Unihockey

«Wollte Sportreporter werden»

Marc Werner hat im Sommer bei NLB-Aufsteiger Pfannenstiel Claudio Alborghetti als Co-Trainer abgelöst. Aufs Selber-Spielen verzichten möchte der 29-Jährige aber noch nicht. Deshalb ist er weiter beim Nachbarklub Zürisee lizenziert.

Reden sei etwas, das er gerne und viel tue, sagt Marc Werner, der seit Sommer zusammen mit Christof Maurer Pfannenstiels NLB-Team trainiert.

Reden sei etwas, das er gerne und viel tue, sagt Marc Werner, der seit Sommer zusammen mit Christof Maurer Pfannenstiels NLB-Team trainiert. Bild: zvg

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Was können Sie besser als Ihre Spieler?
Marc Werner: Geduld haben, ruhig bleiben. Beides ist aktuell noch ein wenig ein Problem in unserer Mannschaft.

Und was können Ihre Spieler besser als Sie?
Sie sind sicher fitter. Ich spiele ja schon noch selber, bei Zürisee in der 1. Liga. Aber nur wenn ich Zeit habe.

Ist das kein Problem, wenn Sie ausgerechnet beim Nachbarklub aktiv sind?
Nein. Die Klubs gingen sich ja in den letzten Jahren stets aus dem Weg. Als ich von Uster zu Pfannenstiel in die 1. Liga wechselte, spielte Zürisee noch in der NLB. Und danach waren wir in verschiedene Gruppen eingeteilt. Diese Rivalität ist deshalb nicht allzu gross.

Ihr grösster Erfolg?
Mit Uster wurde ich U21-Vize-Schweizer-Meister und schaffte später den Aufstieg in die NLA.

Ihr grösster Erfolg im Leben?
Das ist schwer zu sagen ... ich hoffe, der kommt noch. (lacht) Bisher ist es wohl das abgeschlos­sene Studium.

Was haben Sie studiert, und welchen Beruf üben Sie nun aus?
Ich bin Sekundarlehrer (Abschluss 2016; Red.) und unterrichte an der Sportschule Bubikon Mathematik, Naturwissenschaften, Geschichte und Sport.

Bleibt neben Beruf und Uni­hockey Zeit für andere Hobbys?
Nicht sehr viel. Ich spiele ein bisschen Gitarre, lese und gehe ab und zu Kaffee trinken.

Wann werden Sie nervös?
Wenn ich mich einer Sache nicht mächtig fühle.

«Nun, als Trainer, bin ich viel nervöser während des Spiels.»Marc Werner

Wann waren Sie letztmals in einer solchen Situation?
Beim letzten Match. Als Trainer kann ich nicht direkt ins Spiel eingreifen. Das ist nicht einfach, speziell in der Schlussphase eines Spiels, wenn es um alles geht.

Was macht Sie sprachlos?
Eigentlich nichts. Ich rede ziemlich viel. (lacht)

Was kochen Sie am liebsten?
Porridge (zu Deutsch Haferbrei; Red.) – in allen Variationen. Das ist etwas vom Einfachsten. Ich muss zugeben: Meine Kochkünste sind sehr beschränkt. Aber ich arbeite daran. (schmunzelt)

Ihr Lieblingsgetränk?
Stilles Wasser.

Ihr erster Berufswunsch?
Lange wollte ich Sportreporter werden – à la Beni Thurnheer.

Und warum sind Sie es nicht geworden?
Mit der Zeit wurde der Wunsch immer kleiner – wohl auch, weil ich merkte, dass meine Talente an anderer Stelle liegen.

Ihr Lieblingssong?
«Lua» von Bright Eyes.

Ihr Lieblingsfilm?
(überlegt lange) … «Mary Poppins». (lacht) Zumindest ist es ­sicher jener Film, den ich am meisten gesehen habe. Vor einem halben Jahr besuchte ich das Musi­cal – und fand es mega gut.

Ihr Lieblingsbuch?
Spontan würde ich sagen: «Dienstags bei Morrie».

Ihr Lebensmotto?
Ich habe kein Sprüchlein, das sich reimt. Ich versuche einfach, jeden Tag zu geniessen.

Welches Thema beschäftigt Sie aktuell am meisten?
Die Ferienplanung. Am Samstag verreise ich mit meiner Freundin für zehn Tage nach New York. Neben den typischen Touristensachen wollen wir sicher ein Spiel der Rangers im Madison Square Garden besuchen – und sonst einfach die Stadt geniessen.

Das heisst, Ihr Team muss für drei Partien ohne Sie auskommen.
Richtig. Das ist sicher nicht optimal. Aber erstens geht es fast nicht anders, weil ich als Lehrer nur während der Schulferien weg kann. Zweitens muss man sehen, dass das Traineramt ja ehren­amtlich ist, ich sehr viel Zeit dem Sport widme, da können ­diese Ferien dazu beitragen, meine Freundin zu «besänftigen». Drittens bin ich mir sicher, dass Christof Maurer, der mit mir zusam­men das Team führt, zusammen mit den Assistenz­trainern alles im Griff hat.

Wie ist die Aufgabenteilung zwischen Ihnen und Maurer?
Er ist sicher für alles Organisa­torische zuständig – und macht das grandios. Ich kümmere mich vor allem um das Sportliche. Wir ergänzen uns da sehr gut.

Wie sind Sie zum Unihockey gekommen?
Als kleiner Junge spielte ich oft auf der Strasse. Irgendwann hiess es, es gebe einen Klub in Russikon-Fehraltorf. Als circa Neunjähriger wurde ich dort Mitglied. Mit 15 wechselte ich zu Uster, wo ich bis 25 blieb und unter anderem vier NLA-Saisons bestritt.

Was fasziniert Sie am Unihockey?
Vor allem das Technische, das Ballhandling.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
Als das Wertvollste empfinde ich, dass ich sehr viele Kollegen im Sport gefunden habe.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
In Uster spielte ich sehr lange mit mehr oder weniger denselben Leuten zusammen. Als diese «Erfolgs­generation» auseinanderbrach, schmerzte das.

Warum sind Sie Trainer geworden?
Es hat mich schon immer gereizt, das einmal zu machen. Als ich während der Zeit bei Uster einmal verletzt war, leitete ich bereits einige Nachwuchstrainings. Vor dem aktuellen Engagement bei Pfannenstiel war ich auch schon mit anderen Klubs zusammengesessen. Doch entweder stimmte die Aufgabe nicht oder aber der Zeitpunkt.

War für Sie klar, dass Sie selber noch weiterspielen?
Nicht unbedingt, aber die jetzige Lösung ist optimal. Ich greife noch zu gerne selber zum Stock.

Aber nicht mehr bei Pfannenstiel.
Nein, Spielertrainer zu sein, ­fände ich heikel. Da ich bei Zürisee lizenziert bin, habe ich der «Gefahr», selber eingreifen zu wollen, vorgebeugt.

Noch haben Sie nicht allzu viele Spiele als Trainer absolviert. Dennoch die Frage: Haben Sie den Entscheid, an die Bande zu wechseln, schon bereut?
Nein, obschon ich sagen muss, dass ich nun viel nervöser bin. Aber bis jetzt läuft es gut.

Mit vier Punkten aus vier Partien liegt Pfannenstiel im hinteren Mittelfeld. Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonstart?
Als Aufsteiger dürfen wir damit zufrieden sein, unsere Erwar­tungen wurden sogar leicht ­übertroffen. Nicht unbedingt von der Punkteausbeute her, aber wir konnten stets gut mithalten. Leider gaben wir zweimal in den Schlussminuten die Partie her. Das war ärgerlich.

Was trauen Sie Pfannenstiel zu?
Wir müssen realistisch sein: Oben zu bleiben, wäre schon ein Erfolg. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass uns dies gelingt.

Wie vertreiben Sie sich die Zeit auf der Heimfahrt von einem Auswärtsspiel?
Entweder lese ich, ein Buch oder eine Zeitung, oder ich unterhalte mich mit Spielern, vor allem jenen, die wenig oder gar nicht zum Einsatz kamen. Die Matchanalyse nehme ich erst später vor, wenn das Videomaterial vorliegt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 06.10.2017, 10:21 Uhr

Worum geht's

Trotz des Aufstiegs kam es bei Pfannenstiel im Sommer zu einem Wechsel im Trainerteam. Claudio Alborghetti, der weiterhin Sportchef ist, wollte kürzertreten. Seinen Posten als Co-Trainer neben Christof Maurer übernahm der 29-jährige Marc Werner, der einst für Uster in der NLA spielte. In seiner fünften NLB-Partie empfängt Pfannenstiel (8. Rang) am Sonntagnachmittag (16 Uhr) in Egg den Tabellenfünften Thurgau. (su)

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