Basketball

Zwei Pokale, ein Check und ein Stadtpräsident, der vor Stolz fast platzt

Der Stadtrat hat am Mittwoch die Spielerinnen des Basketballclubs Winterthur geehrt. Die Frauen des BCW haben dieses Jahr den Cup und den Supercup gewonnen. Dafür gibt es 5000 Franken und einen reservierten Platz in der neusten Turnhalle der Stadt.

Sportlerehrung im XXL-Format: Für zwei gewonnene Cup-Pokale gibt es einen Check über 5000 Franken. Stadtpräsident Michael Künzle überreicht diesen Sandra Hofstetter, der Präsidentin des Basketballclubs Winterthur, umringt vom ganzen Frauenteam.

Sportlerehrung im XXL-Format: Für zwei gewonnene Cup-Pokale gibt es einen Check über 5000 Franken. Stadtpräsident Michael Künzle überreicht diesen Sandra Hofstetter, der Präsidentin des Basketballclubs Winterthur, umringt vom ganzen Frauenteam. Bild: Johanna Bossart

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Nur Josef Lisibach (SVP) fehlte. Sonst aber war der Stadtrat am Mittwoch in globo präsent, um im Festsaal des Rathauses das Winterthurer Frauen-Basketballteam zu ehren. Er war damit mit mehr Vertretern präsent als bei manchem Besuch einer internationalen Delegation.Das Frauenteam hatte im vergangenen April den Cup und im Oktober auch noch den Supercup gewonnen und so das erste Mal seit 2006 wieder einen Pokal nach Winterthur geholt. Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) lobte die athletische und technische Versiertheit der Frauen sowie deren Teamgeist und sagte, dass er vor Stolz fast platze. Er würde sich sonst zugegebenermassen nicht so für Frauenbasketball interessieren. «Aber als der Final lief, habe ich das Spiel auf dem Handy verfolgt, obwohl wir Gäste hatten.» Hochdramatisch sei das Spiel gewesen.

5000 Franken und ein Platz in der Turnhalle Neuhegi

Das Frauenteam des Basketballclubs Winterthur (BCW) hat eine «Märchenkarriere» (so Künzle) hinter sich. 2009 entschieden sie sich für den Leistungssport und stiegen innert kürzester Zeit von der 3. Liga in die Nationalliga A auf. Der Erfolg des Teams sei nicht unwesentlich der Präsidentin des Basketballclubs, Sandra Hofstetter, dem Trainer Daniel Rasljic sowie dem Geschäftsführer Samuel Frey (den man sonst als Gastrounternehmer kennt) zu verdanken, sagte Künzle.

Team-Kapitänin Cinzia Tomezzoli über den Erfolg und die Schwierigkeit, Sport und Beruf unter einen Hut zu bringen. Video: Fabian Röthlisberger

Als Anerkennung für den Erfolg überreichte er dem Team einen Check von 5000 Franken und kündigte an, der Frauenmannschaft ab Sommer 2018 die nagelneue Turnhalle Neuhegi zur Verfügung zu stellen. Das von ihnen benötigte Spielfeld werde «speziell markiert».

Wesentlich zum Erfolg beigetragen hat auch Cinzia Tomezzoli. Die 29-Jährige ist Kapitänin und das Herzstück des BCW. Der Sieg ihrer Mannschaft nach erst zwei Saisons in der höchsten Spielklasse sei für alle unerwartet gewesen. «Niemand hätte gedacht, dass wir gegen Fribourg im Finalspiel gewinnen würden. Weil keine Erwartungen da waren, konnten wir ohne Druck spielen und waren frei», sagt Tomezzoli.

«Ich habe den Final auf dem Handy verfolgt, obwohl wir Gäste hatten.»Michael Künzle

Der Sieg sei für sie die Belohnung für die harte Arbeit in den letzten Jahren. Geld lässt sich im Schweizer Frauenbasketball aber keines verdienen. Die Basketballerinnen sind alle entweder berufstätig oder im Studium. Fast jeden Abend stehen sie in der Halle oder schwitzen im Fitnesscenter, die Wochenenden sind mit den Spielen belegt. Durch die Ehrung erhofft sich Tomezzoli mehr Bekanntheit für den Sport: «Ich hoffe, die Siege und die Anerkennung durch die Stadt sind eine gute Werbung für uns.»

«Frauenbasketballist auch spannend»

Sie wünscht sich auch, dass durch den Erfolg des BCW das Interesse der Öffentlichkeit geweckt wird: «Auch andere sollen merken, wie spannend Frauenbasketball ist.» Bei den Frauen gehe es gleich zu und her wie bei den männlichen Kollegen. «Auch wenn die Männer etwas grösser, stärker und schneller sind, verliert der Sport nichts an seinem Abwechslungsreichtum.» Nur einen Unterschied gibt es: Der Ball ist kleiner und etwas leichter als im Männerbasketball.

«Niemand hat gedacht, dass wir das Finalspiel gegen Fribourg gewinnen würden.»Cinzia Tomezzoli

Übrigens: Eine Mindestgrösse, um im Team mitspielen zu können, gibt es nicht. Die grösste Spielerin ist 1,84 Meter gross, die kleinste «nur» 1,65 Meter. «Sie ist dafür umso schneller», sagt Tomezzoli.

Erstellt: 01.11.2017, 16:57 Uhr

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