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Der Pfosten verhindert den ersten YB-Sieg

Die Berner zeigen gegen Valencia eine beherzte und starke zweite Halbzeit. Es reicht ganz knapp nicht zu drei Punkten.

Verhaltene Freude trotz dem ersten Champions-League-Punkt in der Clubgeschichte. Goalie Marco Wölfli und Verteidiger Loris Benito wissen: Nach einer sehr starken zweiten Halbzeit wäre gegen dieses Valencia mehr als ein Unentschieden möglich gewesen.
Verhaltene Freude trotz dem ersten Champions-League-Punkt in der Clubgeschichte. Goalie Marco Wölfli und Verteidiger Loris Benito wissen: Nach einer sehr starken zweiten Halbzeit wäre gegen dieses Valencia mehr als ein Unentschieden möglich gewesen.
Peter Schneider, Keystone
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Die sechste Halbzeit war die bislang beste, die die Young Boys in ihrer ersten Champions-League-Kampagne abgeliefert haben. Diese zweite Halbzeit im Match gegen Valencia, den Vierten der letzten spanischen Meisterschaft, war, absolut gesehen, sogar ausgezeichnet. Die Spanier mit ihren Spielern im Gesamtmarktwert von gegen 400 Millionen Franken, gelangten nach der Pause nur noch selten und nie gefährlich vor das Tor, während die Berner gute Chancen im halben Dutzend herausspielten.

Diese Möglichkeiten kulminierten in der 88. Minute. Sékou Sanogo brachte nach einem Corner einen Kopfball aufs Tor, den Valencias brasilianischer Goalie Neto in höchster Not an den Pfosten lenkte. So war der von Guillaume Hoarau souverän verwandelte Foulpenalty - Djibril Sow hatte ihn nach 53 Minuten gegen Valencias Captain Daniel Parejo herausgeholt - ein magerer Lohn für eine beeindruckende Leistung der Berner in der zweiten Hälfte.

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Video: Hoarau trifft per Penalty

Der Franzose ist der erste YB-Torschütze in der Champions League

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Die Eingewechselten machten Dampf

Die vorangegangenen Chancen der Young Boys waren ebenfalls gut bis sehr gut. Vor allem waren sie das Ergebnis einer Spielweise, die von Selbstvertrauen zeugte. Dieses Selbstvertrauen vorher nur in der ersten halben Stunde des Spiels gegen Manchester United (0:0) gesehen. Die zweite Halbzeit im ausverkauften Stade de Suisse legte auch offen, mit wie viel spielerischem Potential und mit welcher Vielfalt der Schweizer Meister in der Offensive etwas ausrichten kann. Die eingewechselten Jean-Pierre Nsame und Nicolas Moumi Ngamaleu benötigten nur kurze Zeit, bis zu ihren ersten gefährlichen Aktionen.

Der Auftritt der Young Boys hat aber auch seine Kehrseite. Wie schon Manchester United und Juventus Turin ging auch Valencia mit seiner ersten Chancen in Führung. Dieses Tor fiel nach 26 Minuten und dürfte Gerardo Seoane geärgert haben. In der Champions League würden Fehler sofort und hart bestraft, hatte YBs Trainer vor dem Match gegen den schlecht in die Saison gestarteten Traditionsklub gesagt. Bestimmt wollten sich die Spieler gerade in der Defensive an die Parole der Vorsicht halten, aber sie taten es nicht immer.

Sandro Lauper, anstelle des verletzten Grégory Wüthrich und des gesperrten Ali Camara in der Innenverteidigung spielend, liess sich in der ersten Halbzeit zwei Fehler zuschulden kommen. Diese hatten keine Auswirkungen. Wohl aber der dritte Fehler, begangen vom linken Aussenverteidiger Loris Benito vor dem Strafraum. Eine rasche Kombination über Carlos Soler liess Chelseas belgischen Leihgabe-Stürmer Michy Batshuayi allein vor Goalie Marco Wölfli auftauchen. Er umspielte den Torhüter und traf beim nahen Pfosten ins Tor. Es war ein Treffer, der – wie es schon nach dem 0:2 gegen Manchester United kurz vor der Pause der Fall gewesen war – das anfänglich sehr schwungvolle und Chancen beinhaltende Spiel der Berner eine Zeitlang lahmlegte.

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Video: Das Tor von Batshuayi

Der Belgier umkurvt Wölfli und trifft um 1:0

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Wölfli wenig beschäftigt, Neto viel

Der Einsatz des Routiniers Marco Wölfli anstelle des an einer Hirnerschütterung leidenden Goalies David von Ballmoos verlief unproblematisch. Wölfli wurde von den Spaniern weniger oft gefordert als letzten Samstag beim 3:3 in Zürich gegen den FCZ, als er nach 20 Minuten für Von Ballmoos einspringen musste.

Weit stärker im Brennpunkt war während fast des ganzen Spiels Wölflis Gegenüber Neto. Der 29-Jährige, der es in diesem Jahr ins Kader der brasilianischen Nationalmannschaft gebracht hat, offenbarte sich als Grund dafür, dass Valencia in den Wettbewerbsspielen dieser Saison prinzipiell wenig Tore kassiert. Acht Tore waren es in neun Meisterschaftsspielen, zwei Tore in den zwei Einsätzen der Champions League. Neto bewies seine Fähigkeiten mit fünf oder sechs erstklassigen Interventionen. Gegen einen Abschluss von Kevin Mbabu nach 51 Minuten hätte Neto nichts machen können. Aber Mbabu zog seinen Schuss aus spitzem Winkel knapp am Tor vorbei.

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