Tennis

Unter den Besten

Luc Hoeijmans ist der viertbeste Tennisspieler der Schweiz mit Jahrgang 2001. Diese Woche spielt der Thalwiler am Zürichsee Junior Open in Horgen. Und vielleicht bald öfter auf der Profi-Tour der Erwachsenen.

Anwärter auf den Turniersieg am Zürichsee Junior Open: Luc Hoeijmans aus Thalwil.

Anwärter auf den Turniersieg am Zürichsee Junior Open: Luc Hoeijmans aus Thalwil. Bild: Paolo Foschini

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Es war der erste Test. Vor drei Wochen in Schlieren und vor einer Woche am Zürichsee Open in Horgen bestritt Luc Hoeijmans seine ersten Turniere auf der Erwachsenen-Tour der International Tennis Federation. «Ich wollte sehen, wo ich stehe», erklärt der 18-Jährige. In seinem Jahrgang ist der Thalwiler, der Schule und Sport in der Sportklasse des Gymnasiums Rämibühl in Zürich kombiniert, die Nummer vier der Schweiz, an der diesjährigen SM der Junioren erreichte er die Halbfinals.

Am internationalen Zürichsee Junior Open spielte sich Luc Hoeijmans vor einem Jahr unter die besten vier und gewann mit seinem Horgner Clubkollegen Ilias Zimmermann noch dazu die Doppel-Konkurrenz. Diesen Juni in Derendingen, einem Grade-3-Event, stand er im Viertelfinal. Aber reichen seine Fähigkeiten auch schon, um das Spiel bei den Profis ausgeglichen zu gestalten? «Ja, ich kann mithalten», sagt Hoeijmans mit Blick auf die Turniere des letzten Monates.

Gegen Stärkere unter Druck

Am ITF25 von Schlieren reichte es sogar zu einem Sieg. Auf das 7:6, 6:3 gegen den Serben Tadija Radovanovic folgte jedoch die Ernüchterung. Gegen den Neuenburger Mirko Martinez habe er richtig «auf den Sack bekommen», ärgert sich Luc Hoeijmans. Und er regt sich über sich selbst auf, dass er den zweiten Satz, angeknackst, abschenkte. «Gegen Bessere habe ich immer das Gefühl, ich müsse besonders gut sein», analysiert er. Dann wolle er zu viel und spiele zu aggressiv. «Das muss ich noch üben.»

«Bei den Erwachsenen geht es nicht, jemanden von der Grundlinie wegzuspielen wie bei den Junioren.»Luc Hoeijmans

Für den Wechsel zu den Erwachsenen fehle ihm zudem noch das Netzspiel, hat Hoeijmans erkannt. «Bei den Erwachsenen geht es nicht, jemanden von der Grundlinie wegzuspielen wie bei den Junioren.» Immerhin reichte es vor zwei Wochen am ITF 15 des Tennisclubs Horgen, für den Hoeijmans Interclub in der NLB spielt, zum Satzgewinn gegen einen Italiener. «Reisse ich mich zusammen, dann habe ich Potenzial», schmunzelt der Teenager.

Früher spielte Hoeijmans auch noch Eishockey und Handball. «Mit elf musste ich mich entscheiden», erinnert sich der Seebueb. Er wählte den Einzelsport. «Wenn du im Tennis gewinnst, dann wegen dir», erklärt er. «Ich habe gern die Kontrolle darüber, was ich mache. Tennis ist ein Sport, bei dem du dir viel überlegen musst, von einem Schlag zum nächsten. Es ist sehr taktisch: Das macht mir Spass.» Inzwischen wendet Luc Hoeijmans die Hälfte seiner Zeit für Tennis auf.

Die Ausbildung ist wichtig

Im Gymnasium hat er nur morgens Unterricht, der Nachmittag ist frei fürs Training. Ganz auf Tennis zu setzen war ebenfalls eine Option. Der Thalwiler hatte das Angebot, ans Leistungszentrum des Verbands nach Biel zu zügeln. Er lehnte ab. «Damals hatte ich gerade ein Problem mit dem Handgelenk. Daher war mir das zu riskant. Die Ausbildung ist mir schon wichtig.» Hoeijmans weiss, dass die wenigsten vom Tennis leben können.

Er plant darum, in den USA zu studieren. «Irgendwo an der Küste.» In der Schweiz sei Tennis an den Universitäten «nicht gross», erklärt er. «Wenn du in der Schweiz an der ETH studierst, kannst du noch ein- oder zweimal in der Woche trainieren. Aber am College drei Stunden am Tag.» Zeit auf dem Weg an die internationale Spitze verlieren würde er nicht. «Wenn ich am College gut bin, kann ich es immer noch schaffen.» Das Durchschnittsalter der Spieler der Top 100 der Welt beträgt 25 Jahre.

Erstellt: 10.09.2019, 10:21 Uhr

Ilias Zimmermann und Mireia Fehr sind weiter

Am Zürichsee Junior Open wurden am Montag die ersten Matches des Main Draw ausgetragen. Dabei qualifizierten sich Ilias Zimmermann und Mireia Fehr, beide im TC Horgen lizenziert, mühelos für die zweite Runde. Als Nummer 2 gesetzt, bezwang Ilias Zimmermann den Weissrussen Timofey Stepanov 6:0, 6:1, während Mireia Fehr die Russin Anastasia Stepina 6:2, 6:3 besiegte. Michelle Lanz dagegen unterlag der Schwedin Izabelle Persson, der Nummer 2 des Turniers, 2:6, 1:6. Luc Hoeijmans greift am Dienstag ins Turnier ein.

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