Zum Hauptinhalt springen

«Es tut weh»

YB gewinnt gegen Valencia den ersten Punkt in der Champions League. Und doch bleibt ein nagendes Gefühl der Reue.

Verhaltene Freude trotz dem ersten Champions-League-Punkt in der Clubgeschichte. Goalie Marco Wölfli und Verteidiger Loris Benito wissen: Nach einer sehr starken zweiten Halbzeit wäre gegen dieses Valencia mehr als ein Unentschieden möglich gewesen.
Verhaltene Freude trotz dem ersten Champions-League-Punkt in der Clubgeschichte. Goalie Marco Wölfli und Verteidiger Loris Benito wissen: Nach einer sehr starken zweiten Halbzeit wäre gegen dieses Valencia mehr als ein Unentschieden möglich gewesen.
Peter Schneider, Keystone
1 / 1

Natürlich sind da zunächst vor allem fröhliche Gesichter zu sehen. Immerhin haben die Young Boys soeben ihren ersten Punkt in der Geschichte der Champions League gewonnen. Und doch tragen die Berner auch dieses nagende Gefühl in sich, den ganz grossen Wurf verpasst zu haben.

Zum Beispiel Christian Fassnacht, der kurz nach dem 1:1 gegen Valencia von «gemischten Gefühlen» berichtet. «Wenn man sieht, dass wir nicht über die ganzen 90 Minuten gut gespielt haben, können wir eigentlich zufrieden sein», sagt der Offensivspieler mit Blick auf die erste Halbzeit.

Dieser gibt Goalie Marco Wölfli nach seinem Debüt in der Königsklasse die Wertung «so lala». Und Steve von Bergen berichtet über erste 25 Minuten, die «sehr schwierig» gewesen seien: «Sie haben enorm Druck gemacht, wir konnten kaum zwei, drei Pässe hintereinander spielen.»

Das grosse Aber

Aber eben, da ist ja noch diese Reaktion in Hälfte zwei. Dieses Anrennen, mit dem die Berner die Spanier so sehr unter Druck setzen. Und damit auch die Gedanken daran, was gewesen wäre, hätte YB von Anfang an so gross aufgespielt. Also sagt Fassnacht: «Wenn man im Nach­hinein merkt, dass die zweite Hälfte so gut war, dass wir so viele Chancen hatten, dann tut es weh, dass wir nicht mehr mitgenommen haben.»

Es sind dieselben Gedanken, die auch von Bergen umtreiben. «Wir sind zwar froh, dass wir einen Punkt geholt haben», sagt der Captain. Und lässt sogleich ein grosses «Aber» folgen: «Es bleibt dieses Gefühl, dass für uns zum ersten Mal in der Champions League mehr möglich gewesen wäre.»

Königsklasse als Alltag

Dazu hätten die Berner allerdings nicht nur eine starke Halbzeit spielen müssen. Und vielleicht war die erste, schwächere Hälfte auch noch immer dem Umstand geschuldet, dass das Team seine erste Saison im wichtigsten Clubwettbewerb der Welt erlebt. Zwar glaubt Fassnacht, dass sich bei YB vor den Spielen in der Königsklasse «nicht mehr Nervosität als vor anderen Partien» breit macht: «Wir haben uns an den Champions-League-Alltag gewöhnt.»

Aber den Glauben an sich selbst, den schienen die Berner an diesem Abend gegen Valencia erst in der Pause so wirklich zu finden. Erst nach einem 0:1-Rückstand spielten sie so, wie das ihr Trainer Gerardo Seoane schon vor dem Anpfiff gefordert hatte, als er sagte: «Wir wollen Mut zeigen und Valencia mit zwei Stürmern unter Druck setzen.»

Möglich, dass die Young Boys künftig in der Champions League von Anfang an mit mehr Selbstvertrauen antreten werden. Denn sie haben natürlich viel mehr gewonnen an diesem Abend als bloss einen Punkt. Sie haben jetzt das Wissen, dass sie angekommen sind in der Königsklasse. Oder wie es Steve von Bergen mit Blick auf das kommende Spiel in Valencia sagt: «Jetzt haben wir die Gewissheit, dass wir auch dort punkten können, wenn wir ein super Spiel zeigen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch