Triathlon

Vom Spitzensportler zum Unternehmer

Am Ironman Switzerland in Zürich strebt Ronnie Schildknecht im Juli seinen zehnten Sieg an. Daneben treibt er seine berufliche Zukunft voran. Der Langnauer ist Manager und Camp-Organisator. Zudem schreibt er Trainingspläne.

Auf Mallorca leitete Ronnie Schildknecht zwei einwöchige Triathlon-Camps und kam daneben selbst auch auf genügend Trainingskilometer.

Auf Mallorca leitete Ronnie Schildknecht zwei einwöchige Triathlon-Camps und kam daneben selbst auch auf genügend Trainingskilometer. Bild: Archiv/Manuela Matt

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Nein, von den Preisgeldern kann der in Langnau am Albis wohnhafte Ronnie Schildknecht seine Familie nicht ernähren. Der elffache Ironman-Sieger kann jedoch auf einen grossen Strauss von Sponsoren zählen. Der 39-Jährige wirbt etwa für eine Schweizer Luxus-Uhrenmanufaktur, einen italienischen Autohersteller, einen Schweizer Laufschuh. Durch die Zusammenarbeit mit Reiseveranstalter TUI entstand die Idee, ein Triathlon Camp auf die Beine zu stellen. Die Strahlkraft seines Namens wollte er als Organisator ausnutzen. Zwei Wochen lang gab Schildknecht zusammen mit Lubos Bilek sein Wissen im Norden Mallorcas weiter.

«Mir macht es Spass, mit den Leuten zusammen zu trainieren, ihnen aus der Praxis berichten zu können», sagt Schildknecht. Gleichzeitig konnte er seine eigenen Übungseinheiten absolvieren. «Ich gab dann einfach am Berg Vollgas und fuhr sonst oft im Wind vor meiner Gruppe.» Das Konzept der persönlichen Betreuung – ein Camp mit 80 Leuten würde dem Langnauer selbst nicht entsprechen – kommt an.

«So ein kollegialer Typ»

«Ronnie ist so ein kollegialer Typ», sagt Bruno (75), der schon viele Camps besucht hat und in seiner Altersklasse den WM-Titel im Ironman 70.3 anstrebt. «In Kombination mit dem Fachwissen von Lubos war das schlicht genial.» Nächstes Jahr wäre der rüstige Rentner sofort wieder dabei.

«Wir werden die beiden Wochen auswerten und dann schauen, was wir allenfalls verändern müssen», erklärt Schildknecht. Eine Anpassung dürfte etwa sein, dass das Camp auf Mallorca statt zweimal sieben neu einmal zehn Tage dauern dürfte. Zudem überlegt er sich, im Winter ein Langlauf-Lager auf der Lenzerheide anzubieten.

Zweiter Sieg als Türöffner

Nun fokussiert sich Ronnie Schildknecht jedoch auf die Vorbereitung auf den Ironman Switzerland. Im Juli will er bei der Derniere in Zürich zum zehnten Mal triumphieren. «Das wäre natürlich genial. Sollte mir das nicht gelingen, wäre mein Name dennoch für immer mit diesem Event verbunden.» 2007 feierte er seinen Premierensieg. Der Türöffner sei im Folgejahr sein zweiter Sieg gewesen.

«Ich wurde zu Anlässen eingeladen, lernte viele Leute kennen und baute mir ein Netzwerk auf», erinnert sich Schildknecht. Als junger Athlet hatte er Dossiers an potenzielle Sponsoren versandt, aber – wenn überhaupt – negative Antworten erhalten. Ohne Kontakte gehe es nicht, musste er feststellen. «Und du musst eine gute Idee haben, den Partnern einen Value bieten, etwa Vorträge halten oder ein Training für Mitarbeiter durchführen. Das Firmen-Logo auf dem Trikot spazieren zu fahren reicht nicht.» Man müsse die Leute als Typ überzeugen können. Mit Martin Wittwer, dem CEO von TUI Schweiz, habe er schon mehrere Jahre verkehrt, ehe der Reiseveranstalter sein Sponsor wurde. «Mich interessierten schon immer die unternehmerischen Themen», sagt Schildknecht.

Eigene Firma gegründet

Das so erworbene Wissen will der Triathlet, dessen Profikarriere sich dem Ende entgegenneigt, nun selbst anwenden. Schildknecht hat Ende 2018 die I-Ron GmbH gegründet. Ihr Zweck sind die Beratung und Betreuung von Sportlern und damit verbundende Marketingaktivitäten. Einer seiner Mandanten ist Sebastian Kienle, der Hawaii-Sieger 2014.

Neben dem Management von Profis will sich Ronnie Schildknecht auch als Coach von Breitensportlern etablieren. «Ich habe in den letzten 15 Jahren alles gesehen, gehört und ausprobiert.» Diese Erfahrung will er weitergeben und dabei individuell auf die Leute eingehen. «Es wird spannend sein, dann selbst nicht mehr im Fokus zu stehen.»

Dieser Artikel wurde ermöglicht durch TUI. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 20.04.2019, 10:43 Uhr

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