Orientierungslauf

Julia Jakob ist so erfolgreich unterwegs wie noch nie

Die Richterswilerin blickt «sehr zufrieden» auf ihre Saison zurück. Jetzt peilt sie ihr nächstes grosses Ziel an.

Der Saisonhöhepunkt: Julia Jakob verhalf dem Schweizer Frauenteam in Oestfold zu WM-Silber. (Bild: Diego Baratti/Freshfocus)

Der Saisonhöhepunkt: Julia Jakob verhalf dem Schweizer Frauenteam in Oestfold zu WM-Silber. (Bild: Diego Baratti/Freshfocus)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sechste in der Weltcup-Gesamtwertung, Bronze im Weltcup-Rennen in China über die Mitteldistanz, Schweizer Meisterin in der Sprintstaffel und im Team-OL mit ihren Schwestern (siehe Box) – die diesjährigen Resultate von Julia Jakob lassen sich sehen. «Der Höhepunkt war die Staffel-Medaille an der WM», ergänzt sie. Im August hatten dem Schweizer Frauenteam mit der Richterswilerin, Sabine Hauswirth und Simona Aebersold in Südnorwegen nur vier Sekunden zum Triumph gefehlt.

Nach dem Saisonende legte Jakob eine zweiwöchige Trainingspause ein und widmete sich Vollzeit ihrem Praktikum. Die ausgebildete Primarlehrerin lässt sich derzeit zur Heilpädagogin weiterbilden. Diese Woche hat sie das Wintertraining aufgenommen und arbeitet wieder Teilzeit. Die Spitzensportlerin schloss sich der TG Hütten an, um sich im physischen Bereich zu verbessern. «Vor allem beim Lauftempo läuft noch nicht alles rund», verrät Jakob. Deshalb soll Coach Michi Rüegg sie nun in der Zürcher Trainingsgemeinschaft weiterbringen. Unter «idealen Bedingungen» nimmt die Orientierungsläuferin ihr nächstes grosses Ziel, die WM im Sprint-OL in Dänemark im nächsten Sommer, in Angriff.

Auf dem richtigen Weg

«Sehr zufrieden» blickt Jakob auf die abgelaufene Saison zurück und betont: «Meine Technik im nordischen Gelände habe ich verbessert.» Allgemein habe sie physisch wie auch mental wesentliche Fortschritte gemacht. «Besonders mental baute ich ein gutes Polster auf und konnte im Verlauf der Saison immer wieder darauf zurückgreifen.» Jakob bleibt beharrlich auf ihrem vor mehr als zehn Jahren eingeschlagenen Weg und tastet sich so weiter an die Weltspitze heran. Nationale Erfolge wie der Anfang Monat gewonnene Titel an der Sprintstaffel-SM mit der OL Zimmerberg – dem Team gehörten neben ihrem Mann Simon auch ihre Schwester Paula Gross und Florian Attinger an – beflügeln sie zusätzlich.

Vor ihren zwei in der Nähe von Wil gefeierten SM-Triumphen hatte Jakob einen «schönen Abschluss der Weltcup-Saison» in China erlebt. Sie genoss die besonderen Erfahrungen: «Weltcup-Rennen ausserhalb Europa gibt es ja nur selten.» Im Reich der Mitte seien die Wettkampfgelände «spannend» gewesen. Die in Zürich wohnhafte Richterswilerin fand sich darauf gut zurecht, was ihr 3. Rang im Mitteldistanzrennen unterstreicht.

China ist abgehakt

In Guangzhou schätzte Jakob auch die Gastfreundschaft der Chinesen. «Wir hatten Studenten als Übersetzer, die sich sehr engagiert und mit uns über unsere Resultate gefreut haben.» Gestört hat sie hingegen, dass ihnen seitens der Organisatoren der Eindruck vermittelt wurde, sie müssten «the voice of china» in die Welt hinaustragen. «Es ging ja um die Leistungen der einzelnen Athleten und nicht um das Land», gibt die Nationalkader-A-Läuferin zu bedenken.

Darauf, dass die Chinesen auch im OL-Weltcup gemogelt haben könnten (an den vorgängig abgehaltenen CISM World Games wurde dem chinesischen Team der Sieg nachträglich aberkannt), mag Jakob nicht gross eingehen. «Im Zweifel für den Angeklagten», kommentiert sie den erstmaligen und entsprechend überraschenden Sieg einer Chinesin im Sprintrennen. Ihre Bronzemedaille kann Jakob niemand mehr nehmen. Und sie blickt mittlerweile sowieso vorwärts, der nächsten Saison entgegen.

Erstellt: 20.11.2019, 23:09 Uhr

Schwestern ziehen mit

Lilly und Paula Gross eifern schon lange ihrer älteren Schwester Julia nach. Das «Trio Gross» verteidigte Anfang November im Team-OL den Schweizer Meistertitel. Paula, mit ihren 23 Jahren die Jüngste der drei, gehört dem B-Nationalkader an. Sie gewann im März den nationalen Titel im Nacht-OL und lief am Heim-Weltcup in Laufen als Zehnte in die Top Ten. Auch in anderen Weltcup-Rennen überzeugte die angehende Sekundarlehrerin.
Die 26-jährige Lilly – ebenfalls Mitglied der TG Hütten – hat sich bereits im vergangenen Jahr etwas zurückgezogen. Die medizinische Praxisassistentin bestreitet aber weiterhin Wettkämpfe. (ddu)

Paid Post

Die Erfolgsgeschichte hinter den bunten Recycling-Säcken

Recycling-Abos gehören in Trendzeiten der Nachhaltigkeit und sozialen Bewusstseins für viele Schweizerinnen und Schweizer zum Alltag. Wer steckt dahinter?

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben