«Federer und Nadal sind selbstsüchtig»

Die Nummer 103 der Welt kritisiert am Australian Open die zwei erfolgreichsten Grand-Slam-Spieler.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der 24-jährige Kanadier Brayden Schnur ist im Profitennis kein bekannter Name und nur die Nummer 103 der Weltrangliste. In Melbourne kam er am Donnerstag aber für einmal zu einem prominenten Auftritt in den Medien – weil er es gewagt hatte, Roger Federer und Rafael Nadal anzugreifen.

Nach seinem Startsieg in der Qualifikation warf er den beiden vor, sie seien selbstsüchtig und würden sich vor allem um ihr eigenes Vermächtnis kümmern. Dabei wäre es für sie an der Zeit, gegen die teilweise misslichen Spielbedingungen am Australian Open zu protestieren.

Es sei zwingend, dass sich die besten Spieler für jene stark machten, die weniger Gehör fänden, sagte Schnur. Er sprach vor dem Hintergrund der starken Luftverschmutzung in Melbourne vom Dienstag, die die Organisatoren nicht daran gehindert hatte, das Qualifikationsturnier bei gesundheitsgefährdenden Bedingungen zu starten. «Roger und Rafa sind etwas selbstsüchtig, denn sie denken nur an sich und ihre Karrieren», wurde Schnur im «Melbourne Age» zitiert. «Sie stehen nahe am Karrierenende und denken nur an ihr Vermächtnis, anstatt zu versuchen, sich für den Sport einzusetzen. Sie sollten sich bemerkbar machen.»

Halbherziger Rückzieher auf Twitter

Schnur verglich die Spielbedingungen mit dem Rauchen einer Zigarette. Man spüre eine grosse Trockenheit im Hals. «Spieler mit Asthma haben einen riesigen Nachteil.» Am Donnerstag war die Luft in Melbourne aber erstmals seit langem wieder im grünen Bereich der Skala, nachdem Regen und Wind die Rauchwolken vertrieben hatten. Am Samstag und vor allem am Sonntag soll sich der Rauch der Buschbrände dann aber wieder stärker bemerkbar machen.

Schnur inszenierte derweil über Twitter einen halbherzigen Rückzieher von seinen Aussagen, deren Wirkung er unterschätzt hatte. Er habe sich mit «selbstsüchtig» in der Wortwahl vergriffen und entschuldige sich bei Federer und Nadal, für die er grossen Respekt habe und denen das Tennis viel zu verdanken habe, schrieb er. Allerdings brauche das Tennis starke Leader und eine richtige Gewerkschaft, um sich gegenüber den Turnieren besser wehren zu können.

Erstellt: 16.01.2020, 07:25 Uhr

Artikel zum Thema

Gewitter fegt Melbourner Luft sauber

Nach den Rauchwolken und der Hitze bringt ein Wolkenbruch Entspannung, aber verzögert die Qualifikation am Australian Open. Mehr...

Proben die Tennisspieler jetzt den Aufstand?

Das Australian Open setzt die Gesundheit der Tenniscracks aufs Spiel. Der Franzose Lucas Pouille fordert, sie sollten sich weigern, auf den Court zu gehen. Mehr...

Federer und Nadal spenden gemeinsam

Die Tenniswelt sammelt Millionen im Kampf gegen die Folgen der australischen Buschfeuer. In Melbourne zeigte sich der Schweizer an einem Showanlass solidarisch. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Paid Post

Hilfe und Sicherheit nach Hause holen

Jeder fünfte ältere Mensch braucht im Alltag Unterstützung. Fehlt sie, führt der Weg oft ins Heim. Marktführer Home Instead bietet als Alternative eine 24-Stunden-Betreuung zuhause ab 5800 Franken an.