinlich natürlichen Ursprungs ist und nicht in einem Biowaffenlabor designt und dann freigesetzt wurde.

Auf den zweiten Blick muss es aber gar kein Widerspruch sein. Denn der Bericht in der «Washington Post» legt nur nahe, dass das Virus aus diesem Labor entwichen sein könnte, und nicht, dass es dort künstlich hergestellt wurde. Einen klaren Beweis für diese These hat die Zeitung allerdings nicht.

Shi Zengli, die Leiterin des WIV, weist die Vorwürfe, das Sars-CoV-2-Virus sei aus ihrem Labor entwichen, laut der «Washington Post» kategorisch zurück. Zudem habe die chinesische Regierung einen kompletten Lockdown verfügt, was Informationen über den Ursprung des neuen Coronavirus betrifft. (nw)

101 Kommentare
    Franz Büchel

    Die in diesem Artikel geäusserten Befürchtungen sind äusserst ungemütlich und scheinen einer realen Grundlage nicht zu entbehren.

    Perfid ist in diesem Licht die andauernde Lobhudelei des chinesischen Weges (Taiwan, Singapur und Südkorea haben es besser gemacht) durch die WHO und die Tatsache, dass sich die chinesische Regierung jetzt als vorbildlich und als Helfer in der Not feiern lässt- mitsamt dem Verkauf der Atemmasken etc, die zufällig auch in Wuhan hergestellt wurden. Das nennt man erfolgreiche Desinformation und Propaganda, worin China wohl am kompetentesten und perfidesten ist

    Es darf und muss am Verstand der Generationen von Managern und Staatslenkern gezweifelt werden, die unser ganzes Knowhow und die Produktionsgeheimnisse aller Artikel an China verraten haben.