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11-Jährige qualifiziert sich für Olympia

Tischtennis-Spielerin Hend Zaza darf in Tokio aufschlagen. Das Mädchen kommt aus Syrien – es trainiert in einer Halle ohne Strom.

Tischtennisspielerin Hend Zaza ist gerade mal 11 Jahre alt.
Tischtennisspielerin Hend Zaza ist gerade mal 11 Jahre alt.
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Es gibt Fünftklässler, die erstmals ins Skilager reisen. Und es gibt welche, die fliegen mal schnell an die Olympischen Spiele.

Das Ticket für die Sommerspiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) hat Hend Zaza auf sicher. Die Tischtennisspielerin ist gerade mal 11 Jahre alt, nie gab es in dieser Sportart einen jüngeren Teilnehmer bei Olympia. Qualifiziert hat sich das Mädchen aus Syrien Ende Februar am west-asiatischen Ausscheidungsturnier in Jordanien, ihre libanesische Finalgegnerin war immerhin die Nummer 373 der Weltrangliste – und vor allem 31 Jahre älter!

Zaza kam 2009 in Hama zur Welt, einer Stadt, die immer wieder Schauplatz terroristischer Anschläge gewesen ist. Der Krieg bestimmte ihre Jugend, das Tischtennis-Training liess sie die Nöte des Alltags ein wenig vergessen. Erst 2015 stand sie erstmals an einer Platte, mittlerweile trainiert sie rund 20 Stunden pro Woche. Die Bedingungen sind dürftig: Gespielt wird in einer Halle mit Betonboden und vier alten Tischen, der Strom fällt häufig aus, weshalb das Training vom Sonnenlicht abhängig ist.

Wohl die Jüngste in Tokio

Zaza ist die erste Tischtennisspielerin aus Syrien, die an Olympischen Spielen antreten darf. In Tokio dürfte sie sportartenübergreifend die jüngste Athletin sein. Jünger sogar als Skateboard-Wunderkind Sky Brown, die Britin wurde 2008 geboren. Die jüngste Teilnehmerin in der olympischen Geschichte war Eiskunstläuferin Cecilia Colledge, die Britin war 1932 in Lake Placid 11 Jahre und 11 Wochen alt. Mit 13 Jahren und 83 Tagen bereits Gold gewann die Südkoreanerin Kim Yoon-mi mit der Short-Track-Staffel 1994 in Lillehammer. Wobei das alles Pipifax ist im Vergleich dazu, was sich 1900 an den zweiten Sommerspielen in Paris zutrug.

Die holländischen Ruderer Klein/Brandt waren die Favoriten im Zweier mit Steuermann, sie verloren im Vorlauf aber viel Zeit – den Grund dafür sahen sie im molligen Steuermann. Vor dem Final warfen sie diesen mir nichts dir nichts aus dem Boot und ersetzten ihn durch einen Buben aus dem Publikum. Diesem legten sie einen Bleigürtel an, damit das Heck nicht in die Höhe ragte. Tatsächlich holte das Trio Gold. Vom Buben gibt es zwar Fotos, aber keine genauen Angaben. Er soll etwa sieben Jahre alt gewesen sein. Die Medaille bekam ohnehin der rausgeworfene, wohlgenährte Steuermann.

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