Tischtennis

Schon so weit und doch noch am Anfang

Ab Donnerstag spielt Ursina Stamm zum zweiten Mal an der Jugend-EM. Und im Herbst zum ersten Mal in der Nationalliga A. Wie weit nach oben führt der Weg der jungen Wädenswilerin?

Für Ursina Stamm geht ein Traum in Erfüllung, denn die Wädenswilerin wollte schon immer einmal an der Jugend-EM spielen.

Für Ursina Stamm geht ein Traum in Erfüllung, denn die Wädenswilerin wollte schon immer einmal an der Jugend-EM spielen. Bild: Moritz Hager

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Am 25. März glückte den Wädenswilerinnen zum Abschluss der Meisterschaft ein 5:5 gegen Uster – und der Aufstieg in die NLA. Das hätte zu Beginn der Saison niemand erwartet, auch Ursina Stamm nicht. «Der Aufstieg war nicht geplant», sagt die 15-Jäh­rige. «Wir spielten ohne Druck», erinnert sich die Sportgymnasi­astin. Es war der entscheidende Vorteil. Nur in der letzten Begegnung nicht mehr: «Gegen Uster war ich schon aufgeregt, denn es ist ja toll, in der Nationalliga A spielen zu können.»

Dass Ursina Stamm einmal mit den Besten an der Platte stehen würde, zeichnete sich schon früher ab. In der dritten Klasse fragte eine Freundin aus dem Tischtennis-Club, ob sie mit ihr an einem Turnier der School Trophy teilnehmen würde. «Ich bin dann grad Zweite geworden», schmunzelt Stamm und ergänzt: «Ich war sogar noch besser als meine Freundin.» Danach trat sie in Affol­tern dem Verein bei und räumte an den wichtigsten Turnieren regelmässig die goldenen Medaillen ab. Erst in dieser Saison fand sie in der Ungarin Kata Csikos, die seit zwei Saisons für Wil lizenziert ist, wieder eine Bezwingerin.

«Spiele lieber Punkt fertig»

Also wurde Ursina Stamm zum zweiten Mal für die Jugend-EM aufgeboten, die ab Donnerstag im portugiesischen Guimares ausgetragen wird. An ihre erste EM-Teilnahme vor einem Jahr hat sie nur positive Erinnerungen. «Mit dem Team in einem anderen Land unterwegs zu sein, ist super», frohlockt Stamm. «Und ich freue mich, die Spielerinnen aus den anderen Ländern wieder zu treffen.» Sie habe letztes Jahr aber oft verloren. Und von Zagreb sah die Teenagerin auch nicht viel. Aber zum Shoppen reichte die Zeit noch. «Ich kaufte eine Hose und eine Handyhülle», lacht Ursina Stamm.

An der diesjährigen Jugend-EM wird es nicht einfacher, Spiele zu gewinnen. Denn im Team-Wettbewerb startet die Wädenswilerin mit den U18-Mädchen. Das Wichtige sind darum die Fortschritte aus den Vergleichen mit Besseren. Vor einem Jahr berich­tete Sonja Wicki, Trainerin im TTCW, Ursina Stamm habe an der Jugend-EM «einen grossen Sprung gemacht». Ist das nun erneut so? «Ich hoffe es», antwortet Wicki. In der Anlage des Spiels haben sich Trainerin und Spielerin auf einen Kompromiss verständigt, nachdem Wicki letzte Saison eine Umstellung angeregt hatte.

«Früher spielte ich nur hart. Letzte Saison probierte ich, alle Bälle mit Spin zu spielen», erklärt Ursina Stamm. Nun soll sie mit Spin eröffnen, «aber danach auch einmal direkt zum Punkt gehen», erklärt Wicki. So soll sie Vertrauen gewinnen. «Ich spiele immer noch nicht gerne Spin gegen Spin, sondern lieber den Punkt fertig», sagt die Juniorin. Die Erwartungen bleiben nach der Jugend-EM sowieso noch bescheiden. Denn mit einer Klassierung von B11 wird Ursina Stamm in der NLA eine der am tiefsten eingestuften Spielerinnen sein. In der NLB ­erzielte sie zuletzt 16 Siege in 27 Spielen.

Der Traum von Olympia

Auch Teamkollegin Svenja Hol­zin­ger ist neu in der höchsten Spielklasse. Gelänge es den Wädens­wilerinnen, sich in der NLA zu halten, wäre das ein grosser Erfolg. Eher wird davon ausge­gangen, dass die Linksufrigen im nächsten Frühling wieder in die NLB absteigen müssen. «Ich werde mein Bestes geben», sagt Ursina Stamm. «Aber es wird schwierig: Alle anderen Teams sind stärker besetzt.» Doch die Ziele der 15-Jährigen, die sich als fröhlich, fürsorglich, selbstständig, zuverlässig und belastbar beschreibt, sind hoch.

Nach der Mittelstufe in ein normales Gymnasium zu wechseln, sei darum nicht infrage gekommen. An der Kunst&Sport-Klasse im Rämibühl kann Ursina Stamm neben der Schule sechsmal in der Woche trainieren. «Von Schule und Sport habe ich das Beste genommen», sagt sie. Und: «Ich will einmal an einer WM teilnehmen und an Olym­pischen Spielen.» Auf dem Weg ­dahin sei sie noch am Anfang, weiss sie. «Aber als ich mit Tischtennis angefangen habe, war es auch mein Traum, einmal an der Jugend-EM zu spielen. Und da bin ich jetzt.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.07.2017, 12:06 Uhr

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