Richterswil/Langnau

Triathlonstars vom Zürichsee sind im Hawaii-Modus

Mit ähnlichen Ambitionen, aber aus unterschiedlichen Positionen blicken Ronnie Schildknecht und Ruedi Wild, die beiden Toptriathleten vom See, dem Ironman Hawaii von diesem Samstag entgegen.

Eines der Abschlusstrainings des Samstagerers Ruedi Wild auf Hawaii. Übermorgen Samstag findet auf der Vulkaninsel in tropischem Klima der weltberühmte Triathlon statt.

Eines der Abschlusstrainings des Samstagerers Ruedi Wild auf Hawaii. Übermorgen Samstag findet auf der Vulkaninsel in tropischem Klima der weltberühmte Triathlon statt. Bild: Michael Rauschendorfer

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Eine Top-Ten-Klassierung als Ziel formuliert Ronnie Schildknecht – und das nach einer bis jetzt unbefriedigenden Saison. Der neunfache Sieger des Ironman Switzerland aus Langnau musste sich vergangenen Juli beim vertrauten «Heimspiel» mit Rang 5 zufriedengeben. Nicht nur da liefs nicht ganz rund.

Schildknechts Hochs und Tiefs

Unbedeutend ist dies nun – zumindest so sagt ers: «Ich bin sehr locker und fühle mich weniger unter Druck als in andern Jahren.» Vielleicht, so lässt er durchblicken, ist das die Basis zum Erfolg. Denn «der Ironman Hawaii ist mir in den letzten Jahren nie nach Wunsch geglückt, irgendetwas machte ich falsch».

Zehn Jahre liegt mittlerweile seine beste Klassierung zurück. Herausragender Vierter wurde der mittlerweile 39-Jährige im Jahr 2008. Um Schildknechts einzige Rangierung in den besten zehn handelt es sich – nach mittlerweile 13 Starts. Unterschiedlichstes hat er schon erlebt auf der Vulkaninsel mitten im Pazifik: Ränge zwischen eben diesem 4. und dem 89. (2003), sechs Klassierungen zwischen 12 und 19, vier Aufgaben und im Vorjahr die zweitschlechteste Klassierung (31.). «Hawaii ist ein komplexer Wettkampf geblieben», urteilt er.

Den besonderen «Hawaii-Hunger» verspürt der 39-Jährige indes nach wie vor, vielleicht in diesem Jahr gar noch mehr. Vor bald drei Wochen hat er der Schweiz den Rücken zugekehrt. Ins tropische Hawaii-Klima ist er eingetaucht. «Ich konnte mich sehr gut akklimatisieren», berichtet er. Dass er dies auf Hawaii selber getan hat, ist für ihn neu. «Aber es hat sich so angeboten», sagt Schildknecht. Unter Coach Lubos Bilek ist er mit prominenten Trainingspartnern unterwegs gewesen: Sebastian Kienle (D), dem Hawaii-Sieger von 2014 und letztjährigen Vierten, sowie mit Maurice Clavel, dem Dritten des diesjährigen Ironman Süd­afrika. «So, sprich in der Gruppe, habe ich mich noch nie vorbereitet», klärt Schildknecht auf.

Hoher Schweissverlust

Im Vergleich zu Schildknecht als Hawaii-unerfahren lässt sich Ruedi Wild (36) bezeichnen – obwohl nur knapp drei Jahre jünger. Seine Erfolge verbuchte der Samstagerer zuerst auf der olympischen Distanz (U-23-Euro­pameister, Olympiateilnehmer 2012) und anschliessend beim Ironman 70.3 (WM-Dritter 2016). Auf Hawaii startet er zum dritten Mal. Die Ränge 21 (2016) und 16 (2017) schauten bisher heraus. «Auch wenn ich noch immer am Lernen bin auf der Ironman-Distanz, will ich mich profilieren», sagt er.

Ein exklusiver Einblick in die Trainingsqualen von Ruedi Wild: Bewegungswissenschaftler Lorenz Leuthold pusht den Richterswiler Triathleten im Training an seine Grenzen. Video: David Bruderer

Von einer Rangierung unter den besten zehn redet auch Ruedi Wild. Und einer besonderen Herausforderung ist er sich bewusst: «Als grosser und im Vergleich schwerer Athlet ist mein Schweissverlust sehr hoch. Damit habe ich klarzukommen.» Mit Massnahmen zum Herunterkühlen des Körpers hat er sich befasst.

Im Gegensatz zu Schildknecht ist Wild erst Ende letzter Woche nach Big Island gereist. Im mexikanischen Cozumel war er zuvor auf ähnliche klimatische Bedingungen gestossen. «Das war eine gute Entscheidung», sagt er zur Vorbereitung. Der Ironman 70.3 in ebendieser Ortschaft missglückte aber – wegen eines platten Reifens auf der Velostrecke. «Schade», berichtet er rückblickend, «aber Selbstvertrauen getankt habe ich auch so.» Er wünscht sich «ein solides Schwimmen» und «auf dem Velo den Mut, die Rhythmuswechsel der Besten mitzugehen». Sodann will er auf seine Fähigkeiten bauen für einen schnellen Marathon.

Wild will dranbleiben

Die Frage, wie weit er bereit ist, «Schmerzen hinzunehmen», hängt primär von den Perspektiven ab. Ähnlich wie bei Schildknecht ist die bisherige Saison auch bei Wild nicht perfekt verlaufen. Einzig Rang 2 an der Langdistanz-WM Ende Juni bezeichnet er als «wirklich gutes Resultat». (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.10.2018, 08:43 Uhr

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