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«Die Nummer 1 Europas»

Baku war die Reise wert: Giulia Steingruber gewann gleich vier Medaillen. Nach Mehrkampf-Silber holte sie Gold am Sprung und am Boden sowie Bronze am Balken.

Bewies ihre Klasse auch am Schwebebalken: Giulia Steingruber.
Bewies ihre Klasse auch am Schwebebalken: Giulia Steingruber.
Keystone

«Jetzt bin ich komplett ausgelaugt», meinte Giulia Steingruber nach ihrem erfolgreich überstandenen Einsatz an den Europaspielen. «Aber so viele Medaillen zu gewinnen, ist ein sehr schönes Gefühl. Ich könnte nicht zufriedener die Heimreise antreten. Meine Ferien, die in zwei Wochen anfangen, habe ich mir verdient.» Zufrieden war auch Trainer Zoltan Jordanov: «Es war nicht einfach, zunächst an der EM in Montpellier und dann noch hier in Baku anzutreten. Doch Giulia hat ihre Klasse erneut gezeigt. Diese zwei Wettkämpfe zusammengenommen, ist sie die Nummer 1 in Europa.»

Die zweifache Sprung-Europameisterin triumphierte zunächst souverän an ihrem Paradegerät. Mit 14,999 Punkten blieb sie deutlich vor der Russin Seda Tutchaljan und der Holländerin Lisa Top. Die 21-jährige St. Gallerin zeigte zuerst wie gewohnt ihren Paradesprung, den Tschussowitina, der mit 15,566 Punkten sehr gut bewertet wurde. Danach stand sie auch den Jurtschenko mit einer Schraube sauber. Vor dem Wettkampf hatte Steingruber zwar die schwierigere Variante eingeturnt, dann aber zusammen mit ihrem Trainer entschieden, auf die zweite Schraube zu verzichten. Das Resultat habe gezeigt, dass dieser Entscheid richtig gewesen sei, meinte Steingruber.

Premiere am Boden

Knapp drei Stunden später durfte sie sich gleich nochmals über den 1. Platz freuen. Gold am Boden zu holen, dies ist ihr auch an Europameisterschaften noch nie gelungen – zweimal Bronze (2014 und 2015) waren ihre maximale Ausbeute gewesen. In Baku nun siegte die Mehrkampf-Europameisterin von Montpellier trotz eines leichten Übertreters nach der letzten Diagonale. Der Vorsprung auf Aliya Mustafina betrug trotz des Abzugs 0,066 Punkte.

«Mit dem Fehler wurde es knapp, aber es reichte. Wunderbar, dass ich Mustafina am Boden einmal schlagen konnte», freute sich Steingruber. Die Russin, am Donnerstag Mehrkampf-Siegerin vor der Schweizerin, hatte sich zuvor immerhin am Stufenbarren Gold gesichert.

Am Schwebebalken reichte es hinter der Holländerin Lieke Wevers und der Rumänin Andreea Iridon zu Bronze. Gleich drei (der sechs) Finalistinnen waren vom Gerät geflogen. «Meine Übung war nicht top. Aber schön, dass es dennoch zu einer Medaille gereicht hat.»

si

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