Mountainbike

Mit 1,51 m die Zweitgrösste

Dem U-23-Rennen der Frauen an den Welt­meister­schaften in Lenzerheide drückten zwei Schweize­rinnen den Stempel auf. Gold ging an Alessandra Keller, Titel­verteidigerin Sina Frei aus Uetikon blieb die Silbermedaille.

Nur auf diesem Felsen zuoberst: Sina Frei kann ihren WM-Titel nicht verteidigen.

Nur auf diesem Felsen zuoberst: Sina Frei kann ihren WM-Titel nicht verteidigen. Bild: Keystone

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Ganze 23 Zentimeter Körper­länge unterscheiden Frei (1,51 m) und Keller (1,74 m). Dieser Grössenunterschied akzentuierte sich gestern auf dem Podest, da die ein Jahr ältere Nidwaldnerin zuoberst stand. Vor Jahresfrist in Cairns hatte noch Frei den Platz in der Mitte eingenommen, Keller wegen eines Sturzes kurz nach dem Start bloss Bronze gewonnen. «Dieser Triumph vor Heimpublikum entschädigt für das Pech von 2017», sagte die neu ins Regenbogentrikot gekleidete 22-Jährige.

Es sei für sie beide nicht einfach gewesen, meinte Keller. «Alle erwarteten von uns den Sieg.» Neben dem Druck von aus­sen war auch die Länge des Rennens mit über 82 Minuten eine Herausforderung. «Mit dem tollen Heimpublikum im Rücken war es einfacher, durchzubeissen», sagte die Weltmeisterin. Die härteste Konkurrentin im eigenen Team zu haben, ist für Alessandra Keller «Fluch und Segen zugleich». «Die hohe Leistungsdichte in der Schweiz pusht uns», auch wenn einem dann mal eine Landsfrau vor der Sonne stehen könne.

Fehler und Bauchschmerzen

Den ersten Schattenplatz belegte in Lenzerheide Sina Frei. Nach Silber 2016 und Gold 2017 heimste die Ueti­kerin zwar ihre dritte U-23-WM-Medaille ein. Nach der Zieldurchfahrt benötigte sie dennoch Trost von Edi Telser. «Sina ist ehrgeizig und hat gewusst, dass sie gewinnen kann. Da ist es normal, dass sie enttäuscht ist», sagte der Nationaltrainer. Die Strecke sei eher auf die kräftigere Alessandra Keller zugeschnitten gewesen.

Bis in die dritte von sechs Runden hatte Frei mit Keller ein Spitzenduo gebildet. Der Vorsprung auf den Rest des Feldes betrug – begünstigt durch einen Stau wegen­ eines Sturzes der ersten Verfolgerin Malene Degn – schon eine Minute. Da vermochte sich die Gesamtvierte des Elite-Weltcups etwas abzusetzen. Frei blieb zudem an einem Wurzelstock hängen. Der Traum der Titel­verteidigung platzte. «Ich machte in der Waldpassage einen Fehler, verlor den Rhythmus und bekam­ Bauchschmerzen», schil­derte­ Frei die entscheidende Phase­ des Rennens. «Ich bin stolz, Silber und damit eine zweite­ Medaille an der Heim-WM gewonnen zu haben.» Rang 2 zu verteidigen war für die 21-Jährige, die am Mittwoch mit dem Team triumphiert hatte, ein hartes Stück Arbeit. Denn von hinten kam die Italienerin Marika Tovo immer näher. 18 Sekunden ret­tete Frei ins Ziel.

Koller mit Krämpfen Neunte

Von heftigen Krämpfen geplagt traf Nicole Koller als Neunte im Ziel ein. Auf Weltmeisterin Keller verlor die 21-Jährige aus Schme­rikon 5:21 Minuten. «In der zweitletzten Runde musste ich in einer Wurzelpassage vom Rad, da traten die Krämpfe in den Beinen auf», erklärte die Junioren-Weltmeisterin des Jahres 2014. Diese hätten bis am Schluss angehalten. So büsste sie noch einen Platz ein, blieb aber in den Top 10, was ihr Ziel gewesen war.

Den Start hatte Koller «einmal mehr verhauen». Direkt hinter Keller und Frei hatte sie sich in der zweiten Reihe als Elfte aufstellen dürfen. Nach wenigen Metern war die letztlich drittbeste Schweizerin aus den Top 20 gefallen. Bei der ersten Zieldurchfahrt hatte sie sich aber bereits in die Top 10 zurückgekämpft. «Vor diesen tollen Fans zu fahren, war mega lässig und motivierend», sagte Koller.

Nur vier Runden

Vorzeitig zu Ende war das Rennen für Lara Krähemann. Die 19-Jährige vom VC Meilen erscheint in der Rangliste mit zwei Runden Rückstand auf Platz 40. «Es fehlte mir die Power, um mit den weltbesten U-23-Fahrerinnen mitzuhalten», sagte Krähemann. Im ersten Anstieg nach dem Start war ihr Plan gewesen, weiter nach vorne vorzustossen. Das gelang­ ihr nicht. Die Heim-WM sei für sie trotzdem eine tolle Erfah­rung gewesen. «Die Fans waren unglaublich, sie haben auch die Fahrerinnen in den hinte­ren Positionen frenetisch angefeuert.» ()

Erstellt: 08.09.2018, 09:52 Uhr

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