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Nächster Österreicher gesteht Blutdoping

Der österreichische Zeitfahr-Meister Georg Preidler zeigt sich selbst bei der Staatsanwaltschaft an. «Ich konnte mit diesem Geheimnis nicht mehr leben», sagt der 28-Jährige.

Der Kasache Alexei Poltoranin will nun plötzlich nichts mehr von Doping wissen.
Der Kasache Alexei Poltoranin will nun plötzlich nichts mehr von Doping wissen.
Matthias Hangst/Getty Images
Spektakuläre Wende: Kronzeuge Johannes Dürr wurde verhaftet. Nachdem er zugab, bis Ende 2018 erneut Eigenblutdoping betrieben zu haben, wurde er wieder freigelassen.
Spektakuläre Wende: Kronzeuge Johannes Dürr wurde verhaftet. Nachdem er zugab, bis Ende 2018 erneut Eigenblutdoping betrieben zu haben, wurde er wieder freigelassen.
Keystone
Ebenso sein Landsmann Andreas Veerpalu (Nr. 67).
Ebenso sein Landsmann Andreas Veerpalu (Nr. 67).
Federico Modica/freshfocus
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Georg Preidler ist der bereits vierte österreichische Spitzensportler, der im Zusammenhang mit den Ermittlungen um das Netzwerk des Erfurter Sportmediziners Mark S. eine Verwicklung zugegeben hat. «Ich hab ein Doping-Geständnis abgelegt. Ich hab mir Blut abnehmen lassen, es aber nie rückgeführt. Aber alleine der Gedanke und die betrügerische Absicht sind schon ein Delikt», sagte Österreichs aktueller Zeitfahr-Meister in Interviews mit der «Kronen Zeitung» und der «Kleinen Zeitung».

Für ihn seien die letzten Tage ein Albtraum gewesen, meinte Preidler, der momentan bei der französischen World-Tour-Equipe Groupama-FDJ unter Vertrag steht und dort Teamkollege der vier Schweizer Stefan Küng, Kilian Frankiny, Steve Morabito und Sébastien Reichenbach ist. «Ich habe nicht mehr geschlafen, nicht mehr gegessen. Ich weiss nicht, ob ich überführt worden wäre. Ich weiss nicht, wie und ob dieser Doping-Arzt alles verschlüsselt hat. Aber ich konnte mit diesem Geheimnis nicht mehr leben», sagte Preidler.

Bei einer Doping-Razzia waren am Mittwoch sieben Verdächtige am Rande der Nordisch-Weltmeisterschaften in Seefeld festgenommen worden. Darunter waren fünf Sportler, unter anderem die österreichischen Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke. Am Mittwoch waren parallel in Erfurt der Sportmediziner Mark S. und ein mutmasslicher Komplize festgenommen worden.

«Das macht einen interessant»

«Diese Leute kommen auf einen zu, suchen dich aus. Alle meine Erfolge, etwa beim Giro, waren sauber. Ich war ohne Doping gut, habe nie etwas getrickst. Das macht einen interessant», sagte Preidler, der bei der Italien-Rundfahrt dreimal in die Top 30 gefahren ist. Vor ihm hatte zudem ein Tiroler Radprofi nach einer vorübergehenden Festnahme ein Geständnis abgelegt. Auch zwei estnische und ein kasachischer Langläufer sind in der Doping-Affäre geständig.

«Gesellschaftlich bin ich unten durch. Die kommenden Wochen werden hart für mich. Ich weiss aber keine Namen von anderen Athleten. Ich kann mir aber vorstellen, dass es ein internationales Erdbeben geben wird», prognostizierte Preidler.

SDA/ddu

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