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Fünf Fakten zur Badminton-WM in Basel

Erstmals seit 24 Jahren gastiert wieder eine Badminton-WM in der Schweiz. Sie soll national für Aufwind sorgen.

AustragungsortDie 25. Badminton-WM findet in der Basler St. Jakobshalle statt. Nach Lausanne 1995 ist es zum zweiten Mal, dass in der Schweiz eine WM ausgetragen wird. Erstmals werden gleichzeitig auch die Weltmeisterinnen und Weltmeister im Para-Badminton ermittelt.
AustragungsortDie 25. Badminton-WM findet in der Basler St. Jakobshalle statt. Nach Lausanne 1995 ist es zum zweiten Mal, dass in der Schweiz eine WM ausgetragen wird. Erstmals werden gleichzeitig auch die Weltmeisterinnen und Weltmeister im Para-Badminton ermittelt.
Georgios Kefalas, Keystone
Infrastruktur250 Tonnen Material wurden in der St. Jakobshalle verbaut. Dazu tausende Meter Kabel. Für die Athletinnen und Athleten werden 12 000 Shuttles zur Verfügung gestellt. Die Organisatoren rechnen mit 30 000 Zuschauerinnen und Zuschauern.
Infrastruktur250 Tonnen Material wurden in der St. Jakobshalle verbaut. Dazu tausende Meter Kabel. Für die Athletinnen und Athleten werden 12 000 Shuttles zur Verfügung gestellt. Die Organisatoren rechnen mit 30 000 Zuschauerinnen und Zuschauern.
Andreas Meier/freshfocus
Smash-RekordBadminton gilt als schnellste Ballsportart der Welt. Der Weltrekord von 493 km/h bei einem Smash von Tan Boon Heong aus Malaysia datiert aus dem Jahr 2013. Die Marke wurde allerdings bei einem Schlägertest und keinem offiziellen Wettbewerbsspiel erreicht.
Smash-RekordBadminton gilt als schnellste Ballsportart der Welt. Der Weltrekord von 493 km/h bei einem Smash von Tan Boon Heong aus Malaysia datiert aus dem Jahr 2013. Die Marke wurde allerdings bei einem Schlägertest und keinem offiziellen Wettbewerbsspiel erreicht.
Imago
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Da stehen sie mit ihren Rackets auf dem Centralbahnplatz. Sprinten, springen, jagen die Shuttles über den Tinguely-Brunnen, joggen über die Mittlere Brücke. Und hüpfen schliesslich ins Tram. Das Video, das just vor Jahresfrist online ging, zeigt die besten Schweizer Badmintonspieler in ungewohnter Umgebung. Die Sujets sind natürlich nicht zufällig gewählt. Hinter der Aktion steckt der nationale Verband, der 365 Tage vor dem WM-Start vom 19. August 2019 damit seinen WM-Countdown gestartet hat.

Es ist dies einer von vielen Trailern, mit denen Swiss Badminton die Öffentlichkeit wachrütteln und auf das Beste, was es in dieser Sportart zu sehen gibt, hinzuweisen versucht. «All in für Basel» lautet der Slogan, mit dem die Besucher ans Rheinknie gelockt werden sollen. Damit die schnellste Rückschlagsportart der Welt ihre Titelkämpfe vor einer ansehnlichen Kulisse austragen kann. Anders als in Asien zählt Badminton in der Schweiz nach wie vor zu den Randsportarten. Dennoch ist die WM gerade für die Region Basel und ihren Tourismus höchst interessant. «Die Strahlkraft der Stadt hinaus in die Welt ist riesig», sagt Christian Wackernagel, der zusammen mit Charles A. Keller diese WM nach Basel geholt hat und in der Organisation federführend ist.

Die Hilfe des Kantons

Das belegen allein schon die TV-Zahlen der letzten Weltmeisterschaften. Im Schnitt schauten bei den Finalspielen 700 Millionen Menschen zu, bei den entscheidenden Duellen an Olympischen Spielen sind es gar eine Milliarde Menschen, die die Spiele vor dem Fernseher verfolgen. Die Popularität in einigen Ländern bekommen auch die Basler Organisatorenzuspüren. Je eine Fernsehstation aus Dänemark und Japan sendet mit eigenen Studios aus der Brüglinger Ebene. Die TV-Bilder werden in rund eine Milliarde Haushalte weltweit ausgestrahlt.

Dass der Kanton Basel-Stadt den Grossanlass zur nationalen und internationalen Bekanntheitssteigerung des Standorts Basel nutzt, ist verständlich. Schliesslich war er auch treibende Kraft, dass die WM den Weg in die Schweiz gefunden hat. Ohne die garantierten Gelder aus dem Swisslos-Sportfonds wäre die Bewerbung gar nicht realistisch gewesen. Von den fünf Millionen Franken Budget, die die WM und die parallel dazu stattfindende Para-WM kosten, stammen 750000 Franken aus diesem Topf.

Anders als in anderen Sportarten stehen die Sponsoren im Badminton nicht Schlange – selbst nicht für einen Anlass dieser Dimension. Deshalb sind die Veranstalter auf die Einnahmen aus den Eintritten angewiesen. «Wir haben kräftig Werbung gemacht», sagt Julia Küchler, Kommunikationsverantwortliche bei Swiss Badminton, «und hoffen, dass sich die Leute dadurch längerfristig zu uns bekennen.»

Mit «uns» meint Küchler die Vereine. Rund 13 000 Badmintonspieler sind in den nationalen Clubs 2019 lizenziert. Das ist ein Klacks im Vergleich zu den 250 000 Menschen, die in der Schweiz regelmässig ein Badmintonracket in die Hand nehmen. Das Gros der Badmintonspieler geht seinem Hobby in einem Center nach, in dem die Courts stundenweise gemietet werden können.

Die Bewegung vor 25 Jahren

Das war nicht immer so. Als 1995 die WM letztmals in der Schweiz, in Lausanne, ausgetragen wurde, konnte man die Center an einer Hand abzählen. Wer damals Badminton spielte, musste einem Verein angehören. Doch weil die Tenniszentren in den Neunzigerjahren Alternativen brauchten, um ihren Betrieb finanzieren zu können, wurden mehr und mehr Badmintoncourts in den Tennishallen errichtet. Es war dies der Start in eine neue Ära im Badminton, in diejenige des Freizeitspielers. Gleichzeitig wurden die privaten Anbieter zu einem Störfaktor für die Clubs.

Genau auf dieses Zielpublikum hat es der Verband nun abgesehen. Mit Aktionen im Breitensportbereich versuchte man, diese Klientel auf die WM in Basel «gluschtig» zu machen. Am Dienstag und Mittwoch kommen nun jeweils rund 1000 Schüler und Centerspieler nach Basel, um den Stars aus nächster Nähe zuzuschauen. Verständlich, hofft der Verband auf eine Sogwirkung der WM. Damit die Anzahl an Lizenzierten, die zurzeit stagniert, wieder erhöht werden kann. Wackernagel ergänzt: «Die WM soll ein Schaufenster für unseren Sport sein.»

Insgesamt rechnen die Organisatoren mit 30 000 Besuchern und 15 000 bis 20 000 Hotelübernachtungen in der Region. Die meisten der Zuschauer dürften einen Bezug zum Badminton haben. Das haben die Zahlen im Vorverkauf bestätigt: Die entscheidenden Partien sind praktisch ausverkauft. Wer beste Plätze wollte, hat sich frühzeitig darum gekümmert. Meistens waren dies auswärtige Fans, die ihre Reise planen und buchen mussten. «Ich gehe aber auch davon aus, dass sich der Basler kurzfristig dazu entscheidet, mal vorbeizuschauen», sagt Wackernagel. Die Schwellenangst sei bei den lokalen Besuchern nicht mehr vorhanden, seit das Swiss Open einen Fixpunkt im Basler Sportkalender darstellt.

«Faktor Fünf» im Vergleich zum nationalen Turnier

Es ist also nicht so, dass das Basler Sportpublikum Badmintonfremd wäre. Doch die WM ist nochmals eine andere Kategorie als das alljährlich im Frühling stattfindende Swiss Open. «Faktor fünf», nennt Wackernagel den Aufwand und die Dimensionen einer WM gegenüber seinem internationalen Turnier.

Natürlich ist auch die Dichte an Top-Spielern höher, schliesslich möchte man sich ein Jahr vor Tokio für Olympia empfehlen. Diese werden bis Sonntag 12000 Shuttles verbrauchen, um die Weltmeister auszumachen. «Weltklasse», nennt Wackernagel das, was es in den nächsten Tagen in der sanierten St.-Jakobshalle zu sehen geben wird.

Dabei möchte sich Basel als Gastgeber von seiner besten Seite zeigen. Den Auftakt dazu machte am Sonntag Elisabeth Ackermann mit einem offiziellen Empfang im Rathaus, gefolgt von einem offiziellen Welcome-Dinner in der Markthalle.

Mit Alphorn und Jodlern wird belohnt, wer für die WM ein Ticket löst. Das Turnier ist eng mit Swissness verbunden. Denn so bald wird keine WM mehr in die Schweiz kommen. Deshalb sagt sich der Verband umso mehr: All in für Basel.

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