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Stadionverbote für drei FCS-Fans wegen sexistischen Banners

Die Liga hat gegen drei FCS-Fans, die hinter der sexistischen Banner-Aktion stehen, zweijährige Stadionverbote verhängt.

Till Hirsekorn
«Winti Fraue, figgä und verhaue». Dieses Banner hielten Fans des FC Schaffhausen am letzten Sonntag beim Derby gegen den FC Winterthur in der Schützenwiese hoch. Gegen drei Verantwortliche hat die Swiss Football League nun ein schweizweites Stadionverbot verhängt,
«Winti Fraue, figgä und verhaue». Dieses Banner hielten Fans des FC Schaffhausen am letzten Sonntag beim Derby gegen den FC Winterthur in der Schützenwiese hoch. Gegen drei Verantwortliche hat die Swiss Football League nun ein schweizweites Stadionverbot verhängt,

«Winti Fraue, figgä und verhaue». Mit diesem Spruch auf ihrem Banner löste eine Gruppe von FC Schaffhausen-Fans letzten Sonntag beim Auswärts-Derby gegen den FC Winterthur einen Eklat aus, der schweizweit durch die Medien ging. Gegen drei der fehlbaren Fans hat die Disziplinarbehörde der Swiss Football League (SFL) gestern Sanktionen verhängt: Zwei Jahre schweizweites Stadionverbot. Das ist gemäss der internen Richtlinien das geforderte Strafmass bei «rassistischen, antisemitischen, politischen, sexistischen, provokativen, beleidigenden oder pietätlosen Handlungen.» Bei der SFL betont man im Communiqué dazu nochmals, dass die Aktion der FCS-Fans «in aller Schärfe» verurteile. «Sexismus und jede andere Form der Diskriminierung haben im Schweizer Fussball keinen Platz.» Wer sich in Stadien entsprechend äussere, so SFL-Chef Claudius Schäfer, der müsse «mit allen Konsequenzen rechnen.»

Auch der Winterthurer Stadtrat drückte gestern in einem Facebook-Post sein Entsetzen über das sexistische Transparent aus. Man begrüsse, dass die Stadtpolizei, ein Verfahren wegen Aufrufs zu Gewalttätigkeit eingeleitet habe. Dieses hat inzwischen die Kantonspolizei übernommen. Sie sucht nach weiteren Personen, die an der Aktion beteiligt waren. Auf einem Bild halten 15 bis 20 Fans das besagte Banner hoch.

Auch FCW bestraft Fan

Richtig findet die verhängten Strafen auch FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli. Er kündigt zudem ein Stadionverbot gegen den Zuschauer aus den eigenen Reihen an, der während des Spiels vor den Gästesektor stürmte und dort eine Flagge klaute – gemäss Fan-Kodex eine ebenfalls heftige Provokation. Der Mann ist dem Vernehmen nach ein Anhänger des Bundesligavereins 1. FSV Mainz 05, mit denen ein Teil der FCW-Kurve eine Fanfreundschaft verbindet. Auch bei andern Challenge-League-Vereinen reisen Gruppen aus dem Ausland an. Das Derby zwischen Schaffhausen und Winterthur gilt als besonders heisse Affiche. Die Rivalität ist nach den Jahren des FCS in der obersten Liga (2004-2007) nochmals etwas grösser geworden, heisst es.

Das geschmacklose Banner der Schaffhauser war eine Reaktion auf Sticheleien der FCW-Bierkurve gegen den tiefen Zuschauerschnitt des FCS (1200 gegenüber 3600 Zuschauer beim FCW): «Sogar d’FCW-Fraue händ meh Fans!!!». Dass man diesen Spruch ebenfalls als sexistisch und politisch inkorrekt werten kann, weil er Frauenfussball herabsetzt, gestehen auch der Geschäftsführer und der Fan-Verantwortliche des FCW ein. Sie, so sagen beide, hätten dieses Plakat so lieber nicht gesehen.

«Zu viel Interpretationsspielraum»

Auch Sarah Akanji, die Captaine der FCW-Frauen störte sich am «sogar»: «Es lässt zu viel Interpretationsspielraum zu». Grundsätzlich fühle sie und ihr Team aber viel Respekt, auch in der Bierkurve. «Ein paar reisen sogar an wichtige Auswärtsspiele mit und machen Lärm für uns.» Es gibt auch Stimmen aus der Kurve, die den Spruch sinngemäss so gelesen haben: «Wir sind stolz, dass unsere FCW-Frauen mehr interessieren als gewisse Challenge-League-Vereine.»

FCW-Geschäftsführer Mösli betont denn auch abermals, dass es gerade angesichts einer wachsenden und durchmischteren Bierkurve gelte, die Werte zu stärken, die der Verein seit Jahren nach aussen trage: «Respekt, Toleranz und Weltoffenheit.»

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