Badminton

Das Maximum herausgeholt

Das NLB-Team aus Adliswil dominiert auch diese Saison die Meisterschaft. Bisher haben die Sihltaler in sechs Partien noch keinen Punkt abgegeben.

Besser geht es nicht: Adliswil dominiert die Nationalliga B, Marianne Aellen hat immer gewonnen und noch keinen Satz verloren.

Besser geht es nicht: Adliswil dominiert die Nationalliga B, Marianne Aellen hat immer gewonnen und noch keinen Satz verloren. Bild: André Springer

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«Dass die Mannschaft konstant ihre Leistung abruft, ist die Bestätigung, dass sie in der Nationalliga B eher unterfordert ist», erklärt Michael Spühler. «Aber ich habe nicht die Werkzeuge, um die Leistung wirklich einschätzen zu können.» Zu überlegen ist das von Spühler trainierte Team aus dem Badmintonclub Adliswil. Sechs Spiele, sechs Siege, 45 von 48 Matches gewonnen, acht Punkte Vorsprung auf das zweitplatzierte Basel: Die Tabelle zeigt klare Verhältnisse.

«Es war eine gemütliche Vorrunde», sagt der Trainer, «eigentlich die Fortsetzung der letzten eineinhalb Jahre». In der vergangenen Saison verloren die Adliswiler keine Partie. Trotzdem sind sie nicht in die NLA aufgestiegen – wegen des schlechteren Satzverhältnisses nach zwei Unentschieden in den Barragespielen gegen Westgruppen- sieger Lausanne. Nach wieder bloss Erfolgen beobachtet Spühler nun «Anzeichen von Langeweile» bei seinen Athleten.

Weitermachen, weitersiegen

Marianne Aellen hat zwei Einzel und vier Doppel im NLB-Team bestritten und blieb ohne Satzverlust. Die Siege überraschten sie nicht, erklärt die 26-Jährige. «Diese Saison sind wir noch ein bisschen stärker aufgestellt.» Aellen selbst erreichte an der letzten Schweizer Meisterschaft im Einzel, Damen- und Mixed-Doppel den Achtelfinal und wurde vor drei Wochen dreifache Regionalmeisterin. «Dass ich in allen drei Disziplinen gewinne, damit habe ich nicht gerechnet.»

Mit all diesen Erfolgen scheint das Maximum erreicht. Denn Profisportlerin werden will die ETH-Doktorandin in Nanotechnologie nicht. Und Turniere im Ausland bestreiten, die donnerstags beginnen, das lässt die Arbeit nicht zu. «Ich würde gerne Einsätze in der Nationalliga A haben. Als Stammspielerin sehe ich mich dort aber nicht. Die Differenz ist sehr gross.» Ihr Ziel für die zweite Saisonhälfte? «Die Bilanz so weiterziehen und möglichst alles gewinnen.»

Timon Schwarz geht es ähnlich. Seit eineinhalb Jahren studiert er an der ZHaW Physiotherapie und hat mit Badminton reduziert. Derzeit übt er noch ein bis zwei Mal die Woche. «Dadurch bin ich lockerer und geniesse es mehr», sagt er. Er habe nicht mehr den Anspruch, das umzusetzen, was er trainiere, «sondern ich spiele das was ich kann». Prompt sind die Ergebnisse noch besser geworden. Timon Schwarz hat seine bi-herigen drei Einzel und sieben Doppel alle gewonnen.

Schauen wie es weiter geht

Das liege primär an seinen starken Doppelpartner, sagt Timon Schwarz bescheiden. Doch eigentlich ist auch er zu gut geworden für die NLB. Ob er jedoch im Falle eines Aufstieges in der kommenden Saison in der NLA spiele, dass könne er noch nicht sagen. «Ich muss schauen, ob ich Zeit habe, um wieder mehr zu trainieren.» Für die weiteren Einsätze gilt auch für Timon Schwarz: «Konstant so weiterspielen und kein Spiel abgeben.»

Es fehle eine Liga zwischen der NLA und der NLB, stellt Trainer Spühler fest. Es sei paradox: Seine Spieler, die nicht voll auf Badminton fokussierten, seien «noch nirgends und doch fehlt ihnen die Perspektive». Immerhin: Durch das neue Format mit Sätzen auf 11 statt 21 Punkte sei ein Satz oft nach drei Minuten vorbei, sagt Schwarz. «Wenn der Niveauunterschied gross ist, bis du so wenigstens nicht drei Stunden in der Halle für eine mässig spannende Begegnung.»

Erstellt: 22.11.2019, 17:19 Uhr

Eine fast perfekte Bilanz

Timon Schwarz und Marianne Aellen sind nicht die einzigen im Badmintonclub Adliswil, die in der NLB noch nie verloren haben. Auch dem Dänen David Daugaard sind alles Siege gelungen: Das ist nicht erstaunlich, ist er doch die Nummer 54 der Welt im Doppel. Rinoy Manavalan, seit dem Herbst Halbprofi, und der Finne Anton Kaisti sind ebenfalls noch unbesiegt. Das gleiche gilt für Milena Schnider, Sonja Pekkola, Shane Razi und Joshua Panier: Sie haben allerdings bloss ein oder zwei Matches gespielt. Kein einziger Spieler und keine einzige Spielerin haben mehr als ein Mal verloren. Wenn dieses Jahr nicht der Aufstieg in die NLA gelingt, wann dann? (skl)

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